10.10.2016, 17:27 Uhr

Fahrt zum Chiemsee und Schifffahrt

Prien am Chiemsee (Deutschland): Chiemsee |

5. Teil: Die Reise in meine Vergangenheit.

Wir hätten auch mit der Bahn von Aschau aus zum Chiemsee fahren können. Der Bahnhof wäre um die Ecke der Villa Musica gewesen. Erst nach Priem mit der DB und dann bei der von Urlaubsgästen und Einheimischen gleichermaßen beliebten Fahrt auf der „Bockerlbahn“ in Prien zum Chiemsee. Die Bockerlbahn ist die legendäre Chiemsee-Bahn. Eine 1,91 Kilometer lange Schmalspurbahn, die seit 1887 den Bahnhof von Prien mit der dortigen Anlegestelle der Chiemsee-Schifffahrt verbindet. Die Chiemsee-Bahn ist die letzte jener sagenhaften Dampfstraßenbahnen, die älteste ununterbrochen in Betrieb stehende Dampftramway der Welt. Die Bockerl-Bahn in Prien darf selbst "ungeniert" weiterrauchen, das hat die Regierung von Oberbayern der Marktgemeinde Prien mitgeteilt, lesen wir in der Reklame. Manch illustre Gäste nutzten die Chiemsee-Bahn: die Mitglieder des bayerischen Königshauses waren ebenso gern gesehene Gäste wie die Herzogin von Modena, die Erzherzogin Valerie von Österreich oder der Schah von Persien.

Genug Geschichte.

Wir als notorische Autofahrer wählten natürlich die Straße. Dass wir uns verfahren haben, liegt wahrscheinlich daran, dass deutsche Wegweiser nur vom Gegenverkehr aus sichtbar sind. Aber wir fanden den richtigen Weg, fuhren quer durch die Stadt Priem, immer mit dem Strom der Touristen mit. So kamen wir bis zu einem großen Parkplatz am See. Dort stand kein einziger Baum, der Schatten spenden könnte. Da es ein schöner, sonniger Tag war machten, wir uns jetzt schon Sorgen, wie wir unser Auto nach der Rückkehr vorfinden würden. Ein kurzer Fußmarsch Richtung Anlegestelle war schon warm genug. Dort angekommen, wurden wir zurück in die moderne Zeit versetzt: ein babylonisches Sprachgewirr zeigte uns, dass nicht nur wir, sondern eine Menge anderer Völker dasselbe Begehr hatten, sich für eine Fahrt über den Chiemsee einzuschiffen.

Erst mussten auch wir uns bei der Kassa hinter den anderen wartenden Touristen einreihen. Dann kam die Frage, was unser Wunsch wäre. Drei Möglichkeiten der Schifffahrt gab es: Einfache Fahrt zur Herreninsel, oder nach der Herren-und Fraueninsel, oder eine Rundfahrt über den ganzen See, mit mehreren Anlegeplätzen. Da ich die Größe der Herreninsel schon kannte und unser Wandervermögen am besagten warmen Tag gut einschätzte, entschieden wir uns nur für die Fahrt zur Herreninsel.

Mit den Tickets in der Hand suchten wir uns ein schattiges Plätzchen, um zu warten und die Hektik um uns hin zu bestaunen. Die Schiffe kamen und gingen in genauen Zeitabständen. Aus dem ankommenden Schiff strömte jeweils eine Horde ans Ufer und eine gleiche Meute stürmte das Schiff.

Was da so alles mit uns auf das Schiff wollte: Reisegruppen mit Fremdenführer, Liebespaare, Männer mit leicht grauem Haaransatz stolz den Kinderwagen schiebend, gefolgt durch meist um viele Jahre jüngeren Frauen, Einzelgänger, Weltenbummler in muffigem Rucksacklook , Familien mit Kindern, die alles prüfen mussten, mit einem oder mehreren Hunden, bepackt mit Provianttaschen, Rucksäcken. Als rollendes Material Kinder- und Wanderwagen, Keyboards, Roller und anders . Wir trauten unseren Augen nicht.

Dann kam unser Beschluss: das nächste Schiff ist unser. Über den Anlagesteg, vorbei beim Stegsheriff betraten wir das Schiff. Glücklich wollten alle Reisenden wegen des schönen Wetters aufs Sonnendeck, uns blieb deshalb das kühlere Unterdeck. So stachen wir in See, Richtung Herreninsel.

Er werden noch einige Beiträge folgen.
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Ferdinand Reindl aus Braunau | 10.10.2016 | 17:59   Melden
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Petra Maldet aus Neunkirchen | 11.10.2016 | 01:52   Melden
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