11.10.2016, 13:36 Uhr

Geschichte vom Schloss Herrenchiemsee

Prien am Chiemsee (Deutschland): Chiemsee de |

6. Teil: Die Reise in meine Vergangenheit.


Um über das Schloss Herrenchiemsee zu berichten, komme ich nicht herum, etwas über die Geschichte zu informieren.

Erst ein kurzes Resümee des Lebens von König Ludwig II.
Die Geburt des Märchenkönigs

Auf Schloss Nymphenburg in München wird am 25. August 1845 der Märchenkönig geboren. Er erhielt die Namen Otto Friedrich Wilhelm Ludwig.

Kindheit und Jugend

Im März 1848 dankt Ludwig I. unter dem Druck der revolutionären Ereignisse zu Gunsten seines Sohnes Maximilian ab. Mit der Thronbesteigung von Maximilian II. wird der fast dreijährige Erbprinz Ludwig zum Kronprinz.

Ludwig wird König

Anfang März 1864 verschlimmert sich die Krankheit seines Vaters, des bayerischen Königs Maximilian. Am 10. März 1864 stirbt er. Ludwig wird noch am gleichen Tag zum König proklamiert.

Wagner


Als 16-jähriger besucht der Kronprinz bereits die erste Oper von Richard Wagner, »Tannhäuser«. Es beginnt eine große Bewunderung für Richard Wagner. Als König Ludwig II. lässt er nach Richard Wagner suchen. Er will ihn unbedingt kennenlernen. Am 04. Mai 1864 schließlich geht dieser Wunsch in Erfüllung.

Verlobung

Im Jahre 1867 verlobt sich Ludwig mit der jüngeren Schwester der Kaiserin Elisabeth von Österreich. Eine Vermählung wird von Ludwig jedoch mehrmals verschoben und schließlich löst er die Verlobung wieder auf.

Religion

Der bayerische König war ein zu tiefst gläubiger Mensch. Er war überzeugt von seinem Königtum von Gottes Gnaden, ganz im Gegensatz zum Heldenkaisertum der Preußen.

Politik

Sicherlich war die Politik nicht die Lieblingsbeschäftigung des bayerischen Königs, aber von Vernachlässigung derselben, wie man sie ihm oft vorwirft, kann aufgrund neuer Erkenntnisse nicht die Rede sein. Die Erledigung seiner politischen Pflichten erfolgte stets zügig und pünktlich. Daran änderten auch seine häufigen Aufenthalte in den Bergen nichts.

Der soziale König

Ludwig II. war, wenn man so will, ein Pionier der Sozialversicherung. Denn schon beim Bau seines Schlosses Neuschwanstein gab es einen Krankenunterstützungsverein, dem sich die Arbeiter anschließen konnten. Im Krankheitsfalle erhielt der Bauarbeiter eine Mark pro Tag und beim Tode des Versicherten übernahm der Verein die Kosten der Totenwache und der Gedenkmesse. Dieser Verein existiert noch heute.

Entmündigung

Die Entmündigung des Königs im Juni 1886 erfolgte aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens vom renommierten Psychiater Dr. Gudden. Darin wurde der König kurzerhand für paranoid erklärt.

Tod


Am 13. Juni 1886 starb Bayerns Märchenkönig unter bis heute ungeklärten Umständen nach einem Spaziergang mit seinem Arzt im Starnberger See. Angeblich wollte sich der König das Leben nehmen und habe vorher seinen Arzt ermordet. Immer mehr Ludwig-Forscher halten es jedoch für möglich, dass der bayerische König aus politischen Gründen ermordet wurde. Vieles spricht dafür, jedoch beweisen lässt es sich bis heute nicht.

Geschichte des Schlosses

1873 erwarb König Ludwig II. von Bayern die Herreninsel als Standort für sein Neues Schloss Herrenchiemsee. Die idyllische Insel „Herrenwörth“ im Chiemsee, war der perfekte Ort, um dort seiner Fantasie freien Lauf zu lassen.
Der französische König Ludwig XIV. stand/steht für Prunk, den glanzvollsten Hof Europas im 17. Jahrhundert. Sein Schloss in Versailles war Vorbild für viele spätere Bauten europäischer Adliger. Der glühende Verehrer des französische König Ludwig XIV. genannt auch der Märchenkönig, wollte das luxuriöse Versailler Schloss nicht nur kopieren, sondern übertrumpfen. 1878 wurde mit dem Bau des "Bayerischen Versailles" begonnen. Wie auch immer es dazu kam, dass der schließlich entmündigte König Ludwig II. 1886 tot im Starnberger See gefunden wurde, fertig war das Schloss zu diesem Zeitpunkt nicht. In den folgenden Jahren wurde der Bau zwar nicht vollendet, aber doch abgeschlossen. Von dem unvollendeten Zustand kündet noch heute manch unverputzte Wand. Einige Teile wurden später abgetragen.

Mit Schulden bezahlte Sehenswürdigkeit

Ludwig II. machte es wie die ein oder andere heutige europäische Regierung: statt zu sparen, begann er immer höhere Kredite anzuhäufen, die er niemals bedienen würde können. Diesem Wahnsinn verdanken wir neben Schloss Herrenchiemsee das Schloss Neuschwanstein und Schloss Linderhof als weitere Sehenswürdigkeiten. Immerhin! Welcher Tourist fährt schon nach Südeuropa, um sich dort die milliardenschweren Bauruinen aus Beton anzuschauen. Schloss Herrenchiemsee dagegen, auf einer Insel im Chiemsee gelegen mit sehr schönem Blick auf die Chiemgauer Alpen, dient heute als Touristenmagnet.

Wahnsinnig schön ist Schloss Herrenchiemsee, unbestritten. Und prunkvoll, in anderen Worten: teuer. Ob der Erbauer dieses Schlosses ebenfalls wahnsinnig war, ist umstritten. Unbestritten ist, dass der Bayernkönig Ludwig II. zumindest wahnsinnig viel gebaut hat, und das im Wortsinn. Denn der (private) Etat des im Grunde bereits 1871 entmachteten Königs von Bayern – damals wurde das Deutsche Reich gegründet – war schon kurz nach Baubeginn 1878 erschöpft.

Meine Eindrücke von Herrenchiemsee in der nächsten Folge.

Der Text wurde durch Studie verschiedener Quellen von mir zusammengestellt. Übernommene Fehler sind nicht ausgeschlossen.
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