19.10.2016, 07:30 Uhr

Auszeichnung für Nachfolge

Gratulierten Angelika Grossegger zur Auszeichnung: Josef Herk, Jan Tschofen (beide WKO), Landesrat Christian Buchmann (Foto: WKO)

Floristin Angelika Grossegger wurde von der WKO mit dem "Follow me Award" ausgezeichnet.

Was tun, wenn Inhaber eines Betriebes in Pension gehen, der Nachwuchs aber kein Interesse an der Nachfolge zeigt, weil er seinen beruflichen Werdegang in anderen Branchen sieht, vielleicht gar nicht im selbstständigen Bereich? Im schlimmsten Fall muss das Geschäft dann sogar schließen. Oder es gelingt, das Familienunternehmen in andere, betriebsfremde Hände zu legen.
In erfolgreicher Form hat sich eine derartige Geschichte in Semriach zugetragen, wo Angelika Grossegger dafür sorgt, dass das traditionsreiche Blumengeschäft von Hilde Schinnerl weitergeführt wird. Über 30 Jahre lang war Schinnerls Kleinbetrieb nicht aus der Gemeinde wegzudenken. "Als Johann Obendrauf das Geschäft übernahm, habe ich mich als Filialleiterin beworben", sagt die 23-Jährige.

Große Auszeichnung

Zunächst war Grossegger für das Bestellen der Schnittblumen zuständig, in weiterer Folge kamen immer mehr Tätigkeitsbereiche dazu. Vor rund einem Jahr übernahm sie das Geschäft schließlich. Jetzt wurde die aus Neudorf bei Passail stammende Floristin mit dem "Follow me Award 2016" ausgezeichnet. Im Rahmen dieser Gemeinschaftsinitiative der Wirtschaftskammer im Gründerland Steiermark werden jährlich aus rund Tausend Betriebsübergaben zwölf herausragende Nachfolgen aus verschiedenen Branchen und Regionen nominiert.
Erfahrung in Brasilien
"Dass ich in der Kategorie ,Familien-externe Nachfolge' gewinne, hat mich schon gefreut", sagt Grossegger stolz. Ihr Können hat die Jungunternehmerin aber bereits in der Vergangenheit des Öfteren unter Beweis gestellt. Nach der gewonnenen Staatsmeisterschaft vertrat sie Österreich im Vorjahr auch beim Worldskills-Wettbewerb in São Paulo. "Für einen Stockerlplatz hat es damals nicht gereicht, die Medal of Excellence für einen überdurchschnittlichen Punktescore war dennoch eine Anerkennung", sagt Grossegger, die rund ein Dreivierteljahr für die Berufsweltmeisterschaften trainiert hat.
"Ganz egal, ob verschiedene Arten von Tischdekorationen oder Vasenfüllungen, man muss einfach alles üben. Ich habe dabei wahnsinnig viel von Johann Obendrauf gelernt. Ich hätte mir keinen besseren Trainer vorstellen können."

Stress im Herbst

Medaille hin, Award her, jetzt wartet wieder Alltag auf die sympathische Floristin. "Allerheiligen rückt näher, zahlreiche Gestecke gehören gestaltet. Dazu gibt's bei uns nächsten Freitag und Samstag auch eine große Allerheiligen-Ausstellung." Langweilig wird Angelika Grossegger definitiv nicht. "Das liebe ich auch an diesem Job. Ich habe auch einmal in einem Büro geschnuppert, das wäre aber nie etwas für mich gewesen."

C. Hofer
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