16.11.2016, 00:01 Uhr

Eine Revolution für die Kürbiskern-Ernte

Agrarmaschinen-Spezialisten: Betriebsleiter Sascha Hohl und Geschäftsführer Harald Jäger (r.) beim Interview mit der WOCHE

Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich AgroStahl als Marktführer in diesem Bereich entwickelt.

Die WOCHE traf den Unternehmer Harald Jäger, der mit der Firma AgroStahl einen Erfolgslauf hingelegt hat, in der Firmenzentrale in Dobl-Zwaring zum Interview.

WOCHE: Können Sie uns einen kurzen Überblick zur Geschichte der Firma AgroStahl geben?
Harald Jäger: Die AgroStahl gibt es jetzt seit zehn Jahren. Die Firma wurde von Thomas Stiefmaier und mir gegründet.

Sie haben sich auf die Produktion von Agrarmaschinen spezialisiert. Wie sieht Ihr Produkt-Portfolio aus?
Begonnen hat es mit einer Ackerschleppe, weiter ging es mit dem Kürbisschieber, der bislang über hundertmal verkauft wurde. Dann kamen Landwirte auf uns zu, um ihre Kürbiskern-Erntemaschinen zu reparieren. Danach kam mir am Schreibtisch der Gedanke, dass es da etwas Besseres geben muss.

Sie haben dann mit der AgroStahl Phönix eine spezielle Kürbiskern-Erntemaschine entwickelt. Was ist das Besondere an dieser Entwicklung?
Unser Ziel war es vor zwei Jahren, eine zeitgemäße Kürbiskern-Erntemaschine zu produzieren. Wir haben einen Prototyp entwickelt und uns damit durchgesetzt. Mittlerweile haben wir 19 Maschinen verkauft, auch nach Deutschland, Tschechien und in die Ukraine. Für die Produktion haben wir in Graz eine Halle angemietet und zu den fünf Mitarbeitern sechs weitere eingestellt. Es war zwar nicht vorgeschrieben, aber wir haben aus Lebensmittelgründen Edelstahltanks eingebaut. Auch innen wurden Teile, die intensiv mit Lebensmitteln in Berührung kommen, aus Edelstahl gefertigt. Wir haben Wert darauf gelegt, dass die Maschine schnell und einfach zu reparieren ist. Bei uns ist deshalb alles geschraubt. Hinter der Maschine muss auch niemand mehr nachgehen. Unsere Mitarbeiter, die auch unser 24-Stunden-Reparatur-Service abwickeln, kommen alle aus der Landwirtschaft, haben also reichlich Erfahrung. Auch der Dieselverbrauch wurde stark verringert. Es geht schwer, aber es geht immer noch, dass wir 100 Prozent hier in der Steiermark produzieren und erfolgreich sein können.

Der Kürbiskernpreis ist zuletzt stark zurückgegangen. Könnte diese Entwicklung auch Auswirkungen auf Ihr Unternehmen haben?
Es gab extrem gute Erträge heuer. Im Schnitt waren es 800 Kilogramm pro Hektar, ein Rekordjahr. Jetzt haben wir ein Überangebot an Kernen. Der Kernpreis sinkt, die Landwirte sind dementsprechend nervös. Nächstes Jahr wird mit Sicherheit nicht mehr so viel angebaut wie heuer. Man muss sich darauf einstellen, dass wir nicht mehr so viele Maschinen verkaufen wie im Vorjahr, aber wir sind gesund aufgestellt. Angebaut wird ja trotzdem etwas. Jetzt heißt es abwarten. Wir planen ja, dass wir die komplette Kürbiskern-Erntekette abdecken.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.