26.10.2016, 09:00 Uhr

Eine Spielwiese für Senioren

Stolzer Heimleiter: Wolfgang Rappold wollte unbedingt vor der Fotowand seiner Mitarbeiter posieren.

Wir werden immer älter. Daher gewinnen Pflegewohnheime, wie jenes in Gratkorn, stetig an Bedeutung.

Durch die demografische Entwicklung erhöht sich das Durchschnittsalter. Gleichzeitig wächst auch der Bedarf an Betreuung. Über diese Herausforderung haben wir mit Wolfgang Rappold, dem Leiter des Pflegezentrums SeneCura in Gratkorn, gesprochen.

Sie leiten seit einem Jahr das Pflegezentrum hier in Gratkorn. Was hat sich seither getan?
Bei uns gibt es 80 Plätze im Pflegeheim SeneCura. Wir sind momentan noch nicht voll belegt, da ich das alles gut und langsam aufbauen möchte. Mir macht es eine Riesenfreude, mit älteren Personen zu arbeiten und ihnen meine Zeit zu schenken. Und ich bin auch besonders stolz auf meinen Mitarbeiterstamm, auf den ich mich verlassen kann, sodass die Betreuung und Pflege wirklich gut passt.

Gutes Pflegepersonal wird wohl auch immer wichtiger werden.
So ist es. Ich denke, dass es einem im Blut liegen muss. Die Arbeit, etwa mit Demenz-Patienten, kann sehr belastend sein. Was man aber von den Senioren wieder zurückbekommt, ist unbezahlbar.

Grundsätzlich ist man gerne daheim. Wie kann die Hemmschwelle ins Heim zu gehen, überwunden werden?
In Österreich hat das leider noch immer einen negativen Beigeschmack. Ich sehe das aber als Bereicherung, nicht als "Abschieben". In der Natur des Menschen liegt es, dass wir gesellig sind. In anderen Ländern wie in Skandinavien ist das ganz üblich. Man kann bei uns einen Nachmittag ausprobieren und sich anschauen, ob es für einen passt.

Ab welchem Alter können Personen zu Ihnen kommen?
Ab etwa 60 Jahren. Unsere älteste Bewohnerin ist 98. Ich freue mich schon, wenn wir ihren 100er feiern.

Wie darf man sich den Alltag Ihrer Bewohner vorstellen?
Wir achten darauf, dass ihnen viel Bewegung geboten wird, das bewirkt oft Wunder. Dann haben wir Feste, Musik, gemeinsames Spielen und Backen ... Oft kommen Menschen ja ins Heim, die allein zuhause sind. Hier erleben sie wieder soziale Kontakte. Ich spiele jede Woche selbst einmal Bingo mit den Patienten. Wenn das ausfällt, merken sie es sofort (lacht). Ein Zivildienst-Bewerber sagte unlängst, er hätte sich hier und bei einem Kindergarten beworben. Der Spaß und der Wirbel unter den Bewohnern ist sicher vergleichbar.
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