31.01.2012, 11:07 Uhr

Erholung verliert an Fahrt

Haben in 164 südoststeirischen Betrieben nachgefragt: Heuberger, Spann, Brandweiner-Schrott und Stangl (v.l.).
Wirtschaftsthermik lässt nach. Unternehmer gehen mit Zurückhaltung ins neue Jahr.

Die Wirtschaft befand sich zuletzt im Aufwind. Jetzt im ersten Halbjahr dürfte die Thermik allerdings wieder ein wenig schwächer werden. Jedenfalls kündigen die Werte des Konjunkturbarometers der steirischen Wirtschaftskammer nicht gerade ein Hochdruckgebiet an.
„Eine Krise wie 2008 und 2009 ist jedoch nicht zu erwarten, da die meisten Umfrageindikatoren im positiven Bereich liegen“, relativiert Wirtschaftskammerdirektor Thomas Spann. Einzig: Die Ertragslage sei „maximal mittelprächtig“. Sie hinkt der Auftragslage deutlich hinterher. „Daher bitte keine neue Steuern!“ Hier knüpft Regionalstellenobmann Günther Stangl mit einem 5-Punkte-Forderungspaket an. Im Besonderen die Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung ist ein Anliegen. Auch für Unternehmer würden sich erst dann wieder finanzielle Spielräume auftun, wenn die öffentlichen Haushalte saniert seien, schlägt seine Stellvertreterin Petra Brandweiner-Schrott in dieselbe Kerbe.
Vor allem die Euro- und Staatsschuldenkrise haben die Umfrageergebnisse beeinflusst. Freilich: Eine gewisse Unsicherheit schlage sich stimmungsmäßig auch auf regionaler Ebene nieder. „Betriebliche Investitionen werden weniger. Land und Gemeinden halten sich mit Aufträgen zurück“, bedauert Thomas Heuberger, Leiter der Regionalstelle Südost. Gerade was B 68, S 7 und Hochwasserschutz betrifft, übt er sich in Zynismus: Investitionen würden nicht billiger werden, wenn man sie verschiebe. Die Region könne in der Zwischenzeit allerdings großen Schaden nehmen.

Arbeitsmarkt ist robust

In den Bezirken Feldbach, Fürstenfeld, Hartberg und Weiz sind die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate zwar zurückgegangen, der Saldo liegt allerdings mit plus 6,5 Prozent im positiven Bereich. Die interviewten Unternehmer erwarten sich weniger Aufträge und Erträge als noch im Juni des Vorjahres. Erfreulich hingegen: Der regionale Arbeitsmarkt dürfte von der nachlassenden Konjunktur nicht betroffen sein.
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