26.11.2016, 17:37 Uhr

Nachhaltige Weihnachtsgeschenke

Otto beim basteln
Wie jedes Jahr wieder, quäle ich mich mit den Gedanken, wie und womit ich meine Lieben beschenken könnte. Es gibt auch wieder Bekannte, die mir erzählen, dass ihnen die unsinnige Schenkerei wahnsinnig auf die Nerven geht.

Noch einmal für die Deutlichkeit: ich mag Weihnachten obwohl ich nicht mehr religiös bin! Ich liebte dieses Fest wie ich es erlebt habe, kindliche Freude und den in späteren Jahren, wegen seiner besinnlichen Momente.

Es erinnert mich an meine Kindheit. Es gab noch die richtigen kalten, schneereichen Tage. Wenn die Nasen rot vom langen Schulweg und der Kälte waren, wollte man gerne schnell in die warme Wohnküche eintreten, wo der Duft von frischen Bäckereien war. Teller mit Keksen gab´s da, die man noch nicht anrühren durfte. Gebrochene oder missglückte Kekse bekam man natürlich schon zum Naschen. Advent war immer eine emsige, geheimnisvolle Zeit. Abends wurde man früh ins Bett abgeschoben, weil man die Weihnachtwichtel nicht bei der Arbeit stören durfte. Ha, ha, schlafen konnten wir doch nicht so schnell. Am nächsten Morgen fanden wir da und dort einen Spritzer Lack, man bemerkte den Geruch von Terpentin und bemerkten Holzspäne, die weit ab vom Ofen lagen und deshalb nicht vom Heizen sein konnten. Wir fanden kleine Papierschnitzel vom selben Papier und Farbe, wie sie am Heiligen Abend als eingewickelte Bonbons am Christbaum hingen. Wir lauschten nach den Geräuschen, die zu den Arbeiten der Vorbereitung des Festes gehörten. Die Vorfreude war die größte Freude. Reich waren wir nicht, aber nachhaltig erzogen. Selbst heute bin ich noch nachhaltig, z.B. jemanden ein Flugzeug bauen, sie Foto.

Kein Wunder dass ich heute das Moderne, wie die Lichtfiguren, blinkenden Lichterketten oder das Neueste, die Laserstrahler nicht mag. Weil ich weiß, dass es nicht energiesparend ist. Echte Kerzen, die zum Gedenken an jemanden in die Fenster gestellt werden, gefallen mir besser. Gott sie es gedankt, dass wieder das Selbstgebackene in Mode kommt, ich habe lange Zeit den Geruch vermisst.
Heute stehe ich etwas abseits vom Geschehen, mehr als Zuseher. Ich mag es, wenn andere Menschen sich Freude bereiten. Häufig freuen sich Menschen über ein Geschenk, das von Herzen kommt mehr, wenn es mit Liebe erdacht und hergestellt wurde. Sie freuen sich darüber, dass jemand an sie denkt, an sie gedacht hat, dass ihnen für einen Moment Aufmerksamkeit zuteil wird, die sie in der Form vielleicht nicht gedacht hätten. Ich weiß, das gilt nicht nur für Weihnachten. Daher versuche ich auch, während des Jahres zu schenken: viel Zeit, etwas zum Naschen oder nur eine Zeitschrift.

Es gibt aber auch Menschen, die es nicht mögen mit Weihnachten beschenkt zu werden oder zu schenken. Sie verbinden damit nur Einkaufstress, den übermäßigen Konsum, für sie unnützes Brauchtum, sinnlose Geschenke und das ziellose Grübeln, was man dieses Mal schenken könnte. Dieses Grübeln mündet dann nicht selten in den Kauf irgendeines Dings, das vielleicht zeitgemäß passt, aber nicht vom Herzen kommt. Da mag ich lieber gar nichts schenken und auch nichts bekommen.

Für mich hat Weihnachten auch heute, nichts mit „viel Geld-ausgeben“ zu tun. Natürlich, manchmal lasse ich mir einen Wunsch eines lieben Menschen auch was kosten. Ich persönlich mag lieber „Homemade“: Selbst gemachtes. Hauptsache, dass es von Herzen kommt… bislang schien es bei den meisten gut anzukommen. Manche Wünsche sind leicht zu erfüllen und kosten gar nichts. Zum Beispiel Gutscheine für kleine persönliche Dienste
.
Man freut sich oft mehr über Aufmerksamkeit, Zuneigung oder Hilfe, wenn nötig.

Ich mag Weihnachten.
Otto wünscht Euch eine einfallsreiche, kreative Vorweihnachtszeit.
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Elfriede Endlweber aus Graz-Umgebung | 26.11.2016 | 17:51   Melden
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Friedrich Klementschitz aus Leibnitz | 26.11.2016 | 18:13   Melden
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Karin Polanz aus Bruck an der Mur | 26.11.2016 | 19:41   Melden
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Hedy Busch aus Horn | 28.11.2016 | 22:58   Melden
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