29.11.2017, 00:00 Uhr

Schnelllebigkeit als Herausforderung

"Unser Prinzip ist es, die Veränderungen zu leben", sagt Swen Armin May im Gespräch mit WOCHE-Redakteur Alois Lipp. (Foto: Prontolux)

Wir haben uns mit Swen May von mayway zum großen Unternehmer-Interview getroffen.

WOCHE: Wie kam es zur Gründung von mayway in Seiersberg?
Swen Armin May: Wir sind ein 1965 gegründeter Familienbetrieb, der von unseren Eltern als reiner Kältetechnikbetrieb gegründet wurde. Vor rund 30 Jahren haben wir mit Gastro-Technik begonnen und das ist dann sukzessive gewachsen. Irgendwann haben wir dann gesagt, wenn wir uns ein wenig von der Konkurrenz absetzen wollen, müssen wir etwas anderes machen. Das war dann eben dieses Fachmarkt-Konzept verbunden mit niedrigen Preisen, das wir über die Gastro-Technik gelegt haben. Das hat es bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegeben und gibt es auch heute in dieser Größenordnung in ganz Europa sonst nicht. Zu Beginn war das der größte Schock für unseren Mitbewerb.

Wie gestaltet sich der Mitbewerb in Ihrer Branche?
Es gibt überall regionale Platzhirsche, aber keinen vergleichbaren Österreich-Player. Wir haben in jeder Region Wettbewerber und die sind unterschiedlicher Art.

Wie sieht Ihr Produktportfolio aus?
Ich verwende da immer den überliegenden Begriff für Kochen, Kühlen, Spülen haben wir alle Gerätschaften, die der Kunde benötigt. Was noch viel wichtiger ist, bei uns findet der Kunde alles in verschiedenen Qualitäts- und Preisstufen. Der Kunde kann bei uns die Geräte nicht nur angreifen, sondern in der Show-Küche auch voll in Betrieb sehen. Der Trend geht immer stärker in Richtung Außer-Haus-Verpflegung. Wir statten neben Gastro-Unternehmen auch Schulen und Kindergärten sowie teilweise auch Private mit unseren Produkten aus.

Wo werden die angebotenen Gastro-Produkte hergestellt?
Wir sind natürlich als Händler am Markt, aber wir können durch unsere Größenordnung mit unseren Produzenten, die zu 85 Prozent aus Italien kommen, eigene Produkte entwickeln.

Mit welchen Herausforderungen gilt es derzeit umzugehen?
Die größte Herausforderung ist sicher die Schnelllebigkeit. Leider beobachten wir den sehr negativen Trend, dass die Kleingastronomie vor allem am Land in sehr große Probleme kommt. Aufgrund der Kontroll- und Regulierungsmechanismen, die wir in Österreich haben, gibt es in diesem Bereich einen Druck, der nicht bewältigbar ist. Die nächste Generation will das dann oft nicht mehr. Man muss aus allen Schwierigkeiten, die sich im Geschäftsleben ergeben, eine Quelle für neue Möglichkeiten machen. Das ist unser Prinzip. Wir haben schon so viele Veränderungen mitgemacht. Unsere Stärke ist es, die Veränderungen zu leben. Man kann aus allem etwas Positives machen.

Sie sind in Mitteleuropa sehr gut aufgestellt und haben Filialen in Österreich, Deutschland und Slowenien – wie weit soll die Internationalisierung noch gehen?
Wir haben nicht nur in Europa, sondern auch in Russland oder Saudi-Arabien Kunden. Den weitest entfernten Kunden hatten wir zuletzt in Japan. Unser Hauptmarkt ist natürlich in der EU und soll hier auch mittels Digitalisierung weiter wachsen.

Zur Person:

Swen Armin May (53) stammt aus dem Bezirk Voitsberg und führt die mayway Handel GmbH als Geschäftsführer. Die Karriere des Unternehmers begann mit einer Lehre zum Kälteanlagentechniker im Familienbetrieb. "Das war eine harte, aber lehrreiche Zeit", sagt er heute. Recht früh verschlug es den Weststeirer dann nach Deutschland. Vor rund 30 Jahren erfolgte der Einstieg ins Familienunternehmen. May ist verheiratet und hat einen Sohn. Als Ausgleich zum Job ist der 53-Jährige mit dem Mountainbike auf den Bergen in seiner weststeirischen Heimat unterwegs.

Zum Unternehmen:

Das Unternehmen mayway wurde im Jahr 1965 im weststeirischen Krottendorf gegründet. Bis die Söhne Jürgen und Swen May in den 1980er-Jahren ins Unternehmen eingestiegen sind, hat sich das Gründer-Ehepaar Monika und Herbert May auf Kälteanlagentechnik spezialisiert. Nach der Erweiterung der Gastrotechnik erfolgte im Jahr 1995 mit dem ersten Gastromarkt in Kalsdorf der große Durchbruch. Mittlerweile hat das Unternehmen sieben Filialen in drei verschiedenen Ländern und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Alleine in der Zentrale in Seiersberg arbeiten 30 Arbeitnehmer. Jahresumsatz: rund 30 Millionen Euro.
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