06.10.2017, 00:00 Uhr

"Sicherheitsdienst hat sich geändert"

Sicherheit auf höchstem Niveau: Das BFS-Team hat ein Schulungskonzept geschrieben und will eine Akademie gründen. (Foto: Geopho)

Grambach: Bravc Security Solutions hat sich in der Sicherheitsbranche einen Namen gemacht.

WOCHE: Wie kommt man auf die Idee, ein Security-Unternehmen zu gründen?
Wolfgang Bravc: Ich habe mir mein Studium damals mit Sicherheitsdienst finanziert. Mein damaliger Chef musste krankheitsbedingt aufhören und daraus habe ich ein Drei-Mann-Unternehmen gegründet.

Was macht ein Sicherheits-Unternehmen aus?
Bravc: Die Eintrittsbarriere ist nicht das Schwierigste. Wichtig sind Qualität und wirtschaftliches Know-how. Unser USP ist es nicht, dreimal ins Fitnessstudio und einmal ins Solarium zu gehen. Wir kämpfen mit ganz anderen Kriterien. Man weiß nie, was heutzutage auf uns zukommt. Das Anforderungsprofil eines Sicherheitsdienstes hat sich wesentlich geändert. Eine Sicherheitsfirma, wie wir sie haben, ist nur mit Qualität zu halten. Wir haben über eineinhalb Jahre ein Schulungskonzept geschrieben. Bei uns werden Mitarbeiter wöchentlich geschult. Danach kommt das Training on the Job. Unser Zukunftsplan ist es, eine Akademie zu gründen. Rechtliche Grundzüge muss man einfach wissen. Heutzutage gibt es ein Sicherheitskonzept zu jeder Veranstaltung.
David Herbst: Man kann unseren Beruf in Österreich nicht lernen. Diese klassische Türsteherei macht nur noch 10 bis 15 Prozent unseres Umsatzes aus. Der große Teil sind vielmehr Ordner- und Wachdienste. Großaufträge wie Aufsteirern abzuwickeln, zählt zum Beispiel dazu.

Sie bieten Komplettlösungen für kleine Zeltfeste, über Fußballspiele, Objektschutz, VIP-Service bis hin zu Großveranstaltungen wie dem Aufsteirern an. Wie wichtig ist Flexibilität dabei?
Bravc: Der Punkt ist die Erfahrung. Eine Basic-Schulung bekommt bei uns jeder Mitarbeiter. Dann gibt es eine ortsspezifische Schulung. Die klassischen Türsteher gibt es fast nicht mehr.
Bei Großveranstaltungen spielt leider auch immer mehr Terrorabwehr eine nicht unwesentliche Rolle. Werden Ihre Mitarbeiter darauf speziell vorbereitet?
Herbst: Die BFS hat ein super Verhältnis zur Polizei. Vor jedem Fußballspiel gibt es eine Sicherheitsbesprechung, wo alle Szenarien durchgegangen werden. Wir haben in ganz Europa eine latent mitschwingende Terrorgefahr. Die Behörden, mit denen wir tätig sind, sind darauf aber super vorbereitet. Für jede größere Veranstaltung gibt es dafür ein eigenes Konzept. Speziell bei einem Fußballspiel müssen wir mit jeder Art von Fan umgehen können.

Sie waren mit Sturm Graz beim Auswärtsspiel in Istanbul mit dabei. Gab es im Rahmen dieses Europacup-Spieles aufgrund der derzeitigen politischen Lage Herausforderungen mit den türkischen Sicherheitsorganen?
Bravc: Im Nachhinein gesehen hat alles so funktioniert, wie es uns von türkischer Seite versprochen wurde. Nur, wenn du das erste Mal in einem Land bist und du beim Autofahren merkst, dass es keine Menschenrechte gibt, ist die ganze Stimmung eine andere. Ich glaube, wir konnten allen Beteiligten ein gewisses Sicherheitsgefühl geben.

Wo geht es in Zukunft hin?
Herbst: Die Digitalisierung wurde in unserer Branche bis dato weitestgehend außen vor gelassen. Wir wollen noch heuer mit unserer unternehmensinternen Software starten.
Für hundertprozentige Transparenz für den Kunden und perfekte Kommunikation für unsere Mitarbeiter.
Malwina Palczynska: Wir werden den Bereich Promotion noch stärker ausbauen. Die Vorstellungen unserer Kunden in Sachen Promotion möchten wir mit Klasse, Witz und Charme in Zukunft bestmöglich erfüllen.
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