Wie viel Sex braucht eine Beziehung?

Nebeneinander schlafen:  Wie oft man Sex hat, sagt nichts über die Qualität der Beziehung
  • Nebeneinander schlafen: Wie oft man Sex hat, sagt nichts über die Qualität der Beziehung
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  • hochgeladen von Elisabeth Pötler

Vielleicht kennen Sie das: Sie sind mit Ihrem Partner schon mehrere Jahre zusammen und habe deutlich weniger Sex als früher. Damit stellt sich vielleicht die Frage: Wie viel Sex ist normal? Und: Wie viel Sex braucht eine gesunde Beziehung?
Viele Untersuchungen zeigen: Die Häufigkeit des Sex ist viel weniger wichtig für eine gelungene Partnerschaft als angenommen. Prinzipiell ist es so, dass Sexualität ein Grundtrieb von uns Menschen ist, wie Essen, Trinken und Schlafen – ebenso wie das Grundbedürfnis nach Nähe und Kooperation. Aber wer, was, mit wem, wie oder wie oft macht ist individuell und hängt von den einzelnen Menschen und Paaren ab. Es sagt nichts über die Qualität einer Beziehung aus.
Fest steht auch, dass die Häufigkeit des sexuellen Verlangens und die Dauer des Zusammenseins mit der Zeit abnimmt. Am Anfang einer Beziehung ist Sex drei bis fünf Mal pro Woche üblich, manchmal täglich. Das verringert sich spätestens ab dem fünften Jahr des Zusammenseins im Schnitt auf zwei bis vier Mal pro Monat, bei manchen auch auf ein Mal im Vierteljahr.

Die Häufigkeit zählt nicht

Klar ist auch: Sexualität ist etwas Gutes, Lustvolles und Entspannendes. Sex steigert unser Wohlbefinden. Interessanterweise ist es auch so, dass schlechter Sex immer noch besser ist als gar keiner. Regelmäßiger Sex ist auch gesund. Dabei wird, wie auch beim Kuscheln, das Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Laut Statistik wollen Männer übrigens häufiger Sex als Frauen. Frauen können dafür aber öfters.
Guter Sex entsteht wenn die Partner in Resonanz sind, also bereit sich ohne Vorbedingungen aufeinander einzulassen. Das trägt zu Momenten der Liebe und zum Gelingen einer Beziehung bei. Er ist bindend und beziehungsstärkend. Das ist das Geheimnis, warum der gleiche Sexualpartner bis ins hohe Alter attraktiv bleiben kann.
Aber noch einmal: Die Häufigkeit sagt nichts über die Beziehungsqualität aus. Doch wenn es gar keine Sexualität mehr gibt, ist das zweifelsohne ein Warnzeichen. Denn damit geht auch eine elementare Möglichkeit zur Resonanz verloren.

Tipps für Paare

1. Seien Sie im Alltag achtsam gegenüber dem anderen. Bemerken Sie seine schönen Seiten. Machen Sie Komplimente, auch wenn es manchmal schwer ist.
2. Reden Sie miteinander. Gute, respektvolle Kommunikation ist die Basis für Nähe, die gute Sexualität braucht.
3. Warten Sie bis es passt. Mit etwas Geduld ergeben sich meistens schöne Momente.
4. Experimentieren Sie, aber seien Sie respektvoll. Gute Sexualität zeichnet sich natürlich nicht dadurch aus, dass jeder mit jedem alles machen kann.
5. Nehmen Sie sich Zeit nur für Sie beide. Schaffen Sie sich Auszeiten, etwa ohne Ihre Kinder.
6. Machen Sie ein Rendezvous aus, Daten Sie sich wieder! Machen Sie sich für einander hübsch.
Fest steht aber auch: Strapse und Sixpack alleine machen noch lange keinen erfüllten Sex aus.
7. Machen Sie es sich romantisch. Erinnern Sie sich an frühere Zeiten. Ein paar Kerzen, ein kleines Essen, ein Spaziergang, … Überraschen Sie den anderen, vor allem mit der Zeit, die Sie bereit sind zu geben.
8. Lassen Sie sich auf Neues ein, bleiben Sie mitunter geheimnisvoll und vor allem selbstständig. Das steigert Ihre Attraktivität.
So können Sie in positiver Resonanz Ihre Sexualität neu entdecken und genießen.

DER EXPERTE
Dr. Philip Streit ist Psychologe, Psychotherapeut sowie Lebens- und Sozialberater.
Seit 20 Jahren leitet er das „Institut für Kind, Jugend und Familie“ in Graz, das größte Familientherapiezentrum
der Steiermark.
Kontakt zu seinem Institut: www.ikjf.at
Tel.: 0316/ 77 43 44
Jede Woche beantwortet er in der „WOCHE“ eine Frage rund um die Themen Erziehung und Beziehung.
Ihre Fragen und Anregungen können Sie an die Redaktion schicken:
elisabeth.poetler@woche.at

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