Neustart

Eine Zuagroaste in Mariazell: Die Grazerin Elisabeth Hansa leitet seit 1. März das Mariazeller Europeum. 2011 sollte es mit den Kongressen losgehen. HACKL
  • Eine Zuagroaste in Mariazell: Die Grazerin Elisabeth Hansa leitet seit 1. März das Mariazeller Europeum. 2011 sollte es mit den Kongressen losgehen. HACKL
  • hochgeladen von Christoph Hofer

Seit 1. März ist Elisabeth Hansa neue Geschäftsführerin im Mariazeller Kongresszentrum ?Europeum?. Mit einer großen Portion Optimismus versucht sie das Europeum auf Kurs zu bringen.

Im Jahr 2008 wurde das Kongresszentrum ?Europeum? in Mariazell eröffnet. Der 13,5 Millionen Euro teure Bau kam jedoch wirtschaftlich nie in Schwung. Im Herbst des Vorjahres griff das Land ein, schoss Geld zu, übernahm die anteilsmäßige Mehrheit und ließ die Position des Geschäftsführers neu ausschreiben.
Seit 1. März ist die Grazerin Elisabeth Hansa Geschäftsführerin im Europeum. Im WOCHE-Interview erzählt sie über ihre Bemühungen, das Europeum wirtschaftlich auf Kurs zu bringen.

Wenn man von Graz nach Mariazell übersiedelt, gibt es da einen Kulturschock?
Elisabeth Hansa: Das Mariazellerland ist ein kleines Paradies. Die Lebensqualität ist außergewöhnlich. Ich bin gerne hier, zwar nur Montag bis Freitag und wochenends bei Veranstaltungen. Aber in meinem Job ist es einfach notwendig an Ort und Stelle zu sein, ansonsten würde man kein Gefühl für den Ort finden. Ich fühle mich aber wunderbar aufgenommen hier.

Derzeit werden mit Europeum und Mariazell vielfach finanzielles Desaster und Misswirtschaft in Zusammenhang gebracht. Ist das auf Sand gelaufene Schiff ?Europeum? eigentlich wieder flott zu kriegen?

Hansa: Ich glaube an das Europeum und ich glaube an diesen Standort. Das Haus hat Poten-zial. Das Mariazellerland würde auch das perfekte Umfeld für so ein Kongresszentrum in dieser Dimension bieten, nur muss einiges an Infrastruktur noch aufgebaut werden. Mariazell könnte im Kongressbereich in einer Liga mit Seefeld, Zell am See und Mayrhofen spielen.

Ist ein Kongresszentrum in dieser Größe in Mariazell eigentlich wirtschaftlich überlebensfähig?
Hansa: Es darf nicht erwartet werden, dass wir von heute auf morgen schwarze Zahlen schreiben. Es gibt nur ganz wenige Kongresszentren europaweit, die wirklich Gewinne schreiben. Einen wirtschaftlichen Gewinn gibt es für das regionale Umfeld. Über Umwegrentabilität erhält das Kongresszentrum seine wirtschaftliche Berechtigung. Unter diesem Aspekt muss auch das Europeum bewertet werden. Mariazell braucht das Europeum, Mariazell braucht den mehrtägigen Gast und das Europeum garantiert sozusagen eine Mindestverweildauer von zwei Tagen und mehr.

Bedarf es einer Neuausrichtung des Europeums im Kongresstourismus?

Hansa: Es bedarf keiner Neuausrichtung, es bedarf zuerst einmal überhaupt einer Ausrichtung. Ich beginne mit meinem Team sozusagen bei Null. Es gibt kein Werbekonzept, es gibt keine Werbeauftritte, alles muss neu aufgebaut werden. Es ist, als hätten wir eben erst aufgesperrt. Bisherige Kongresse waren Zufallstreffer. Wir müssen uns auf dem Kongresssektor spezialisieren, uns einen Namen machen. Anbieten würde sich die Automobilindustrie, die spirituellen Themen und natürlich der klerikale Bereich rund um die Basilika.

Fehlt für einen gehobenen Kongresstourismus in Mariazell nicht das touristische Umfeld (Qualitätsbetten, Kulinarik auf Haubenniveau), beziehungsweise gibt es Bestrebungen das touristische Umfeld von der Notwendigkeit von Neuinvestitionen zu überzeugen?

Hansa:
Was uns von unseren oben genannten Mitbewerben im negativen Sinn unterscheidet, das ist das Fehlen von Qualitätsbetten. Ich leite nur das Kongresszentrum, jedoch kein Hotel. Ich kann auch keine Hotels aus dem Boden stampfen. Und ich bin mir bewusst, dass dieses Problem nicht von heute auf morgen gelöst werden wird. In und um Mariazell kommt aber vermehrt eine junge Generation an Gastronomen ans Ruder, die Ideen und Mut für Neuinvestitionen mitbringen. Es gibt positive Signale, ich hoffe nur, dass es schnell zu einer qualitätsvollen Belebung im Gastronomiebereich kommt. Mit den am Europeum beteiligten Gemeinden und dem Tourismusverband gibt es eine konstruktive und befruchtende Zusammenarbeit.

Sind Ausstellung und Wellness-Bereich ein lästiges Anhängsel für das Europeum?
Hansa:Beides, die Dauerausstellung und der Wellnessbereich, wurden konzeptionell nicht zu Ende gedacht. Ein Wellnessbereich, bei dem sich Kongressbesucher und Badegäste treffen, der sorgt für Verstörung auf beiden Gruppen. Unsere Wellness-Oase ist eine Bereicherung für jedes Hotel. Jedoch wie gesagt, wir sind kein Hotel. Für den Ausstellungsbereich fehlt ein langfristiges Konzept. Nächstes Jahr wird es wahrscheinlich eine neue Dauerausstellung geben, wobei auch hier klar sein muss, dass Ausstellungen jetzt nicht den wirtschaftlichen Gewinn bringen.

Ab wann wird ihre Handschrift beim Europeum zu spüren sein?

Hansa: Ich habe im März begonnen, den Sommer über werden wir schon benötigen, um das Haus und das Team zu strukturieren. Ab Herbst müssen wir mit der Bewerbung Vollgas geben. Mit Jänner 2011 sollte es mit den Kongressen losgehen.

Autor Markus Hackl

Autor:

Christoph Hofer aus Graz

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