„All inclusive“ im Angebot – Graz persönlich mit Heinz Tippl

Heinz Tippl mit den Special-Olympics-Athleten Joachim Lampel und Birgit Gebhardt (r.)
  • Heinz Tippl mit den Special-Olympics-Athleten Joachim Lampel und Birgit Gebhardt (r.)
  • Foto: Gepa/ Hans Oberlaender
  • hochgeladen von Verena Schaupp

Joachim und Birgit posieren freudig für das Foto mit Heinz Tippl. Der 65-jährige, pensionierte Sportlehrer schwingt die Arme um die beiden Athleten, die an den „Special Olympics Pre-Games“ teilnehmen, welche derzeit gerade in Graz, Schladming und der Ramsau über die Bühne gehen. Mit seinem Verein „BISI“ setzt sich Tippl seit Jahren für Inklusionssport in Schulen und Vereinen in der Steiermark ein.

Sportlehrer mit Visionen

Vor 30 Jahren lernte der geborene Frohnleitner den heutigen Vize-Präsidenten von Special Olympics Österreich, Marc Angelini, kennen. „Damals war er noch ein junger attraktiver Sportlehrer“, scherzt Tippl, bevor seine Stimme ernst wird: „Marc hat mir auf einer Fahrt nach Luxemburg von seiner Idee für Special Olympics Österreich erzählt. Es klang alles sehr visionär.“ Doch die Emotion und Begeisterung, die bei Angelini mitschwangen, beeindruckten Heinz Tippl. „Die Einbeziehung von schwächeren Schülern war mir als Lehrer immer wichtig und Special Olympics hat mir eine Form aufgezeigt, wie sich auch beeinträchtigte Kinder im Wettkampf messen können.“ So hat er Inklusionssportprojekte und Schulstunden ins Leben gerufen, in denen alle, egal, ob mit geistigen oder körperlichen Defiziten, gemeinsam trainieren und dann in Leistungsgruppen gegeneinander antreten. „Jeder von uns will sich vergleichen können, das liegt in der Natur des Menschen.“ Seit 2005 fanden so bereits über 100 Inklusionssportveranstaltungen in der Steiermark statt, dieses Jahr sind wieder vier bis fünf geplant. „Inklusionssport ist für mich ein gutes Additivum zusätzlich zum Leistungssport“, so Tippl.

Mehr Weitblick

Eine Plattform für behinderte Menschen zu schaffen, in der jede Leistung wertgeschätzt wird, ist dem Sportliebhaber wichtig. „Für behinderte Athleten ist es eine Leistung, das erreicht zu haben, was sie sich vorgenommen haben, wo ein anderer sagen würde ‚Was ist das schon?‘. Meine Sichtweise hat sich insofern verändert, dass ich jetzt mehr sehe.“

Spezial und emotional

So bringt Tippls Tätigkeit viele schöne Erlebnisse mit sich. „Es geht oft sehr emotional zu“, meint der Pensionist und erinnert sich an die Special Olympics 1993 in Schladming zurück, die er mit einer Schulklasse besucht hat. „Wir haben eine Sportlerin angefeuert, die etwas unsicher war. Danach ist sie uns zum Dank allen einzeln um den Hals gefallen. Bei der Siegerehrung hat sie auf uns gezeigt und ‚Die da woarn’s‘ geschrien“, lacht er. Diese positive Einstellung kann man von einer Gruppierung lernen, um die sich unsere Gesellschaft viel stärker kümmern müsste, meint Tippl. „Wir sind so monetär dominiert, aber ich habe gesehen, mit welchen Mitteln man eigentlich Zufriedenheit und Glück erreichen kann.“

WOCHE-Wordrap

Eine Entscheidung, die mir wirklich Mut abverlangt hat ...
... war der ‚Abfaller rückwärts‘ vom Drei-Meter-Brett.
Mein sportliches Vorbild ...
... habe ich letztes Jahr beim Tourengehen getroffen: Einen 85-jährigen Wanderer, der eine halbe Stunde vor mir am Gipfel war.
Wenn ich 85 Jahre alt bin ...
... dann möchte ich auch noch so wie dieser Mann auf den Berg raufgehen können.
Mein letzter Glücksmoment ...
... war der Übergang zur Pension, weil ich jetzt selbstbestimmter arbeiten kann und bei den Special Olympics mitwirken darf.
Von meinen Eltern habe ich gelernt ...
... Beharrlichkeit, Ausdauer und Disziplin.

Steckbrief:

Name: Heinz Tippl
Geboren am 21. Februar 1949 in Frohnleiten.
Lehrte an der Sporthauptschule in Deutschfeistritz und später an der Pädagogischen Hochschule in Graz.
Zu seinen Hobbys zählen Golfen und Tourengehen.
Ist Vorstandsmitglied im Verein „BISI: Bildungsinitiative für Sport und Inklusion“.
Koordiniert
Schulprogramme von Special Olympics Österreich.

Wir liefern Ihnen online tägliche News-Updates zu den Special Olympics Pre-Games.

Autor:

Verena Schaupp aus Graz

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