Bella Italia mitten in Graz – "Graz persönlich" mit Stefania Rotili vom "Capperi"

Süditalienerin mit Faible für Schweinsbraten: Stefania Rotili, "Capperi!"-Chefin, liebt auch die österreichische Küche und isst gerne Schweinsbraten.
  • Süditalienerin mit Faible für Schweinsbraten: Stefania Rotili, "Capperi!"-Chefin, liebt auch die österreichische Küche und isst gerne Schweinsbraten.
  • Foto: Jorj Konstantinov
  • hochgeladen von Verena Schaupp

Frische Gewürze, schwarze Oliven und ein Korb voller Orangen – schon der erste Blick ins "Capperi! il locale" macht das Restaurant schmackhaft. "Ich würde es aber nicht als Restaurant bezeichnen, sondern sehe es wie ein Wohnzimmer, in denen ich den Gästen das Feinste der italienischen Küche auf den Teller bringen möchte und die Menschen miteinander tratschen und Spaß haben", sagt Stefania Rotili.

Urlaubs-Feeling

Die quirlige Neapolitanerin mit dunklem Haar und charmanter Kochschürze führt ihr "Wohnzimmer" seit nunmehr drei Jahren am Standort in der Mariahilferstraße. Auf der Speisekarte stehen nicht nur Bruschetta, Prosciutto oder Minestrone, sondern auch Gastfreundschaft pur.
Das Gespräch wird immer wieder kurz unterbrochen "Ciao Stefania!" – "Ciao, Franzi! Ciao, Claudia!" Hier kennt man die Gäste noch beim Namen. Die Lebensfreude ist Rotili ins Gesicht geschrieben. Dabei musste die dreifache Mutter auch schwere Zeiten überstehen.

Italienische Nostalgie

"Mir ging es vor ein paar Jahren nicht sehr gut, das Einzige, was mir in dieser Zeit geholfen hat, war das Kochen. Ich habe an die Gerichte meiner Großmutter und Mama gedacht und konnte die Geschmäcker ganz genau aus der Erinnerung nachkochen."
Aus dieser Nostalgie heraus entstand "Capperi! il locale". "Capperi war wie Selbsttherapie. Ich habe gesehen, dass ich meine Wurzeln brauche und habe sie in Capperi gerettet." Genuss, Beisammensein und miteinander reden – Essen ist für Rotili neben all diesen Punkten einfach ein netter Beigeschmack. Sie möchte ihren Gästen vor allem sizilianische Lebensfreude und Herzlichkeit näherbringen.

Liebe auf den ersten Blick

Im Jahr 1983 hat es Rotili nach Graz verschlagen. Sie studierte damals in Neapel Deutsch und wollte die Sprache nicht nur aus dem Buch lernen. "Ich bin an einem Samstag im Sommer angekommen und mit dem Taxi durch die Stadt gefahren. Die Stadt war menschenleer", sagt sie.
"Damals sind die Leute am Wochenende noch stärker aufs Land gefahren." Nach und nach hat sich Graz jedoch mit Menschen gefüllt und Stefania Rotili immer stärker in ihren Bann gezogen. "Ich liebe Graz. Ich bin zwar Sizilianerin, aber von der Mentalität her passe ich besser nach Österreich. Genaue Termine und Zeitpunkte gibt es in Italien nicht. Ich war immer schon ein bisschen anders als meine Familie. Du bist in einer italienischen Familie super aufgenommen, aber zuerst bist du Tochter, dann Mutter und kommst nie drauf, wer du eigentlich bist." Daher brach Rotili als junge Studentin auf und verließ Italien, das sie heute immer noch gerne bereist. Im 1.125 Kilometer entfernten Graz hat sie ihr zweites Zuhause gefunden, sich selbst und ihren heutigen Partner Anton.
"Er ist Österreicher, aber in seinem früheren Leben war er Neapolitaner, während ich eher Deutsche oder Österreicherin war", scherzt Rotili mit leichtem Akzent, der ihre süditalienische Herkunft erahnen lässt.

Dolce Vita in Graz

Dann spricht die Italo-Grazerin weiter über die positive Entwicklung im Mariahilferviertel, die kreative Szene der Stadt, die tollen Gastgärten, die Grazer Kultur, die schönen Parks ...
Zu dem Stimmen-Wirrwarr und Gelächter der Gäste ertönt im Hintergrund Bella Musica, die an den letzten Italienurlaub erinnert. Das Publikum ist kunterbunt, die Atmosphäre familiär. "Bei uns ist man immer willkommen", sagt Rotili und verschwindet in ihre Küche, um das heutige Tagesgericht fertig zu zaubern: Lammragout mit Penne.

Steckbrief

Geboren am 31.08.1960 in Benevento, Italien.
Hat Deutsch in Neapel studiert.
Seit 1983 lebt sie in Graz.
Hat drei Kinder, war verheiratet.
"Capperi" sind die Kapern.
"Capperi!" ist in Italien ein Ausruf von Staunen.
Führt das "Capperi! il locale" in der Mariahilferstraße 12 in Graz mit Partner Anton.

WOCHE Wordrap

Ich esse am liebsten ... Schweinsbraten.
Italien ist für mich ... Poesie.
An Graz mag ich ... dass ich mir einfach jeden Tag auf meinem Weg zur Arbeit denke, wie schön es doch ist, dass ich in dieser Stadt lebe.

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