Ein Leben für die Bühne: "Gefragte Frauen" mit Lisa Schützenberger

Fotoshooting bei ihrer ehemaligen Ausbildungsstätte, der Kunstuni Graz: Im Herbst geht Lisa Schützenberger in ihre vierte Spielzeit am Staatstheater Cottbus.
  • Fotoshooting bei ihrer ehemaligen Ausbildungsstätte, der Kunstuni Graz: Im Herbst geht Lisa Schützenberger in ihre vierte Spielzeit am Staatstheater Cottbus.
  • Foto: Jorj Konstantinov
  • hochgeladen von Christoph Hofer

Lisa Schützenbergers Stern am Schauspielhimmel ging auf: Die Grazerin begeistert am Staatstheater Cottbus.

Sie ist bereits in die Rollen der "Medea" oder "Gräfin Orsina" geschlüpft, hat Zeit ihres Lebens getanzt und gesungen und im Vorjahr mit erst 26 Jahren den Max-Grünebaum-Preis für ihre herausragenden Leistungen am Staatstheater Cottbus erhalten: Lisa Schützenberger ist gerade dabei, sich in der Theaterwelt einen Namen zu machen. Bei ihrem Heimatbesuch hat die gebürtige Grazerin sich Zeit für ein Interview mit der WOCHE genommen.

WOCHE: Wie ist der Wunsch entstanden, die Theaterbühne zu erobern?
Lisa Schützenberger: Ich habe seit meinem siebenten Lebensjahr sehr viel getanzt und immer schon gerne Leute bespaßt. Mein Bruder hat mich dann eines Tages ins Theater mitgenommen und da wurde mir klar: Ich will nicht im Auditorium sitzen, sondern selbst auf der Bühne stehen.

Wie hat es Sie dann nach Deutschland verschlagen?
Neben meinem Schauspielstudium an der Kunstuniversität Graz habe ich als Erasmus-Studentin an der Universität der Künste in Berlin Erfahrungen gesammelt. Da ist Deutschland dann stärker ins Blickfeld gerückt. 2016 habe ich das Studium in Graz mit dem Diplom abgeschlossen, danach gingt es zum Vorsprechen. Da hat mich dann das Staatstheater Cottbus eingeladen. Der Rest ist Geschichte – und im Herbst geht es für mich in die vierte Saison.

Sie haben bisher in unterschiedlichsten Rollen geglänzt. Wie sehr finden Sie sich selbst in anderen Figuren wieder?

In gewisser Weise entdeckt man bei jeder Rolle Eigenschaften, die einem bekannt vorkommen. Ich bereite mich immer intensiv vor, will mich richtig hineinversetzen. Das war für meine Freunde am Anfang gewöhnungsbedürftig, weil sie nicht wussten, ob da jetzt die Lisa oder doch vielleicht "Medea" mit ihnen spricht. Auf der Bühne hat man oft mit Grenzüberschreitungen zu tun: Du machst Dinge, die du sonst nicht machen würdest.

Wie sehr kommt Ihnen Ihr Facettenreichtum zugute?
Ich tanze, singe und spiele einfach gerne. Dass ich alles beim Theater vereinen kann, ist umso besser. Darüber hinaus setze mich auch gerne mit Texten auseinander.

Ist Lampenfieber ein Thema?

Als ich in meinem zweiten Jahr die "Medea" gespielt habe, war das für mich so, als wenn ich vom Zehn-Meter-Brett springen muss. Ich habe mir dann aber gedacht: Wenn du jetzt scheiterst, dann wenigstens erhobenen Hauptes. Als Schauspieler brauchst du den gewissen Kick, so richtig nervös bin ich heute aber nicht mehr. In der neuen Spielzeit werde ich wieder in verschiedenen Rollen zu sehen sein, noch habe ich mir die Texte immer gemerkt (lacht).

Sie sind noch sehr jung: Gab es anfangs Probleme, dass man Ihnen gewisse Rollen nicht zugetraut hat?
In Cottbus waren und sind alle Leute sehr nett, ich brauche dieses harmonische Umfeld auch, um mich entfalten zu können. Den Ellbogen musste ich noch nicht ausfahren. Ein paar Witze hat es vielleicht nur gegeben, weil ich die einzige Österreicherin bin.

Im Vorjahr haben Sie den renommierten Max-Grünebaum-Preis erhalten. Was bedeuten Ihnen derartige Auszeichnungen?
Die Freude war natürlich groß. Als dann eine Laudatio auf mich gehalten wurde, habe ich das anfangs gar nicht wirklich realisiert. Einziges Manko: Meine Eltern waren nicht dabei. Daher muss ich wohl noch einen Preis gewinnen.

Österreich und Deutschland verbindet ja die gemeinsame Sprache. Hat man Sie in Cottbus gleich verstanden?
Als Schauspielerin hast du ohnehin einen speziellen Sprachunterricht, jetzt spreche ich beruflich also "Bühnenhochdeutsch". Wenn ich dann aber wieder einmal in Graz bin, vermischen sich die Dialekte.

Wie geht Ihre Bühnenreise weiter?
Schauspieler sind ein Nomadenvolk, ich entscheide dann einfach intuitiv, wo es mich hinzieht.

Steckbrief

Geboren am 2.3.1992
Absolvierte ein Schauspielstudium an der Kunstuni Graz.
Arbeitet am Staatstheater Cottbus, dort lebt sie in einer 6er-WG.

WOCHE-Wordrap

Ein Leben ohne Bühne ... wäre mit Sicherheit fad.
Eine Traumrolle wäre ... Lady Macbeth.
Graz ist für mich ... mein Zuhause.

Autor:

Christoph Hofer aus Graz

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