Er hat den Dreh raus: Graz persönlich mit Gernot Lercher

Unterwegs in der Heimat: ORF-Regisseur Gernot Lercher (r.) und Kameramann Gero Lasnig drehten für die neue Universum-History-Doku an der steirisch-slowenischen Grenze.
  • Unterwegs in der Heimat: ORF-Regisseur Gernot Lercher (r.) und Kameramann Gero Lasnig drehten für die neue Universum-History-Doku an der steirisch-slowenischen Grenze.
  • Foto: ORF/Marija Kanizaj
  • hochgeladen von Christoph Hofer

Feuerwehrmann, Pilot, Raumfahrer: Nur drei von vielen Berufen, die Kinder in diverse Stammbücher schreiben, wenn es um Fragen nach der Zukunft geht. Für Gernot Lercher stand hingegen bereits im Alter von zwölf Jahren fest, dass es später einmal ins Fernsehen gehen sollte. "Ich wollte Dokumentationen drehen. Es ist einfach schön, dass ich meinen Kindheitstraum leben kann", sagt der gebürtige Grazer beim Gespräch auf der Dachterrasse des ORF-Landesstudios Steiermark.

Vom Dachstein bis nach Afrika

Mittlerweile hat sich der 51-Jährige mit seinen Dokumentarfilmen auch international einen Namen gemacht, seine Produktionen wurden von über 20 Millionen Menschen gesehen. "Als ich Mitte der 90er-Jahre eine Doku über Hubert Neuper gedreht habe, der in New York anlässlich der WM am Kulm eine Schanze aufstellen ließ,
und Wolfgang Fasching bei seinem ersten Race Across America begleitet habe, war das alles noch nicht absehbar."
Die Fülle an Produktionen, die seitdem dazugekommen sind, offenbaren eine riesige Bandbreite: Von „Europas letzten Nomaden“ über „Gerechtigkeit für Guatemala“ bis hin zum Portrait des Dachsteins erstreckt sich Lerchers dokumentarisches Schaffen.

Einblicke in andere Welten

"Die Faszination liegt im ständigen Themenwechsel. Die Arbeit an den diversen Dokus erweitert den eigenen Horizont. Außerdem bist du zum Dreh an Orten, an die nicht jeder hinkommt", sagt der passionierte Skifahrer, den viele seiner Reisen auch dorthin führen, wo Armut herrscht. "Ich war gerade erst im größten Slum Afrikas in Nairobi. Da bekommst du dann einen viel differenzierteren Blick auf unsere Gesellschaft."
So war es dem Familienvater, der im ORF-Landesstudio sämtliche journalistischen Tätigkeiten von der Pieke auf gelernt hat, auch besonders wichtig, Filme über die Hilfsprojekte der Dreikönigs-Aktion zu machen. "Da ist über 15 Jahre viel Herzblut hineingeflossen."

Neue Doku im TV

Eine lange, intensive Vorlaufzeit nahm auch seine jüngste Dokumentation in Anspruch, die am 17. Oktober TV-Premiere (21.05 Uhr/ORF 2) feiert. In "Steiermark – Verbunden über alle Grenzen" widmet sich Lercher wieder einmal seiner unmittelbaren Heimat.
"Wir beleuchten im Rahmen der ,Universum-History‘-Reihe ,Unser Österreich‘ die außergewöhnliche Geschichte der Familie Tertinjek, die über fast ein Jahrhundert die dramatischen Veränderungen im Grenzland zwischen der Südsteiermark und der ehemaligen Untersteiermark erlebte." Die Familie hat er beim Dreh zu seiner erfolgreichen Doku „Österreich- Land der Grünen Grenzen“ kennengelernt. Bis heute ist es das meistgesehene Universum seit 2007. "Dass ich nun an diese Geschichte anknüpfen konnte, freut mich ganz besonders."

Graz als Basislager

Wie jede Produktion, die vor der Haustür entsteht, ist auch die aktuelle etwas ganz Besonderes. "Es ist ein Unterschied, ob du Tausende Kilometer entfernt drehst oder daheim. Da ist meist auch die Erwartungshaltung der Bevölkerung eine andere." Bis zur Fertigstellung waren zahlreiche Gespräche vor Ort notwendig. Wichtig ist dem ORF-Urgestein daber immer eine entsprechend lange Vorbereitungszeit. "Jeder Film startet mit einem weißen Blatt Papier. Dann versuche ich, meine Ideen möglichst geordnet aufzuschreiben. Im Normalfall habe ich den fertigen Film vor Drehstart bereits vor meinem geistigen Auge gesehen."
Auch in seiner Heimatstadt Graz hat Lercher, der, sofern es die Zeit erlaubt, gerne Tennis spielt, filmerische Spuren hinterlassen. "Anlässlich des 60. Jahrestages der Menschenrechtserklärung konnte ich den TV-Zusehern Graz als Stadt der Menschenrechte zeigen." Trotz der Dreharbeiten in sämtlichen Teilen der Welt kommt er immer wieder gerne in die Murmetropole zurück. "Graz ist einfach mein Basislager für sämtliche Unternehmungen."

Steckbrief

Geboren am 14.2.1966 in Graz.
Nach dem Schulabschluss am BG Stift Rein ging Lercher direkt zum ORF-Landesstudio Steiermark.
Dort war er als Redakteur und dann als Dokumentarfilmer tätig.
Filmauswahl: Gerechtigkeit für Guatemala, Österreichs grüne Grenzen, Europas letzte Nomaden
Aktuelle Universum-Produktion: 17. Oktober, 21.05 Uhr/ORF 2

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Meinen Kaffee ... trinke ich sehr gerne im Tribeka. So beginnt ein guter Tag.
Privat reise ich ... jedes Jahr woanders hin, um mehr von der Welt zu sehen.
Beeindruckt war ich ... von Neuseeland und Skandinavien.

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