Porträt einer Keramikkünstlerin
Eva Mayer – Berühren und berührt werden

Eva Mayer mit einigen ihrer Arbeiten
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  • Eva Mayer mit einigen ihrer Arbeiten
  • Foto: Keramikforum Steiermark
  • hochgeladen von Ulrike Walner

Lebendig ist Keramik dann, wenn sie durch ihre Aura Menschen berührt.
Werkstücke zu erschaffen, die das erreichen, liegt Eva Mayer am Herzen.
Es beginnt bereits beim Töpfern an der Scheibe, das die Keramikerin liebt, weil man sich selbst dabei zentriert. Die Verwandlung des weichen, plastischen Ausgangsmaterials mit der wunderbaren Eigenschaft, den zu erden, der damit arbeitet, in das fertige keramische Werkstück fasziniert Eva Mayer.
In der haptischen Wahrnehmung begegnet man Keramik auf eine sehr intensive Art, die eine Verbindung schafft zur Erde und zur eigenen Lebendigkeit.

Schon früh – im Alter von 14 Jahren – begann Eva Mayer ihre Ausbildung an der Ortweinschule in Graz. Nach der fünfjährigen Schulzeit machte sie sich bald selbständig. Vieles lernte sie auch danach noch selbst, oftmals durch Experimentieren, als sie ihre eigenen Raku-Öfen baute. Damals hatte sie ihre Werkstatt in einem alten Wehrturm im Stift Vorau.

Raku ist eine Brenntechnik, die aus Japan ihren Weg nach Europa gefunden hat. Dabei wird die (vorgebrannte) Keramik in den vorgeheizten Ofen eingesetzt und noch glühend herausgenommen, um weiteren Arbeitsschritten unterzogen zu werden. Bei dieser Art Keramik zu brennen, ist der Werkstoff starken Temperaturwechseln ausgesetzt, sodass man spezielle Tonmischungen verwenden muss, die z.B. zusätzlich Schamotte oder Sand enthalten.
Man benötigt auch spezielle Glasuren, deren Oberfläche beim Abkühlen Risse bildet – so entsteht das für Raku typische Krakelee .
Heute macht sie mit der Raku-Technik kleine Platten, aus denen Bilder und Untersetzer entstehen.

In den letzten Jahren hat sich Eva Mayer auf Steinzeug und Porzellan spezialisiert. Das Scheibentöpfern tritt immer mehr in den Vordergrund. „Dabei erdet man sich, man zentriert sich“, beschreibt Eva Mayer dieses Arbeiten. „Ich komme in eine Art Flow und bin nur mehr mit dem verbunden, was ich tue."
So entstehen Teller und Becher, die lebensmittelecht und sogar für den Geschirrspüler geeignet sind und dazu einladen, im täglichen Leben verwendet zu werden und es durch ihre Schönheit und Aura zu bereichern. Unikate wie Vasen und Schalen ergänzen die Palette der angefertigten Gegenstände.
Sie haben eine sehr ruhige Oberfläche, die durch Seladon-Glasuren entstehen, die in früher Zeit in China entwickelt wurden und dann im Mittelalter nach Europa kamen. Benannt wurden sie nach einem Schäfer, der in dem Roman „L’Astrée“ von Honoré d’Urfé ein mattgrünes Gewand trägt und eine Weile die Mode seiner Zeit prägte.
In einer reduzierenden Ofenatmosphäre entstehen beim Brennen ausdrucksstarke, lebendige Glasuren und natürliche Oberflächen.
Diese Seladon-Glasuren mit einem sehr niedrigen Eisenoxidgehalt (0,5 – 1,5%) können sowohl auf Steinzeug als auch auf Porzellan aufgebracht werden. Die grau-blau-grünen Glasuren verleihen der Keramik Tiefe und Ausstrahlung.

Heute liegt ihre Werkstatt am Fuß des Ringkogels, wo es auch einen alten, zugewachsenen Steinbruch gibt. Dort holt Eva Mayer Gneis, mahlt ihn und mischt ihn in ihre Glasuren. Manchmal wird Basalt in den Ton gemischt.
Die Künstlerin lebt in ihrer Arbeit ihre Liebe zur Erde und dem Material, aus dem sie ihre Keramiken erschafft.
„Mir geht es um das Natürliche und Lebendige“, betont sie.
Immer im Mai öffnet sie ihre Werkstätte mit einer Ausstellung für Besucher. Einmal lautete das Motto „Berühren und berührt werden“. Schöner kann man nicht ausdrücken, was man beim Betrachten von Eva Mayers Arbeiten empfindet.
Den Schauraum ihrer Werkstätte kann man nach telefonischer Voranmeldung aber das ganze Jahr über besuchen.
Sie plant auch, ihre Werkstücke am Töpfermarkt in Graz zu präsentieren.

Homepage von Eva Mayer: www.eva-mayer.at

Autor:

Ulrike Walner aus Graz

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