Mit Charme und Schere: "Gefragte Frauen" mit Elisa Zöchner

Aus der Leidenschaft wurde ein Beruf: Elisa Zöchner ist nicht nur steirische Lehrlingsbotschafterin im September, sondern auch Friseurin mit Leib und Seele.
  • Aus der Leidenschaft wurde ein Beruf: Elisa Zöchner ist nicht nur steirische Lehrlingsbotschafterin im September, sondern auch Friseurin mit Leib und Seele.
  • Foto: Jörgler
  • hochgeladen von Christoph Hofer

Elisa Zöchner fungiert im September als
Lehrlingsbotschafterin und spricht über den Traumjob Friseur.

Wer heute Lehrlinge besser erreichen und auf Jobs aufmerksam machen will, muss mit der Zeit gehen. Das hat sich nicht zuletzt auch die Bundesinnung für Friseure gedacht und sogenannte Lehrlingsbotschafter ins Leben gerufen. Pro Bundesland berichtet seit April ein Jugendlicher auf Kanälen wie Facebook oder Youtube über den Lehrlingsalltag. Im September hat die gebürtige Grazerin Elisa Zöchner als Vertreterin der Steiermark diese besondere Aufgabe übernommen. Mit der WOCHE spricht sie über falsche Vorurteile, die Wertigkeit der Lehre und die Liebe fürs Detail.

WOCHE: Sie vertreten die Steiermark als Lehrlingsbotschafterin. Wie kam es dazu?
Elisa Zöchner: Ich bin aktuell im zweiten Lehrjahr bei Intercoiffeur Mayer in Graz und wurde von meinem Chef gefragt, ob ich nicht Lust hätte, das zu machen. In erster Linie ist es eine große Ehre für mich, mein Heimatbundesland zu repräsentieren.

In welcher Form erledigen Sie diese Aufgabe?
Ich poste beispielsweise Fotos und Videos auf Facebook, um zu zeigen, dass die Friseurlehre mehr zu bieten hat als Haareschneiden. In den letzten Jahren hat sich da viel getan: Ich will also mithelfen, ein authentisches Bild aus dem Alltag eines Friseurlehrlings zu vermitteln.

Sehen Sie sich als eine Art Vorbild für Ihre Berufsgruppe?
Natürlich versuchen meine Bundesländer-Kollegen und ich, als Vorbild für die Friseurlehrlinge der Zukunft zu dienen. Ich nehme mir für jedes Posting auch wirklich viel Zeit und mache mir Gedanken. Es geht ja auch darum, Vorurteile abzubauen. Wer heute glaubt, dass man für so einen Beruf kein Chemie- oder Mathematikwissen braucht, der hat sich einfach geirrt.

Wurden Sie persönlich auch mit Vorurteilen konfrontiert?
Im Großen und Ganzen habe ich das Gefühl, dass die Wertigkeit der Lehre wieder im Steigen begriffen ist. Ich habe mir früher gar nicht so viele Gedanken darüber gemacht, welche Meinung die Menschen über den Friseurberuf haben. Manchmal hört man Sätze wie "Die haben eh alle nur gefärbte Haare", da stehe ich drüber.

Wann und warum haben Sie sich eigentlich entschieden, die Lehre zur Friseurin zu machen?
Während heute die Lehre mit Matura immer beliebter wird, habe ich sozusagen den Spieß umgedreht. Ich habe zuerst am Wiku BRG in Graz maturiert und mich im Gegensatz zu den meisten Schulkollegen für die Lehre und gegen ein Studium entschieden. Die Verwunderung war bei einigen Mitschülern zwar groß, die Lehrer waren aber begeistert. Auch meine Eltern sind immer hinter mir gestanden. Ich kann jetzt meine geheime Leidenschaft leben, nachdem ich schon früher meinen Freundinnen die Haare geschnitten habe.

Was macht aus Ihrer Sicht den Beruf des Friseurs aus?
Es ist ein so facettenreicher und abwechslungsreicher Job. Das Image hat sich massiv gewandelt, heute sind viele Friseure hervorragende Stylisten, da muss man sich nur die großen Modenschauen ins Gedächtnis rufen. Dazu kommt man mit so vielen verschiedenen Leuten ins Gespräch. Ich könnte mir aktuell nichts Besseres vorstellen, blühe im Beruf so richtig auf. Bei Intercoiffeur Mayer habe ich dazu noch einen super Mentor, von dem ich viel lernen kann.

Aktuell sind Sie im zweiten Lehrjahr. Wo geht die Reise in naher Zukunft hin?
Das oberste Ziel ist natürlich einmal, die Lehre inklusive Abschlussprüfung fertig zu machen. Es gibt in der Zwischenzeit aber noch so viel zu lernen. Nach drei Jahren sollte ich ja in der Lage sein, selbstständig zu arbeiten. Nachdem wir auch jedes Jahr beim Lehrlingswettbewerb mitmachen, gilt es, anständig zu trainieren. Es wird mir also sicher nicht langweilig werden (lacht).

Steckbrief

Geboren im Jahr 2000.
Maturierte am Wiku Graz.
Danach begann sie bei Intercoiffeur Mayer eine Lehre zur Friseurin.
In ihrer Freizeit fotografiert sie gern. Auch Zeichnen, Backen und Lesen zählen zu ihren Hobbys.

WOCHE-Wissen

Ich bin Friseurin, ... weil ich jeden Tag sehe, was man bei Menschen verändern kann.
Graz ist für mich ... meine Heimat.
Mein Lieblingsplatz ... ist die Sporgasse.


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