Mit den Waffen der Frau: Graz persönlich mit Gabriele Köhlmeier

Das Landeszeughaus in Graz ist ihre aktuelle Bühne: Gabriele Köhlmeier gibt noch zwei Mal das Stück "Stabat Mater Furiosa" zum Besten.
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  • Foto: Jorj Konstantinov
  • hochgeladen von Christoph Hofer

"Wo soll ich mich hinstellen, hier gibt’s ja so viele tolle Fotomotive." Kein Wunder, dass die Auswahl groß ist, wenn man sich mit der Schauspielerin und Kabarettistin Gabriele Köhlmeier im Landeszeughaus Graz trifft. Der Ort wurde nicht zufällig gewählt, steht die seit Kurzem 62-Jährige doch ausgerechnet in der historischen Waffenkammer (11. und 18. Mai, jeweils 20 Uhr) auf der Bühne.

Gegen Gewalt und Waffen

Der Hintergrund könnte nicht kontrastreicher sein: "Das Stück ,Stabat Mater Furiosa‘ aus der Feder von Jean-Pierre Siméon ist ein szenischer Monolog gegen Hass, Gewalt und Krieg. Gerade deshalb wollte ich unbedingt im Zeughaus auftreten, um in dieser Umgebung ein Statement gegen das Verwenden von Waffen zu setzen", sagt die gebürtige Kärntnerin, die an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz Schauspiel studiert hat.
Schon in der Mittelschule entstand die Begeisterung für die Arbeit auf der Bühne, "außerdem war ich ein wenig vorbelastet. Meine Oma war Opernsängerin, beide Eltern verdienten ihr Geld als Schauspieler."

Lust auf Freiheit

Und dennoch sollte ausgerechnet die junge Gabriele nicht in die familiären Fußstapfen treten. "Meine Eltern waren der Meinung, ich solle ,etwas G’scheites‘ lernen. Im Endeffekt ist es nie mehr dazu gekommen." So verschlug es die Naturliebhaberin früh auf die Bühne: Mitte der 70er-Jahre war sie eine der Mitbegründerinnen des Ensembles "theaterarbeiterkollektiv", dem sie knapp zehn Jahren die Treue gehalten hat. "Im normalen Theater habe ich mich nie so wohlgefühlt, so war ich eigentlich während meiner gesamten Karriere als freie Schauspielerin unterwegs." Gerade am Anfang sei die Zeit spannend und schwierig zugleich gewesen. "Wir haben praktisch von nichts gelebt."

Vom Theater zum ORF

Nach und nach haben sich, auch durch frühere Hochschul-Kontakte, immer mehr Aufträge ergeben. So wirkte Köhlmeier neben Engagements am Schauspielhaus Graz und am Salzburger Landestheater auch als Darstellerin in diversen österreichischen Spiel- und Fernsehfilmen mit.
"Mit Franz Buchrieser zu spielen und mit Dieter Pochlatko zu drehen, das hatte schon was. Dennoch ist das Theater bei mir immer im Vordergrund gestanden", sagt das früher auch als ORF-Sprecherin tätige Multitalent. Erst die Geburt ihres Sohnes bremste das Bühnenleben ein wenig. "Es war eine ganz neue Situation, ich habe dann von zu Hause aus Zusatzausbildungen, wie etwa Rhetorikkurse und Gesundheitsgymnastik, gemacht."

Es wird noch lustig

Um die Jahrtausendwende kehrte Köhlmeier, die in der Zwischenzeit auch ihren Gatten Otto geheiratet hat, auf die Bühne zurück. "Unter anderem habe ich mich im Stück ,sissi infernal‘ der großartigen Romy Schneider gewidmet. Das Publikum war trotz der eher ernsten Darbietung begeistert, insgesamt habe ich aber gemerkt, dass heitere, unterhaltsame Programme wohl eher dem Zeitgeist entsprechen würden."
Somit war der Weg frei für eine Laufbahn als Kabarettistin. "Eine erste Kabarett-Anfrage gab’s im Jahr 2006 anlässlich des Internationalen Frauentages. Ich hab mich dem Genre dann langsam angenähert. Wichtig war mir nur immer, dass das Schauspielerische im Vordergrund steht und nicht nur der Wortwitz."

Die Frau im Blickpunkt

Der Erfolg gab ihr recht: Aus den ersten zaghaften Versuchen sind mittlerweile sechs Programme entstanden, die über 600 Mal in Österreich, von Andau bis Zistersdorf, gezeigt wurden. Stets stellte sie das Dasein der Frau in einer von Männern dominierten Welt in den Vordergrund. "Es hat sich leider in vielen Bereichen in Bezug auf die Gleichberechtigung nicht viel verändert", sagt Köhlmeier, die seit 30 Jahren in St. Marein bei Graz lebt. "Dieser Ort ist eine richtige Inspirationsquelle."

Steckbrief

Geboren am 4. Mai 1955 in Kärnten, lebt mit Gatten Otto seit 30 Jahren in St. Marein.
Schauspiel-Studium in Graz.
Es folgten Auftritte an Theatern und in Fernsehfilmen sowie Tätigkeiten als ORF-Sprecherin.
Seit rund zehn Jahren mit Kabarettprogrammen unterwegs.

WOCHE-Wordrap

In Graz bin ich gerne ... im Laufke und am Schloßberg.
In meiner Freizeit ... genieße ich die Natur in St. Marein.
Inspirierend finde ich ... die große Romy Schneider.

Autor:

Christoph Hofer aus Graz

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