FrauenStadtSpaziergänge
Radeln in die Emanzipation

Stark machen für Frauengeschichte: Marcella Rowek und Eva Taxacher
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  • Stark machen für Frauengeschichte: Marcella Rowek und Eva Taxacher
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Seit 30 Jahren bietet das "Frauenservice Graz" feministische Spaziergänge an. Ein Rundgang zum Jubiläum.

Frauengeschichte auf die Straße bringen und für alle zugänglich machen. Das war die Grundidee der "FrauenStadtSpaziergänge", die inzwischen seit drei Jahrzehnten quer durch Graz zu Orten der feministischen Geschichte führen – aber nicht nur. "Angefangen hat alles mit Ilse Wieser und Brigitte Dorfer, die fanden, dass Frauengeschichte einfach zu wenig sichtbar ist", beschreibt Eva Taxacher, die selbst oft durch die Stadt geführt hat. Daraus entwickelte sich das Spazierprojekt und auch die WOMENT-Tafeln zur Frauengeschichte, die 2003 angebracht wurden. Ziel sei es unter anderem, zu zeigen, dass Rechte, wie jenes, ein Kreuz auf den Wahlzettel zu machen, nicht einfach gegeben worden sind. "Frauen mussten sich vieles erstreiten und wir erinnern an diese Geschichte", ergänzt Marcella Rowek vom Frauenservice.

Der Grazer Bicycle Club

Dazu passt die Geschichte des ersten Frauenradfahrclubs Österreichs, der just in Graz gegründet wurde. Und das in Zeiten, als es noch als unschicklich galt, wenn Damen sich in den Sattel schwangen: "Ich finde, man sieht den Frauen an, wie sehr sie sich dieses Recht, auf dem Rad zu sitzen, erkämpft haben", so Taxacher. Geschichten wie diese dürften nicht vergessen werden, ist sie überzeugt. Dabei ist der Grazer Bicycle Club diesbezüglich sogar eine Ausnahme: Denn nach seiner Obfrau Elise Steininger wurde inzwischen ein neu gebauter Steg benannt, eine der wenigen weiblichen Namensgebungen im Stadtgebiet.

Der Grazer Bicycle Club: Nach Elise Steininger (ganz links) wurde ein Steg benannt.
  • Der Grazer Bicycle Club: Nach Elise Steininger (ganz links) wurde ein Steg benannt.
  • Foto: Beiblatt der Radfahrchronik zum „Radfahrhumor“, Nr. 16, 1893, S. 539, Steiermärkische Landesbibliothek
  • hochgeladen von Ludmilla Reisinger

Bei der Sichtbarkeit von Frauen im Straßenraum ist noch Luft nach oben, meint Taxacher. Nur drei bis fünf Prozent der Straßen in Graz seien nach Frauen benannt. Und weibliche Präsenz im Straßenalltag ist nur die Spitze des Eisberges. Auch Themen wie Kinderbetreuung, die schon die erste weibliche Politikerin im Landtag, Martha Tausk, beschäftigten, sind irgendwo aktuell geblieben: "Wir dürfen uns da auch nicht zurücklehnen", sagt Taxacher. Laut Weltwirtschaftsforum würde es aktuell noch 135 Jahre dauern, bis Frauen Männern tatsächlich gleichgestellt wären. Vor der Pandemie waren es 95.

Inklusion und mehr

So ist Frauengeschichte längst nicht mehr das einzige Thema, dem sich die Spaziergänge annehmen. "Wir versuchen auch aktuelle gesellschaftspolitische Themen aufzugreifen", beschreibt Rowek. Im Herbst wird es etwa noch einen Spaziergang zum Thema "Inklusion" geben (siehe unten).

Nächster Termin: 

"Über Barrieren hinweg", Donnerstag, 16. September;
mehr Infos: frauenservice.at/bildung/frauenstadtspaziergaenge

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