Theater an der Kunstuniversität
"Sie stehen im Blut, wissen es aber nicht."

Die Studierenden des dritten Jahrgangs Schauspiel an der Grazer Kunstuniversität zeigen das Stück "100 Songs".
  • Die Studierenden des dritten Jahrgangs Schauspiel an der Grazer Kunstuniversität zeigen das Stück "100 Songs".
  • Foto: Eunike Sophie Koscher
  • hochgeladen von Ludmilla Reisinger

Wie kann man von einem terroristischen Anschlag erzählen? Diese Frage stellt sich das Stück "100 Songs", das Studierende an der Kunstuni Graz ab kommenden Mittwoch aufführen. 

GRAZ. Wir zerbrechlich doch alles am Ende ist: Es ist exakt 8:55 Uhr an einem Vormittag im Spätsommer, im Radio läuft Bette Davis Eyes und eine Kellnerin im Bahnhofscafé lässt eine Tasse fallen – als eine Explosion plötzlich alles mit sich reißt. Das Stück "100 Songs" widmet sich der vierminütigen Zeitspanne (nicht zufällig die durchschnittliche Länge eines Songs) vor einem Terroranschlag und erzählt von den Gedanken der Menschen, die sich in diesem Moment auf dem Bahnhof befinden.

Geschrieben wurde es von dem deutschen Autor Roland Schimmelpfenning und wird jetzt auch von den Studierenden des dritten Jahrgangs Schauspiel an der Kunstuniversität gezeigt. Die verschobene Premiere findet am Mittwoch, 19. Jänner, statt. 

Ein "Making of" gibt Einblicke in die neue Produktion der Schauspielstudierenden an der Grazer Kunstuniversität. 

Ein Song ist eine kleine Seele

"Das Stück ist eigentlich ein Requiem in gesprochener Sprache, eine Art Reenactment der Minuten vor der Katastrophe", beschreibt Rudolf Frey. Der Salzburger Regisseur hat die Inszenierung übernommen, wohl auch weil ihn die Schimmelpfennings Herangehensweise an die Thematik überzeugt hat. Denn in "100 Songs" werden die Geschichten der Menschen am Bahnsteig auch über die Musik erzählt, die sie gerade hören. "Wir alle haben Songs, die uns etwas bedeuten oder die wir mit bestimmten Momenten assoziieren", so Frey. "Ein jeder Song ist deshalb so etwas eine eine kleine Seele." Und genau um diese kleinen Seelen geht es in Schimmelpfennings Stücks. 

Figuren als Fragmente

Immer wieder wird die Handlung an diesem Theaterabend zurückgespult: Von dem Moment aus, in dem die Tasse auf dem Boden zerspringt, werden die Zuseher:innen zurückkatapultiert in die Minuten davor. Dann wird die Geschichte von vorne erzählt, jedes Mal aus einer anderen Sichtweise und – je nach Figur – mit einem anderen Song im Ohr. Feste Charaktere gibt es nicht: Stattdessen schlüpfen die Studierenden immer wieder in Figurenfragmente, die nur wenige Augenblicke auf der Bühne sind, ehe sie wieder verschwinden. Eine Herausforderung für alle Beteiligten. Ihr Versuch, diese Momentaufnahme vor dem totalen Chaos in einen Theaterabend zu packen, ist ab kommenden Mittwoch im Theater im Palais zu sehen.


Mehr Information:

"100 Songs" von Roland Schimmelpfenning
Zu sehen am 19., 20., 21. und 22. Jänner jeweils um 19:30 Uhr im Theater im Palais
Karten: tickets@kug.ac.at / Abendkasse (ausschließlich nach Vorreservierung)

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