Gefragte Frauen
Arbeit mit Spiel und Spaß

Spiel, Satz und Sieg: Ludovico-Geschäftsführerin Sarah Ulrych umgibt sich gerne mit Menschen, ist manchmal ehrgeizig und liebt ihren Beruf.
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  • hochgeladen von Lucia Schnabl

Ludovico-Geschäftsführerin Sarah Ulrych legt auf Statussymbole keinen Wert. Wichtig ist die Freude am Beruf.

Wer kennt sie nicht, die Spielothek "Ludovico" am Karmeliterplatz? Pünktlich zum Festival der Spiele von 20. bis 21. Oktober im Schauspielhaus Graz spricht Geschäftsführerin Sarah Ulrych im WOCHE-Interview über ihr Leben, ihre Karriere und darüber, was wirklich wichtig ist.

WOCHE: Bisher fand das Festival der Spiele immer im Kunsthaus statt. Warum jetzt im Schauspielhaus?
Im Kunsthaus war nach dem Umbau im Erdgeschoss leider nicht mehr genug Platz. Ich freue mich aber, dass wir jetzt im Schauspielhaus untergekommen sind. Mein Vater, der Regisseur Reinhold Ulrych, baute seinerzeit ja im Schauspielhaus das Kinder- und Jugendtheater auf. Ich habe also quasi meine Kindheit dort verbracht. Im Moment scheint sich alles zu fügen – das finde ich schön.

Was ist Ihre Aufgabe als Geschäftsführerin bei Ludovico?
Ich bin ein Teil des Teams mit einem bestimmten Aufgabengebiet. Ich behalte zum Beispiel den Überblick, kümmere mich um das Budget und verfüge über ein sehr gutes Netzwerk. Es gibt Bereiche, da kennen sich andere Kollegen besser aus als ich. Ludovico besteht eben aus vielen wunderbaren Personen, die den Charakter unseres Vereins letztendlich ausmachen.

Sie arbeiten gerne mit Menschen zusammen?
Ja. Deshalb liebe ich meinen Beruf auch so sehr. Bevor ich Geschäftsführerin bei Ludovico wurde, habe ich in der Nachmittagsbetreuung gearbeitet und für die Bregenzer Festspiele theaterpädagogische Angebote entwickelt. Heute veranstalte ich nebenbei noch Workshops in Schulen. Das Schöne daran ist, dass nicht nur ich den Kindern und Jugendlichen etwas mitgeben kann, sondern auch sie mir immer etwas beibringen.

Das sind aber viele Berufserfahrungen. Sind sie jetzt angekommen?
Ja. Nach einiger Zeit im Ausland – ich habe in Asien andere Lebensumstände kennengelernt und gelernt, genügsam zu sein – und nach einer schwierigen, privaten Lebensphase, weiß ich einfach viel besser, was ich wirklich will. Und wenn ich an die nächsten Jahre denke, ist für mich klar, dass ich mit Ludovico den Weg weitergehen will. Ich freue mich jeden Tag auf meine Arbeit und das ist so wertvoll, dass ich das nicht mehr missen möchte.

Sie sind genügsam und legen keinen Wert auf Statussymbole. Was ist da für Sie Erfolg?
Erfolg ist für mich, etwas zu machen, das mich glücklich macht, gesund zu sein und Leute zu kennen, die mich mögen und die ich mag.

Wie wichtig ist es Ihnen, zu gewinnen?
Ich denke, beim Spielen gewinnt jeder gern. Zwar steht der Spaß immer im Fokus, aber dann steigere ich mich doch hinein, entwickle einen Ehrgeiz und will gewinnen. Im Alltag bin ich auch ehrgeizig, wenn mir etwas wirklich wichtig ist. Zum Beispiel bin ich bei unserem Festival der Spiele mit viel Ehrgeiz dabei.

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, ein eigenes Brettspiel zu entwickeln?
Ich dachte immer, ich würde einmal Schriftstellerin werden. Allerdings hat sich mir bisher noch keine Geschichte aufgedrängt, die ich unbedingt erzählen hätte müssen. Dasselbe gilt auch für Brettspiele. Und mit Krampf eine Geschichte erzählen, nein, das will ich nicht.

Was erwartet die Besucher beim Festival der Spiele?
Verschiedene Workshops, zum Beispiel einen Drachen-, einen Theater- und einen Legoworkshop, Rollenspiele, Präsentationen und viele Menschen, welche die Veranstaltung mit Leben füllen.

Steckbrief

Geboren am 14. Oktober 1980 in Graz
Studium der Geschichte und Germanistik, Theaterpädagogin, Gewaltpräventions-, Diversitäts- und Zivilcouragetrainerin
Wohnt mittlerweile in Frohnleiten und pendelt nach Graz.

Woche-Wordrap

Als Kind ... habe ich intensiv auf Ungerechtigkeiten reagiert.
Heute ... lebe ich in einer WG mit sechs Erwachsenen.
Mutig ist ... zu sich selbst zu stehen.

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