Gefragte Frauen
Bernadette Frech: Ein Raum für Emotionen

Arbeitet an der Internationalisierung von "Instahelp": Geschäftsführerin, Dozentin und Forscherin an der FH Joanneum Bernadette Frech.
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  • Arbeitet an der Internationalisierung von "Instahelp": Geschäftsführerin, Dozentin und Forscherin an der FH Joanneum Bernadette Frech.
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Die Geschäftsführerin der Online-Plattform "Instahelp" Bernadette Frech im Gespräch mit der WOCHE.

Seit Anfang des Jahres ist Bernadette Frech Geschäftsführerin der psychologischen Online-Beratungsplattform "Instahelp", die mittlerweile neben dem österreichischen Markt auch schon Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Schweiz erobert hat. 38.000 Kunden lassen sich über die Plattform von qualifizierten Psychologen beraten, Unternehmen wie "Lidl", "trivago" und "Renault" bieten sie als betriebliche Gesundheitsvorsorge an. Mit der WOCHE spricht Frech über die Gründerszene in Österreich, den Sprung in den internationalen Markt und Emotionen.

WOCHE: Wie sind Sie Geschäftsführerin von Instahelp geworden?
Ich habe mich schon in meiner Doktorarbeit an der Aston Business School in England mit dem Thema "Emotionsmanagement" befasst und mir genau angesehen, wie sich die Gefühle der Kunden auf ihr Verhalten auswirken. Als ich mit meinem Studium fertig war, habe ich mich als Unternehmensberaterin selbstständig gemacht und Firmen wie "Bayer", "Austrian Airlines" und "Binder" bei ihrer Internationalisierung unterstützt. Instahelp-Gründer Martin Pansy ist mit dem Jobangebot aktiv auf mich zugekommen. Es hat einfach gepasst und ich habe die Chance ergriffen.

Als Dozentin an der FH Joanneum sind Sie auch mit der Leitung des "Global Entrepreneurship Monitor" beauftragt. Können Sie uns sagen, warum die Österreicher gründen?

Bei uns wiegen die "Pull-Faktoren" für das Gründen vor: Die Österreicher wollen gründen, weil sie in einem eigenen Unternehmen eine Chance sehen. In anderen Ländern gründen die Menschen ja leider aus der Not heraus.

Wie sieht es mit der Frauenquote in der Gründerszene aus?

Es entscheiden sich nach wie vor weniger Frauen als Männer, zu gründen. Dennoch gewinnen Frauen zunehmend an Bedeutung.

Wie geht es Ihnen als Frau in diesem männlich dominierten Feld?
Ich sehe es insbesondere in meiner Funktion als Geschäftsführerin von Instahelp als Vorteil, da gerade Begriffe wie "Empathie" und "Einfühlsamkeit" eher mit Frauen in Verbindung gebracht werden. Instahelp soll für unsere Kunden ja ein Raum zum Wohlfühlen sein, in dem sie sich offenbaren können und begleitet werden.

Wann ist man als Unternehmen bereit für den Sprung in den internationalen Markt?
Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht, da ist die Internationalisierung eines Unternehmens wie das Kinderkriegen. Die Frage ist weniger "Wann bin ich bereit?" als "Wie werde ich bereit?".

Was sind die größten Herausforderungen bei der Internationalisierung eines Unternehmens?
Das richtige Gespür für die Kunden zu entwickeln und Netzwerke zu bilden gehören meines Erachtens nach zu den schwierigsten Aufgaben bei der Eroberung eines neuen Marktes. Beides braucht es allerdings, um die Akzeptanz der Kunden zu gewinnen und Markenbekanntheit zu erlangen.

Wie sieht die Zukunft aus?
Gemeinsam mit meinem Team möchte ich Instahelp zur führenden Plattform für mentale Gesundheit in Europa machen. Daran arbeiten wir derzeit aktiv, zum Beispiel indem wir künstliche Intelligenz für unsere Zwecke einsetzen. Erst kürzlich haben wir unser Angebot um den Chatbot "Relaxa" erweitert, wir arbeiten mit der Sigmund-Freud-Klinik aber auch an einem "Mental-Health-Tracking"-Programm. Privat sehe ich mich auch in zehn Jahren noch als engagierte, stolze Mama von zwei Söhnen.

Wie bleiben Sie gesund?

Ich koche gerne, wobei ich vor allem auf den Genuss achte, denn auch Dessert ist gut für die Psyche. Ich treffe mich mit Freunden und deren Kindern und versuche das auch gleich mit Bewegung zu verbinden, wobei mir das nicht immer gelingt. Und ich lasse mich regelmäßig über Instahelp beraten. Das tut mir gut.

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