Verkehrsexperte Kurt Fallast fordert:
Blaue Zonen müssen teurer werden!

Der Verkehrsexperte Kurt Fallast findet ein Parkleitsystem prinzipiell sinnvoll, es müsse aber auch Anreize geben es zu nutzen.
  • Der Verkehrsexperte Kurt Fallast findet ein Parkleitsystem prinzipiell sinnvoll, es müsse aber auch Anreize geben es zu nutzen.
  • Foto: Fallast
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Ein Parkleitsystem ist sinnvoll, es braucht aber Anreize, damit Tiefgaragen auch genützt werden.

In der letzten WOCHE-Ausgabe appellierte Unternehmer Werner Aschenbrenner für ein dynamisches Parkleitsystem in Graz. Eine gute Idee, findet der TU-Verkehrsexperte Kurt Fallast, allerdings brauche es dazu auch Anreize für Autofahrer, um überhaupt in einer Tiefgarage zu parken.

Billigere Tiefgaragen

"In Graz ist es derzeit so, dass Parkhäuser teurer sind als die Parkplätze in der Blauen Zone", schildert Fallast das Problem und ergänzt: "Wer hier einen Parkplatz sucht, der fährt zuerst zehn Runden durch die Stadt, in der Hoffnung, sich den verhältnismäßig teureren Tiefgaragenparkplatz zu ersparen. Durch diese Parkplatzsuche entsteht der Verkehr und nicht etwa bei den Parkhäusern selbst." Fallast fordert deshalb, dass das Parken auf den Stellplätzen auf der Straße zumindest gleich viel kosten muss. "Erst dann werden Autofahrer zuerst in die Garage fahren und erst dann macht ein Parkleitsystem überhaupt Sinn", betont Fallast. Zudem seien von der Menge her nicht die Touristen, sondern die Grazer und der Binnenverkehr das Problem. Des Weiteren sei die Tarifgestaltung der Parkhäuser sehr unterschiedlich, bei einem Parkleitsystem brauche es deshalb zudem die Information über die Kosten, sagt der Experte und gibt auch zu bedenken, dass viele Parkhäuser nicht ausgelastet sind. "Das liegt sicher auch daran, dass sich in den älteren Tiefgaragen die Parkplatz-Breite nach nicht mehr aktuellen Fahrzeuggrößen richtet. Wenn einer nicht exakt parkt, sind gleich zwei Plätze verstellt."

Bewusstsein schaffen

Ein weiterer Punkt sei laut Fallast das Bewusstsein für die Kosten: "In Österreich hat man immer noch das Gefühl, dass ein Parkplatz allen gehört und es fast ungerecht ist, dafür zu bezahlen. Allerdings muss ein Stellplatz gleich wie eine Straße erhalten werden und das kostet." Der Experte verstehe die Befürchtung der Wirtschaft, dass Parkgebühren die Leute verschrecken könnten. "Wer jedoch in die Stadt zum Einkaufen fährt und 100 Euro ausgibt, dann sind vier Euro Parkgebühren gerade vier Prozent. Das wird überbewertet." Zudem betont er, dass Besucher bei den angeblich kostenlosen Stellplätzen der Einkaufszentren auch für das Parken bezahlen, "nur eben versteckt".

Pendler berücksichtigen

Auch in puncto Pendlerverkehr stimmt Fallast dem Vorschlag von Aschenbrenner zum Teil zu: "Es braucht Pendlerparkplätze am Stadtrand oder sogar noch außerhalb der Stadt. Allerdings muss man bedenken, dass das nicht für alle Pendler, beispielsweise für jene, die bis spät abends arbeiten, zumutbar ist." Abschließend appelliert Fallast: "Das Problem in der Stadt muss man auch draußen lösen."

Schreiben Sie uns

Wie finden Sie die Idee von Kurt Fallast? Würden Tiefgaragen besser genützt werden, wenn die Zonen-Parkplätz teurer sind? Könnte so der Verkehr in der Stadt reduziert werden? Schreiben Sie uns Ihre Meinung per E-Mail an leserbrief@woche.at, per Post an die "WOCHE Graz", Gadollaplatz 1/6. Stock, 8010 Graz, posten Sie online auf www.meinbezirk.at/graz oder auf www.facebook.com/wochegraz.

Autor:

Anna-Maria Riemer aus Graz

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