"Der Leerstand in Graz ist eine Chance für die Stadtentwicklung!", ist Architektin Lisa Enzenhofer sicher.

Lisa Enzenhofer setzt sich für eine bessere Nutzung des leerstands in Graz ein.
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  • Lisa Enzenhofer setzt sich für eine bessere Nutzung des leerstands in Graz ein.
  • Foto: Prontolux
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Leerstehende Immobilien und Brachen könnten zur Lösung des Platzproblems in der Stadt beitragen.

In den nächsten 20 Jahren werden 30.000 Menschen mehr in Graz leben und schon jetzt wird es vor allem in den zentralen Lagen der Stadt immer enger – und immer teurer. In Reininghaus soll deshalb sogar ein eigener Stadtteil entstehen, während auch der Speckgürtel rund um die Stadt immer fetter wird. Und das, obwohl auf das ganze Stadtgebiet verteilt ein großer "Immobilienschatz" liegt, der nur noch geborgen werden muss: der Leerstand.

105.000 Quadratmeter

Das hat auch Architektin Lisa Enzenhofer (mehr zur Person unten) erkannt, die 2012 mit ihrer Kollegin Anna Resch eine Diplomarbeit mit dem Titel "Vom Leerstand zur Ressource" verfasst, und für die Stadt Graz eine Studie zu diesem Thema durchgeführt hat. Allein im Bezirk Lend entdeckten die beiden dabei rund 105.000 Quadratmeter ungenützte Wohnräume, Industrieanlagen und Freiflächen – immerhin ein Zehntel der Reininghaus-Gründe.


Leerstand als Chance

"Der Leerstand in Graz ist eine Chance für die Stadtentwicklung", weiß Enzenhofer. "Es ist wichtig, den Raum, der bereits vorhanden ist, sinnvoll zu verwenden." So könne man verhindern, dass die Stadt noch weiter in die Breite wächst und dadurch auch Probleme wie steigender Verkehr, Parkplatzmangel oder die Belastung der Umwelt immer größer werden.

Meldepflicht

Doch um diese Immobilien sinnvoll nutzen zu können, muss erst festgestellt werden, wo sie zu finden sind: Bisher gibt es diesbezüglich für Graz – ausgenommen Teile von Lend, Gries und Geidorf – keine vollflächige Erhebung. "Bereits im 19. Jahrhundert hat es in Graz 'Wohnungsleerstandsanzeigen' gegeben. Wieso kann man so etwas nicht wieder einführen?", liegt der erste Lösungsansatz für die Architektin auf der Hand. Eine zentrale, neutrale Stelle könnte diese "Raumressourcen" dann etwa an junge Leute oder Unternehmensgründer vermitteln.

Lisa Enzenhofer

1986 in Linz geboren.
Studium der Architektur in Graz.
2012 Mitgründerin des freien Kollektives Lendlabor.
Initiatorin diverser Projekte im öffentlichen Raum mit Fokus auf Leerstand und Ressourcen.
Mitarbeit an interdisziplinären Architekturprojekten.
Seit 2012 als Universitätsassistentin am Institut für Architektur und Landschaft der TU Graz tätig.
Info:www. lendlabor.at

Was ist eigentlich Leerstand?

Man spricht von Leerstand, wenn ein Gebäude oder Teile eines Gebäudes nicht genutzt werden. Unterschiedliche Arten sind der Objektleerstand, der Wohnungsleerstand, der Leerstand des Erdgeschosses (meist Gerwerbeflächen) oder brachliegende Flächen.
Wichtig ist es aber vor allem, zwischen zwei Arten von Leerstand zu unterscheiden: während der primäre Leerstand (z. B. eine leerstehende Wohnung zwischen zwei Mietern) notwendig ist, damit sich eine Stadt stetig weiterentwickeln kann, ist der langfristige Leerstand zu vermeiden, da benötigte Flächen ungenützt bleiben und oft als Spekulationsobjekte missbraucht werden.

Schreiben Sie!
Kennen Sie ein leerstehendes Haus, ein verlassenes Geschäft oder eine brachliegende Fläche in Ihrer Nähe? Wie könnte man vermeiden, dass Immobilien ungenutzt verfallen? Welche Ideen haben Sie, um Leerstände in Graz sinnvoll zu nützen?

Schreiben Sie uns eine E-Mail an leserbrief@woche.at, posten Sie einfach auf facebook.com/wochegraz oder kommentieren Sie diesen Beitrag.

Lisa Enzenhofer setzt sich für eine bessere Nutzung des leerstands in Graz ein.
Diese Brache beim ehemaligen Kommod-Haus ist ein Beispiel für ungenutzte Ressourcen in bester Lage.
Autor:

Max Daublebsky aus Graz

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