Die dunklen Anzüge und Kostüme gehen ab

Holding-Vorstandsdirektorin Barbara Muhr inmitten von Straßenbahn- und Busfahrern	Foto: Holding Graz/Sommer
  • Holding-Vorstandsdirektorin Barbara Muhr inmitten von Straßenbahn- und Busfahrern Foto: Holding Graz/Sommer
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Mit neuer Kampagne wollen die „Graz Linien“ den öffentlichen Verkehr
attraktivieren.

In dieser Woche starten die „Graz Linien“ mit einer neuen Imagekampagne. Vorstandsdirektorin Barbara Muhr erklärt im WOCHE-Interview die neuen Ziele und Pläne für den öffentlichen Verkehr in Graz:

WOCHE: Eine Imagekampagne startet man meist dann, wenn man sein Image verbessern will. Haben die „Graz Linien“ das jetzt notwendig?
Muhr: Ich würde vielmehr sagen, dass man eine Imagekampagne dann braucht, wenn man schon lange nichts mehr dafür getan hat. Wir wollen mit der Kampagne die Mitarbeiter ins Licht rücken. Und wir zeigen auf, welche Vorteile der öffentliche Verkehr bringt.

Welchen Stellenwert hat der öffentliche Verkehr bei den Grazern?
Einen guten. 800 Kunden haben uns in einer Umfrage die Note 2,6 im Schulnotensystem ausgestellt. Leider sehen viele nur die Dinge, die schlecht sind. Dass vieles im Alltag perfekt passt, sehen nur wenige.

Viele meinen, der öffentliche Verkehr sei zu teuer ...
Das kann ich nicht teilen. Natürlich gibt es durch die Indexanpassung Tarifpreiserhöhungen. Aber der Vergleich mit anderen, ähnlich großen Städten zeigt, dass es woanders noch viel teurere Tickets gibt. Ich denke, dass die „Graz Linien“ für viele eine leistbare Mobilität bieten!

Trotzdem gibt es genügend Zielgruppen, die die Öffis nicht annehmen. Wie wollen Sie diese in Bus und Bahn bringen?
Es stimmt, dass gewisse Zielgruppen die Öffis nicht nützen. Mir gehen die „dunklen Anzüge und Kostüme“ in Bus und Bim auch ab, sprich Banker, Ärzte und Co. Unser Job ist es, die Öffis zu attraktivieren. Und bitte, nicht falsch verstehen: Ich will nicht die Autos schlechtreden, ich will nur den öffentlichen Verkehr besser machen.

Wie genau?
Indem wir intelligente Mobilitätspakete schaffen, nicht nur Bus und Bim, sondern auch die E-Mobility mit ins Boot holen. E-Bikes und E-Autos für jedermann, kombiniert mit Öffis, das ist die Zukunft. Natürlich sind Themen wie Verlängerung der Straßenbahnen, Aufrüsten des Fuhrparks, Schlechtwettertickets und Handytickets immer im Kopf. Und ich will unsere Angebote der Holding Graz untereinander kombinieren.

Was heißt das im Klartext?
Ich stelle mir eine eigene „Holding-Card“ vor. Mit dieser Karte kann der Kunde mit den Öffis fahren, seine Freizeitaktivität etwa im Bad bezahlen, seine Wasser- und Stromrechnung begleichen usw. Eine Karte also für mehrere Angebote.

Abschließend kurz zur Variobahn ...
(Schmunzelt): Das musste kommen ... Wir sind in einem sehr guten Prozess mit der Firma Stadler. Neue Federung und Radreifen werden Ende Juli getestet. Was jetzt alle brauchen ist Geduld. Als Tennisspielerin würde ich sagen: „Es wird wohl ein Fünf-Satz-Match“, wir stehen nun vorm vierten Satz!

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