100 Jahre Republik
Diese Ereignisse der letzten 100 Jahre bleiben Graz im Gedächtnis

Historisches Graz: Soziale Konflikte und Antisemitismus waren im vergangenen Jahrhundert Gründe für Auseinandersetzungen.
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Historiker verraten, welche schicksalshaften Geschehnisse Graz in den letzten 100 Jahren prägten.

1918 bis 2018: In den vergangenen 100 Jahren ist in Graz sehr viel passiert. Für die Serie "100 Jahre Republik" sprach die WOCHE mit GrazMuseum-Chef Otto Hochreiter und Stadtarchiv-Leiter Wolfram Dornik über jene Ereignisse, die sich in das Gedächtnis der Stadt brannten.

Schicksalstage in Graz

Der 7. Juni 1920 war einer dieser Tage. "Der Kirschenrummel forderte 13 Tote und Dutzende Verletzte", erzählt Otto Hochreiter. Ein Ereignis, das zunächst mit einem Streit um den Kirschenpreis am Kaiser-Josef-Markt begonnen hat, führte zu einem Chaos. "Soldaten und Studenten lieferten sich Auseinandersetzungen, Schießereien führten zu Todesopfern", erklärt Hochreiter weiter, dass diese Proteste einen antisemitischen Grundton hatten. Ein weiterer Schicksalsschlag in der Stadtgeschichte ist die Schießerei am Murvorplatz am 22. Februar 1919, dem heutigen Südtirolerplatz. "Soziale Proteste waren Anlass für diese Konflikte der Arbeiter- und Studentenwehr", erörtert Wolfram Dornik, dass es hier fünf Tote und viele Verletzte gab. Viele Tote forderte auch die Spanische Grippe, die 1918 wütete.
"Aber auch alle Ereignisse des Zweiten Weltkriegs, die von 1938 bis 1945 verheerende Folgen hatten, müssen unbedingt erwähnt werden", betonen die Historiker. Ebenso prägte die Aufnahme ungarischer Flüchtlinge 1956 die Landeshauptstadt. In der jüngsten Geschichte hat die Amokfahrt 2015 Graz immens verändert.

Turbulentes Jahrhundert

Aber es gab auch Positives zu vermelden: Das Puch-Auto eroberte von Graz aus die Welt. Der Rekordwinter 1985/86, in dem die Spor- und Herrengasse als Skipiste genutzt wurden oder der Besuch des Dalai Lama bleiben noch lange im Gedächtnis. Nicht zu vergessen die Meisterfeiern der Grazer Fußballklubs SK Sturm und GAK. Das und noch viel mehr hat Graz in den letzten 100 Jahren bewegt.

Historisches Graz: Soziale Konflikte und Antisemitismus waren im vergangenen Jahrhundert Gründe für Auseinandersetzungen.
Wolfram Dornik (l.) und Otto Hochreiter sind Experten für die Grazer Stadtgeschichte.
Dornik betont: "Hochwasser und große Brandereignisse waren in Graz nach 1900 nicht zu vermelden." Und Hochreiter meint dazu: "Die Pogromnacht jährt sich heuer zum 80. Mal. Der Zweite Weltkrieg forderte in Graz viele Opfer."
Autor:

Martina Maros-Goller aus Graz

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