Ein Fluss voller Leben: Wissenswertes zur Lebensader Mur

Das Bild zeigt einen Smaragdgressling kurz nach seiner sensationellen entdeckung.
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  • Das Bild zeigt einen Smaragdgressling kurz nach seiner sensationellen entdeckung.
  • Foto: Friedrich/Gessl
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Mur das Grazer Stadtgebiet, versorgt Mensch wie Tier mit Leben. Grund genug, den „Lebensraum Mur“ etwas genauer unter die Lupe zu nehmen (siehe Grafik).
„Kaum eine Stadt hat einen sauberen und schnellfließenden Fluss in ihrem Zentrum“, meint dazu Gert Richter vom Arbeiterfischereiverband (AFV).
Die ökologische Bedeutung der „Lebensader“ ist für Graz nicht hoch genug einzuschätzen, reguliert sie doch das Mikroklima der feinstaubgeplagten Landeshauptstadt: Die Luft wird mit Feuchtigkeit angereichert, große Mengen an Staub- und Rußpartikeln werden gebunden, die Luftgüte dadurch erheblich verbessert. Weiters reguliert die Mur das Stadtklima und garantiert die gute Qualität des Grundwassers. „Diese einzigarten Vorteile, die Graz genießt, sollten auf keinen Fall leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden, hat doch Graz mit den üblichen Umweltproblemen einer Stadt zu kämpfen“, so Richter.

Smaragdgressling – Neue Art entdeckt
„Außerdem ist die Mur im zersiedelten Großraum Graz der einzige Nord-Süd Wanderkorridor für nahezu die gesamte heimische Tierwelt“, führt Richter weiter aus, „2009 konnten 34 Fischarten belegt werden. Das ist ein ausgezeichneter Wert, aber 80 % dieser Arten gelten als gefährdet.“ Wie hoch die Qualität des Lebensraumes Mur ist, belegt auch die sensationelle Entdeckung des „Smaragdgresslings“, die Thomas Friedrich vor einigen Monaten gelang. „Heutzutage in Mitteleuropa noch eine neue endemische Fischart zu finden ist eine Sensation und unterstreicht einmal mehr die ökologische Wertigkeit der steirischen Lebensader Mur“, meint der Fischökologe von der Universität für Bodenkultur Wien (Boku).
Das bisher bekannte Verbreitungsgebiet des Smaragdgresslings beschränkt sich auf die Obere Mur zwischen Fisching und Bruck an der Mur, wo auch eine der letzten größeren Huchenpopulationen heimisch ist. Dieser Bestand reicht bis ins Grazer Stadtgebiet. „Das zeigt uns, welche immense Beudeutung die Mur hat und wie schützenswert der Lebensraum ist“, so der Fischökologe.

Nachgefragt

bei Gert Richter, Arbeiterfischereiverein

Welche Fischarten gibt es in der Mur?
34 Arten wurden nachgewiesen, darunter Bachforelle, Äsche, Koppe, Strömer und Aalrutte, insbesondere der Huchen. 80 % der Arten gelten als gefährdet. Die Fische sind auf einen intakten und ununterbrochenen Fluss angewiesen.

Was gefährdet die Fischfauna?
Laufkraftwerke zum Beispiel. Durch die Unterbrechung durch Stauhaltungen werden Laichareale verschmutzt, Fischaufstiegshilfen sind oft nicht funktional. Ein weiterer Verlust von Fließstrecken muss vermieden werden.


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