Ein Handwerk, wie in Stein gemeißelt – Businesslunch mit Steinmetzmeister Provasnek

Die Runde um Daniel, Jakob und Paul Provasnek (v. l.) sowie Redakteurin Verena Schaupp (re.) wurde in der "Osteria dei sensi" gut bewirtet.
  • Die Runde um Daniel, Jakob und Paul Provasnek (v. l.) sowie Redakteurin Verena Schaupp (re.) wurde in der "Osteria dei sensi" gut bewirtet.
  • Foto: Jorj Konstantinov
  • hochgeladen von Verena Schaupp

Ein Familienunternehmen, wie es im Buche steht: 1978 gründet Anton Provasnek die Steinmetzmeister-Firma "Provasnek", Sohn Paul übernimmt den Betrieb 1997 und leitet ihn heute mit Frau Michaela und den Zwillingssöhnen Jakob und Daniel. Im WOCHE-Businesslunch erzählen Paul, Jakob und Daniel Provasnek über den Wandel in der Branche.

WOCHE: Was bietet ein Steinmetzmeister alles an?

D.P.: Wir sind im privaten Bereich speziell tätig. Von Terrassen, Wohnzimmer, Badezimmer, Verkleidungen, Wände, Stufen – alles, was mit Naturstein gemacht wird. Und natürlich auch Grabsteine.
P.P.: Wir haben auch große Projekte. Unter anderem haben wir Säulen am Schloßberg gesetzt, bei der Therme Bad Waltersdorf ist ein großer Teil von uns gestaltet.

Merken Sie einen bestimmten Trend in den letzten Jahren?
P.P.: Das Friedhofssegment geht zurück aufgrund der Urnentendenz, die größeren Gräber werden weniger. Aber viele Personen sehen ein Grab wirklich als Denkmal, diese kommen dann zu uns.
J.P.: Sehr viele Grabsteine werden heute als Fertigware aus China importiert, die in zehn Stücken gestapelt die gleiche Form und das gleiche Material haben. Davon wollen wir uns fernhalten. Das ist unpersönlich. Das hat nichts mit dem Handwerk Steinmetz zu tun.
Und gerade Ihr Geschäft ist ein sehr persönliches, wenn es um Grabsteine geht.
P.P.: Das ist eine Herausforderung, das stimmt. Man kann sich schwer in jemanden hineinversetzen, der gerade einen herben Verlust erlebt hat, aber man lernt, damit umzugehen.
D.P.: Uns hilft es, wenn wir sehen, wie Opa oder Vater mit den Kunden umgehen.
J.P.: Das sind die menschlichen Seiten, die man nicht in der Lehre lernt, nur in der Arbeit.

Apropos Lehre: Ist es schwer, Steinmetz-Lehrlinge zu finden?
J.P.: Ja, vor allem von der Körperlichkeit her gelten für den Beruf gewisse Anstrengungen und Kraftaufwand. Es ist wirklich noch ein Handwerk.

Was ist das Spannende an Ihrem Beruf?
D.P.: Alles!
P.P.: Man arbeitet mit einem Produkt, das von der Natur kommt, und bearbeitet es händisch oder maschinell, um es kundengerecht aufzubereiten. Wenn man aus einem unförmigen Block etwas optisch sehr Ansprechendes gestalten kann, ist das ein Erfolgserlebnis.

Kommen die Kunden mit genauen Wünschen zu Ihnen?

J.P.: Beides, manche wollen es schön fertig haben, andere sind in der Formgebung stark involviert. Es ist wichtig, dass ein guter Austausch stattfindet.
D.P.: Nachher ist es schwerer, etwas zu verändern, wenn es in Stein gemeißelt ist.

Wie lange dauern Ihre Projekte?

D.P.: Zwischen drei bis vier Wochen ist alles fertiggestellt.
P.P.: Wir fahren vorher zu den Leuten und achten darauf, dass nichts gebaut wird, das von der Materialbeschaffenheit ungeeignet ist. Es kann auch sein, dass ein Stiegenhaus sehr eng ist und man das Material nicht hineinbekommt.
J.P.: Für die größte Küchenplatte sind wir mit dem Lkw in den Garten gefahren, haben die Platte draufgelegt und sind so über die Terrasse in die Küche gefahren.

Sie sind auch Partner der "Meisterwelten", welche die Trophäen für den WOCHE-Preis der Region gefertigt haben.
P.P.: Genau, die Genossenschaft legt das Augenmerk auf Berufe, wo noch ein Meister nötig ist. Wir machen lieber so Werbung, als irgendwelche Aktionspreise auf Quadratmeter oder Fertiggrabsteine aus China zu schwindligen Preisen anzubieten. Die "Meisterwelten" halten das Handwerk hoch, das gefällt uns.


Das ist die Firma

Gegründet im Jahr 1978 von Anton Provasnek.
Übernommen von Paul Provasnek im Jahr 1997.
2009: Die Zwillingssöhne Jakob und Daniel steigen ins Unternehmen ein.
Angebot: Bodenbeläge, Hauseingänge, Stiegen, Treppen, Fensterbänke für innen und außen, Terrassen, Schwimmbadumrandungen, Gartenmauern, Küchenarbeitsplatten etc., Grab- und Denkmalpflege ...
Legen Wert auf heimischen Naturstein.
Anschrift: Pauluzzigasse 8, 8010 Graz (Friedhof St. Leonhard)
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr
Zwei weitere Standorte: (Termine nur nach tel. Vereinbarung) Plüddemanngasse 62, 8010 Graz (Friedhof St. Peter Stadt), St. Veiter Straße 46a, 8046 Graz
Telefon: 0316/32 69 50
Mail: office@provasnek.at
Web:provasnek.at

Gast und Wirtschaft

Am Ragnitzbach 26, 8010 Graz
Telefon: 0316/358081
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 12 bis 14.30 Uhr und 18 bis 22.30 Uhr, Sonntag von 12 bis 20 Uhr, Montag geschlossen
Beschreibung: Das italienische Restaurant in der Nähe des LKH liegt etwas versteckt am Ragnitzbach. Von der Leonhardstraße kommend, biegt man gleich bei der Steinmetzfirma der Provasneks ein, geht bis zur Brücke über den Ragnitzbach, biegt links ab und gleich auf der rechten Seite in einem gelben Haus findet sich der Italiener. Er punktet mit einer breiten Auswahl an delikaten Gerichten und eignet sich auch optimal für Feierlichkeiten.
Das Essen: Als Vorspeise gab es für Paul und Jakob Provasnek eine Tomatensuppe. Danach wählten die Provasnek-Herren Risotto Calamari, Penne Salmone sowie eine Pizza Crudaiola. WOCHE-Redakteurin Verena Schaupp entschied sich für die Gnocchi Sorrentina.
Die WOCHE meint: Von Antipasti, Fleisch, Fisch, Suppen bis Desserts findet sich hier alles. Zudem kommt südländische Atmosphäre auf, sobald man das Lokal betritt. Die Bedienung ist sehr freundlich und das Essen "bellissimo". Ein Besuch lohnt sich.

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