Gefragte Frauen mit Helga Gafiuk
Erfolgsrezept Gesundheit

[f]Als Stationsleiterin[/f] und Verantwortliche für die betriebsinterne Gesundheitsförderung unterstützt Helga Gafiuk von den Geriatrischen Gesundheitszentren Menschen beim Gesundwerden und -bleiben.
  • [f]Als Stationsleiterin[/f] und Verantwortliche für die betriebsinterne Gesundheitsförderung unterstützt Helga Gafiuk von den Geriatrischen Gesundheitszentren Menschen beim Gesundwerden und -bleiben.
  • Foto: 2dreamproductions/Elias Jerusalem
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Führungskraft, Mutter, Pflegerin – Helga Gafiuk von den GGZ ist täglich im Einsatz für die Gesundheit der Grazer.

In Zeiten wie diesen ist das Pflegepersonal besonders gefragt, doch auch ohne Krise ist seine Arbeit für unsere Gesellschaft unverzichtbar. Im Gespräch mit der WOCHE spricht Stationsleiterin Helga Gafiuk von den Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ) über die Herausforderungen und schönen Seiten des Berufs, die Vereinbarkeit von Führung und Familie und die Verantwortung sich selbst gegenüber.

WOCHE: Wieso haben Sie sich für die Pflege entschieden?
Helga Gafiuk:

Man kann Menschen in allen Lebenslagen unterstützen, sowohl vom Kranksein ins Gesundwerden als auch beim Gesundbleiben. Auf unserer Station, der medizinischen Geriatrie, gibt es eine große Bandbreite, von kurativ bis palliativ. Das ist einerseits herausfordernd, andererseits sehr spannend. Der Mensch steht im Mittelpunkt und wir arbeiten ihm nicht einfach zu, sondern erreichen gemeinsam mit ihm Ziele.

Wie hart ist der Job?
Generell ist die Pflege eine sehr sinnstiftende Tätigkeit und macht Spaß, man darf jedoch nicht die rosarote Brille aufsetzten: Nicht jeder Tag ist toll, aber es hängt auch viel von der eigenen Motivation und Einstellung ab. Für schwierige Situationen habe ich immer einen „Werkzeugkoffer", gefüllt mit Supervision und anderen Möglichkeiten, für das Team griffbereit.

Was sind die schönen Seiten?
Wenn ich ein Dankeschön zurückbekomme. Das muss nicht verbal sein, das kann auch ein Lächeln oder ein bestimmter Gesichtsausdruck sein. Das Zwischenmenschliche macht den Beruf besonders schön.

Führungskraft und Mutter – wie funktioniert das?
Ich bin meinem Unternehmen hier sehr dankbar. Ich habe bereits nach der Geburt in einem kleinen Ausmaß weiterarbeiten können und bin von den GGZ sehr unterstützt worden, sowohl bei den Rahmenbedingungen als auch beim Tätigkeitsausmaß. Früher gingen meine Kinder auch in den betriebseigenen Kindergarten, das hat vieles erleichtert.

Ist es für Unternehmen eine Win-win-Situation, flexibler gegenüber Eltern zu sein?
Es kommt natürlich immer auf die einzelne Situation an. Ich habe eine gute Balance mit meinem Dienstgeber gefunden, der mir beispielsweise bei den Arbeitszeiten so entgegengekommen ist, dass mir bei der Betreuung der Kinder in der Früh geholfen war und ich dafür bei den wichtigen Besprechungen zu Mittag anwesend sein konnte. Man muss aber auch selbst motiviert sein, das zu machen und man muss ein sehr gutes Selbst-Management sowie eine gute Vertretung haben. Wenn es die Situation und die Person zulassen, denke ich, können Unternehmen dadurch viele gute Arbeitskräfte behalten.

Thema Corona: Wie gehen Sie damit in der Einrichtung um?
Wir unterstützen die Maßnahmen der Regierung, denn es geht um den Schutz jener Menschen, die wir betreuen. Eine gute Kommunikation steht bei uns an erster Stelle. Wir besprechen täglich, was wichtig ist, wie wir mit der aktuellen Situation und mit den Angehörigen umgehen. Natürlich ist es nicht einfach, wenn es keine Besuche gibt. Wir geben aber unser Bestes, damit unserer Patienten, Bewohner und Mieter gut versorgt sind. Wir haben zum Beispiel in den Pfegewohnheimen einen Skype-Zugang eingerichtet, damit die Bewohner mit ihren Liebsten Videotelefonieren können.

Zurück zu Erfreulicherem: Sie leiten auch die Stabstelle für Gesundheitsförderung. Welchen Tipp haben Sie für unsere Leser?
Es sind nicht die anderen verantwortlich, sondern ich kann etwas machen. Selber versuchen fit zu bleiben, nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Und soziale Kontakte sind sehr wichtig, um im Ausgleich zu bleiben. Zudem empfehle ich, bewusst in den Alltag zu starten und im Leben kleine Dinge einzubauen, beispielsweise die Stiege statt den Lift zu benützen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Pflegeberufs?
Unser Job hat nicht den Stellenwert in der Gesellschaft, den er haben sollte. Pflege ist weit mehr als "nur" Patienten zu waschen. Hier ist die Gesellschaft gefordert umzudenken, denn der Bedarf an Pflegepersonal steigt. Es gilt, den Beruf wieder attraktiver darzustellen und junge Menschen zu begeistern. Die GGZ setzt genau hier an und möchte den Beruf der Pflege und der Geriatrie wieder als spannendes Arbeitsfeld hervorheben.

WOCHE Wordrap

Ohne Pflege … könnte unsere Gesellschaft so nicht existieren.
Mein Glück … ist, dass ich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie leben darf.
Graz gibt mir … sehr viel Lebensqualität.

Steckbrief

Geboren am 14.10.1982 in Graz
Arbeitet seit ihrer Diplomierung im Jahr 2002 bei den GGZ und leitet dort die Station für medizinische Geriatrie sowie die Stabsstelle für Gesundheitsförderung.
Hat die Zusatzausbildung "Public Health" absolviert

Autor:

Anna-Maria Riemer aus Graz

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