Erweiterung nach Straßgang und Gösting: Das nächste Straßenbahn-Paket für Graz nimmt Formen an

Stellten das nächste Bim-Ausbauprojekt vor: Martin Bauer, Barbara Urban, Elke Kahr
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170.000 Fahrgäste pro Tag: So viele Passanten fahren im Durchschnitt an einem Werktag mit einer der sechs Straßenbahnlinien in Graz. Aufgrund des stetig steigenden Zuzugs in die Landeshauptstadt wurden nach zähem Ringen weitere Ausbauschritte für die Bim beschlossen: Der Baustart für die Verlängerung nach Reininghaus steht in den nächsten Tagen bevor, dazu kommt eine weitere Verlängerung in Richtung Smart City sowie die Innenstadtentflechtung über die Neutorgasse sowie zweigleisige Streckenabschnitte Richtung Puntigam und Mariatrost. Während oben genannte Projekte alle auf Schiene sind, denken Stadt-, Verkehrsplanung und die Verkehrsstadträtin bereits einen Schritt weiter. 

Die Tram als Rückgrat

"Wir müssen bereits jetzt die Weichen für ein Straßenbahn-Paket II stellen", sagt Stadträtin Elke Kahr im Beisein von Martin Bauer und BarbaraUrban (Abteilung für Verkehrsplanung) unmissverständlich. Die Bim sei schließlich das Rückgrat des Grazer Verkehrs, das durch gute Busverbindungen zu ergänzen ist. Neben der Attraktivierung von bestehenden Verbindungen, Kahr spricht da etwa bessere Takte am Abend und an Wochenenden an, müsse ein weiterer Ausbau des Straßenbahnnetzes in Zukunft erfolgen. "Wie bei vorangegangenen Projekten hat der Schweizer Verkehrsplaner Willi Hüsler wieder unser Netz durchleuchtet und erhoben, wo ein Linienausbau Sinn machen würde", sagt Kahr. 

Linien nach Straßgang und Gösting

Fazit: "Wenn man das zu erwartende Fahrgäste-Plus sowie die technische und wirtschaftliche Machbarkeit berücksichtigt, ergeben einerseits eine Südwest-Linie in Richtung Straßgang und andererseits eine Nordwest-Linie in Richtung Gösting Sinn", sagen Kahr, Urban und Bauer. Vor allem für die erstgenannte Linie gibt es mehrere Varianten hinsichtlich der Streckenführung. "Bei einer äußeren Variante könnte die Bim von der Hummelkaserne, bei der Endstation der Reininghaus-Linie weiter in Richtung Peter-Rosegger-Straße bis zur Straßganger Straße auf Höhe Harter Straße fahren. Bei einer inneren Variante könnte die Tram dann ausgehend vom Roseggerhaus über die Elisabethinergasse und Don Bosco in Richtung Hummelkaserne oder vom Griesplatz über den Citypark zur Kaserne fahren", führt Bauer aus. 

Dort bauen, wo auch gebaut wird

Für die Nordwest-Linie, wo bereits seit Jahrzehnten Pläne existieren, sieht der Verlauf wiefolgt aus: "Vom Roseggerhaus könnte die Trasse über den Lendplatz, die Hirtenklostersiedlung und über die Exerzierplatzgasse zum Nahverkehrsknoten Gösting führen. Das ist sicher nur in zwei Etappen möglich." Das Fahrgastpotenzial, das man bereits für einen Zeitraum rund um 2030, also mit weiterem starkem Zuzug, erhoben hat, ist enorm: "40.000 Fahrgäste für die Südwestlinie und 55.000 Fahrgäste für die Nordwestlinie sind keine Utopie." Es sei in jedem Fall wichtig, dort zu investieren, wo große Bauprojekte geplant seien. Die Kosten belaufen sich auf rund 60 (Südwestlinie) und 88,5 Millionen (Nordwestlinie) Euro. Eine Drittelfinanzierung (Bund, Land, Stadt) werde sicher angestrebt. Ob diese Vorhaben jemals umgesetzt werden können, steht in den Sternen. "Wichtig wäre es, heuer eine Willensbildung zu erreichen. In vielen Gesprächen höre ich, dass der politische Wille durchaus vorhanden ist. Die Straßenbahn ist unsere öffentliche Verkehrszukunft."

Stellten das nächste Bim-Ausbauprojekt vor: Martin Bauer, Barbara Urban, Elke Kahr
Die bunten Farben symbolisieren mögliche Ausbauschritte der Tram.
Autor:

Christoph Hofer aus Graz

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