Corona-Regelungen
Genossenschaften kümmern sich um Härtefälle, Wohn- und Mietbeihilfen werden automatisch verlängert

Mit Umsicht und Kulanz: Christian Krainer, Obmann der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften (GBV), versucht seine Kunden bestmöglich zu servicieren.
  • Mit Umsicht und Kulanz: Christian Krainer, Obmann der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften (GBV), versucht seine Kunden bestmöglich zu servicieren.
  • Foto: Konstantinov
  • hochgeladen von Roland Reischl

Es sind auch für die steirischen Wohnbaugenossenschaften keine leichten Zeiten, es gilt da ordentlich etwas zu stemmen: Immerhin werden rund zwei Drittel des Wohnungsmarktes von den Genossenschaften gestellt. Das bestätigt auch Christian Krainer, nicht nur Geschäftsführer der ÖWG, sondern auch Obmann des Dachverbandes der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV).
In dieser Funktion ist es ihm vorweg einmal ein Bedürfnis die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor den Vorhang zu holen: "Ob im Homeoffice oder in – gut abgesicherten – Schichtbetrieben, hier wird wirklich von allen Großartiges geleistet", so auch das Feedback aus den anderen Genossenschaften.

Wie funktioniert der Wohnungswechsel?

Und spezielle "Herausforderungen" gibt es natürlich zuhauf. So waren natürlich eine Vielzahl von Wohnungswechseln im Bereich der Mietwohnungen geplant. Es wurde eine groß angelegte Telefonaktion gestartet, jeder einzelnen Betroffenen kontaktiert. "Es ist uns gelungen, rund 50 Prozent der Wohnungswechsel zu stoppen und auf später zu verschieben", vermeldet Krainer. Für die unvermeidbaren Wechsel hat man ein eigenes Procedere entwickelt: Mietvertrag wird zugeschickt, nach Unterschrift und Rücksendung, bekommt der neue Mieter den Wohnungsschlüssel ebenfalls mit der Post. Ausziehende Mieter erstellen Foto-Dokumentationen, nach Überprüfung erfolgt die Rückzahlung der Kaution.

Beihilfen werden automatisch verlängert

Bei den Privatmieten versuche man so kulant wie möglich zu sein. Bei gut begründeten Ansuchen (zum Beispiel Arbeitslosigkeit) wird die Miete gestundet und auch nur jener Zinssatz verrechnet, den man selbst bei der Bank bezahlt. Eine überhaupt zinsenfreie Stundung sei in Ausarbeitung. Delogierungen finden zur Zeit gar nicht statt. "Niemandem wird jetzt das Dach über dem Kopf genommen", verspricht Krainer.
Eine ganz wichtige Nachricht für alle Wohnungsbesitzer und –mieter: Sollten aktuell die Wohn- oder der Mietzins-Beihilfe auslaufen, ist es nicht notwendig einen neuen Antrag zu stellen. Beide Beihilfen werden vom Land Steiermark automatisch verlängert.

Moderate Bautätigkeit

Im Wohnbau selbst steht man natürlich auch auf der Bremse. Neubauten werden moderat weitergeführt. "Wir versuchen jene Bauvorhaben fertigzustellen, bei denen im Mai die Übergabe stattfinden soll." Dies sei notwendig, weil ja viele schon ihre bestehenden Wohnungen gekündigt hätten. Wo das noch nicht der Fall war, versucht man die Menschen zum Verbleib in ihren bestehenden Wohnungen zu überreden. Im Bereich der Sanierungen ist man sehr zurückhaltend, vor allem auch deshalb, weil man die Menschen nicht zusätzlich einschränken will – etwa durch Balkon- oder Spielplatzsanierungen. Bei der Brauchbarmachung von Wohnungen geht man zeitlich versetzt vor, es darf immer nur ein Gewerke in die Wohnungen, es finden keine Parallel-Arbeiten verschiedender Handwerkssparten statt.
Und welche Schlüsse zieht Krainer persönlich aus der Situation: "Einerseits orte ich einen gewaltigen Digitalisierungsschub in allen Bereichen. Und andererseits könnte ein teilweises Homeoffice auch nach der Krise durchaus ein spannendes Modell werden."

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