Graz bereitet sich auf das Blackout vor

Naturkatastrophen wie Unwetter oder Erdbeben können ebenso wie Cyberattacken ein Blackout auslösen.
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Ein längerer Stromausfall kann auch Graz treffen. Die Stadt rüstet sich aktuell für den Ernstfall.

Es gilt in Österreich laut Experten als eines der wahrscheinlichsten Katastrophenszenarien: ein Blackout, also ein flächendeckender Stromausfall. Auch wenn das Grazer Stromnetz österreichweit zu den Besten gehört, bereitet sich das Sicherheitsmanagement der Stadt aktuell auf einen eventuellen Ernstfall vor.

Erdbeben oder Cyberattacke

"Der hypothetische Fall eines grazweiten Blackouts kann technisch nur durch mehrere gleichzeitige Störungen in den übergeordneten Netzen auftreten. Das sind jene Leitungen, die unsere sechs Umspannwerke versorgen. Diese müssten zeitgleich ausfallen. Mögliche Ursachen hierfür könnten Elementarereignisse wie Stürme oder Erdbeben, Brände, Terroranschläge oder ähnliches sein", erklärt Hannes Linder von der Energie Graz. Aus technischer Sicht gibt es von Seiten der Energie Graz vorbereitete Pläne des Krisenmanagements, die im Ernstfall greifen. Im Falle eines länger andauernden Blackouts, bei dem die ganze Stadt stillsteht, müssen aber auch ganz andere Faktoren bedacht werden, wie Wolfgang Hübel, Leiter des Sicherheitsmanagements der Stadt Graz, erklärt: "Unsere Aufgabe im Ernstfall ist der Schutz der Bevölkerung. Es werden dann verschiedene Einzelmaßnahmen gesetzt und eng mit den Einsatzorganisationen zusammengearbeitet."

Ein neues Konzept

Aktuell arbeitet man in der Stadt daran, den Notfallplan zu adaptieren. Vor allem die Kommunikation steht dabei laut Hübel im Fokus: "Wenn das Mobilfunknetz ausfällt, müssen die Entscheidungsträger trotzdem kommunizieren können. Beispielsweise installieren wir gerade ein analoges Netz, um diesen Austausch zu gewährleisten."
Der behördliche Führungsstab wird im Notfall in die Feuerwehrzentrale am Lendplatz verlegt. Wenn Supermärkte keine Lebensmittel mehr verkaufen oder Tankstellen keinen Treibstoff mehr liefern, müssen allerdings auch Tumulte in der Bevölkerung verhindert werden.

Jeder muss sich vorbereiten

"Dass die Stadt dann 300.000 Menschen über längere Zeit versorgen kann, ist eine Illusion. Die Bevölkerung muss hier auch selbst vorbereitet sein", so Hübel. Ziel sei es, dass sich jeder Grazer drei bis vier Tage selbst mit Wasser und Lebensmittel aus den eigenen Vorräten versorgen kann. Hübel weiter: "Aber auch ein batteriebetriebenes Radio für Informationen, ein Gaskocher oder Medikamente sollten in keinem Haushalt fehlen."
Egal ob Cyberattacke oder Naturkatastrophe, ein Blackoutszenario kann auch Graz betreffen. Ein wenig Vorbereitung kann also nicht schaden... 

Tipps für den Ernstfall:

– Wasser- und Essensvorräte anlegen
– Eventuell Anschaffung eines Notstromaggregates
– Decken und warme Kleidung griffbereit halten
– Nachbarschaftshilfe leisten
– Infos unter www.zivilschutz.steiermark.at

Grazer Stromnetz als Vorzeigebeispiel

Die Energie Graz betreibt ein Stromnetz mit 20.000 Volt Netzspannung und ein Niederspannungsnetz mit 400 Volt. Besonders beachtlich ist die niedrige Ausfallzeit in Graz, die beispielsweise durch bei Grabungsarbeiten beschädigte Kabel hervorgerufen wird. Während der österreichweite Durchschnitt bei 30 Minuten Ausfallzeit pro Jahr liegt, kommt man in Graz nur auf drei Minuten. Bei Arbeiten, die eine Abschaltung des Stroms erfordern, werden Notstromaggregate eingesetzt. Für ein flächendeckendes Blackout (siehe Artikel rechts), muss man sich allerdings anderweitig rüsten.

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