Graz fürchtet die Hacker nicht

Hacker bedienen sich tausender privater PCs, um große Firmen lahmzulegen. Allein dadurch entsteht bei einem Angriff Schaden in Millionenhöhe.
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  • Hacker bedienen sich tausender privater PCs, um große Firmen lahmzulegen. Allein dadurch entsteht bei einem Angriff Schaden in Millionenhöhe.
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Weltweit greifen Hacker Firmen und Institutionen an. Stadt Graz ist allerdings eine Insel der Seeligen.

Die Diskussionen um „Wikileaks“ ziehen sich seit Wochen durch die Medien (siehe Story rechts). Nach der Inhaftierung des Gründers der „Aufdeckerwebsite“, Julian Assange, haben mit ihm sympathisierende Hacker nun im Internet damit begonnen, große Organisationen und Firmen anzugreifen – mit Erfolg. Doch wie funktioniert so etwas und kann das auch der Stadt Graz blühen?
„Gegen solch gezielte und große Angriffe kann man sich nicht schützen“, erklärt der Sachverständige für Informationstechnologie und Grazer Gemeinderat, Dominic Neumann. „Bei so einer Attacke geht es im Grunde nicht darum, etwas zu stehlen oder zu löschen. Die Hacker bedienen sich vereinfacht dargestellt lediglich einer Hunderttausendschaft von Computern, um gleichzeitig die Webseite des Unternehmens aufzurufen und so die Computer zu überlasten und zum Absturz zu bringen“, erklärt Neumann. „Das wäre so, als würden sich alle Österreicher für kommenden Samstag um 9 Uhr verabreden, um gleichzeitig beim Kastner einzukaufen – da wäre alles heillos verstopft.“ Die Computer „rekrutieren“ die Hacker zuvor mittels sogenannten Trojanern – das sind kleine Programme, die sich unbemerkt auf privaten PCs einnisten, die so von den Hackern übernommen werden können. „Für 70 Dollar kann man illegal 100.000 Rechner für 24 Stunden mieten“, weiß Neumann.
Für die städtischen Computernetze sowie alle IT-Anlagen der Holding Graz ist die „Informationstechnik Graz GmbH“ verantwortlich. Geschäftsführer Friedrich Steinbrucker: „Wir bringen unsere Systeme täglich auf neuesten Stand, wollen die Details aber natürlich nicht öffentlich diskutieren. Wir hatten auch schon Hackerangriffe, jedoch hat es bis dato noch niemand geschafft, in unser System einzudringen oder es lahmzulegen.“ Hundertprozentige Sicherheit gäbe es aber nicht: „Niemand ist gefeit vor solchen Angriffen. Für so große Attacken braucht es aber auch einen guten Grund.“ Dafür ist Graz dann wohl (hoffentlich) doch wieder zu unwichtig ...

Dominic Neumann, IT-Sachverständiger und Gemeinderat:
"Um 70 US-Dollar kann man sich im Internet 100.000 Rechner für eine Attacke ,mieten'."

Friedrich Steinbrucker, Geschäftsführer der Informationstechnik Graz GmbH:
"Die Details zu unseren Abwehrsystemen wollen wir natürlich nicht öffentlich diskutieren."

Über Wikileaks:
Wikileaks“ veröffentlicht geheime Dokumente wie wie etwa Diplomatenberichte. Die Infos stammen aus „Lecks“ (englisch: „leaks“) in den jeweiligen Behörden. Betreiber Julian Assange wurde nun wegen Vergewaltigungsvorwürfen verhaftet. Wikileaks-Sympathisanten vermuten dahinter eine Inszenierung von Geheimdiensten. Nachdem Spendenkonten gesperrt wurden, haben Hacker die jeweiligen Institute lahmgelegt – mit Erfolg: So hat etwa PayPal, der größte Online-Bezahldienst, die Wikileaks-Konten wieder geöffnet. Kritiker der Webseite hingegen sagen, dass die Dokumente ungefiltert, also auch mit nachweislich falschem Material, veröffentlicht würden. Fraglich sei auch, ob die Veröffentlichung geheimer Dokumente in vielen Fällen nicht kontraproduktiv sei – etwa, wenn bekannt wird, dass der Saudische König die USA inoffiziell aufforderte, den Iran militärisch anzugreifen.

Autor:

Klaus Krainer aus Graz

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