Start-Up-Zeitung 2021
Graz ist Miet-Metropole

Harald Martich (r.) von Engel & Völkers kennt den Grazer Immobilienmarkt wie kaum ein anderer.
  • Harald Martich (r.) von Engel & Völkers kennt den Grazer Immobilienmarkt wie kaum ein anderer.
  • Foto: Jorj Konstantinov
  • hochgeladen von Christoph Hofer

Ein Text vom Start-Up "Hermann Hilft"

Bauen und Wohnen wurde nicht zuletzt im Grazer Wahlkampf viel diskutiert. Immobilienexperte Harald Martich von Engel & Völkers beantwortet brennende Fragen zu Miete und Eigentum. 

Laut Daten von „Statista.at“, herrscht in Österreich ein ziemliches Gleichgewicht zwischen Mietern und Eigentümern, während der europäische Durchschnitt von Eigenheimbesitzern mit circa 70 Prozent weit darüber liegt. In Ballungszentren wie Wien überwiegt die Mietquote mit fast 80 Prozent sogar sehr stark. Aber wie ist die aktuelle Situation in Graz? Gibt es einen Überschuss an leerstehenden Wohnungen und ist Mietkauf heutzutage eine sinnvolle Option?
Um diese Fragen zu klären waren wir im Gespräch mit Harald Martich, Geschäftsführer Engel & Völkers Graz.

Wie ist das aktuelle Miet-, Eigentumsverhältnis in Graz und weiters im Vergleich zu ganz Österreich?
Harald Martich: In ganz Österreich sprechen wir von einer Eigentumsquote von 48,8 Prozent, und in Graz liegen wir circa 10 Prozent darunter. In den letzten zwei Jahren hat die Eigentumsquote sogar um circa 2 Prozent abgenommen. Die niedrigste Eigentumsquote in Europa ist in Österreich und Deutschland anzufinden. In Rumänien liegt diese beispielsweise bei 90 Prozent (!) und selbst in Italien ist diese weit höher.

Wie ist der durchschnittliche Mietzins in Graz? Gibt es eine Veränderung innerhalb der letzten 5 bis 10 Jahre?
Harald Martich: Der aktuelle Mietzins beträgt 9,72€/m2. In den letzten Jahren ist hier ein moderater Anstieg zu verzeichnen aber aufgrund der aktuellen Bautätigkeiten ist hier mit einer Abflachung des Anstiegs zu rechnen.

Gibt es einen Überschuss an leerstehenden Wohnungen, wenn ja, woran liegt das?
Harald Martich: In Graz gibt es einen strukturellen Leerstand. Dafür gibt es mehrere Gründe: teure anstehende Sanierungen und relativ niedrige Mieten machen eine Vermietung fast unrentabel. Das Aufsparen für Familienmitglieder oder oft fehlende Alternativen bei der Anlage verhindern den Verkauf. Dazu ist das Mietrecht meist zugunsten des Mieters, weshalb es selten eine befristete Vermietung gibt.
Starker Neubau, stark reglementierte Mietzinsbildung und starke studentische Mieterschaften führen zu vielen WGs und kleineren Wohnungen. Große Stadtquartiere wie Smart City und Reininghaus wirken dabei aber dämpfend auf den Anstieg der Mieten.

Ist Ihrer Meinung nach eine Mietkaufoption heutzutage sinnvoll?
Harald Martich: Mietkauf macht auf jeden Fall Sinn. Es ist erwiesen, dass durch Eigentum die Sparquote steigt und dadurch die Altersarmut eher verhindert wird. Es fehlt an Konzepten für lebenswertes und leistbares Wohnen ohne weitere Versiegelung wie Überbauung von Supermärkten für Wohnungen, verpflichtende Tiefgaragen für Supermärkte, Dach und Fassadenbegrünung, steuerliche Anreize gegen Leerstand, Revitalisierung von Industrieflächen oder Umnutzung von leerstehenden Gebäuden. Denn, niedrige Mieten können nur durch erhöhtes Angebot sowie vereinfachte Verfahren erzielt werden.

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