Intervallfasten
Grazer Forscher weisen positive Wirkung nach

Essen was man will, das ist beim Intervallfasten zu bestimmten Zeiten erlaubt. Wissenschafter der Grazer Universitäten wiesen dieser Fasternvariante eine positive Wirkung, nicht nur auf das Gewicht, nach.
  • Essen was man will, das ist beim Intervallfasten zu bestimmten Zeiten erlaubt. Wissenschafter der Grazer Universitäten wiesen dieser Fasternvariante eine positive Wirkung, nicht nur auf das Gewicht, nach.
  • Foto: pixabay.com
  • hochgeladen von Anna-Maria Riemer

Intervallfasten liegt im Trend und findet höchstwahrscheinlich auch nach Ostern noch zahlreiche Anhänger. Grazer Forscher haben diese Methode unter die "Gesundheitslupe" genommen. 

Wir befinden uns bereits im Endspurt, bald ist die Fastenzeit vorbei. Doch auch nach Ostern hoffen viele Menschen, mit dem sogenannten intermittierenden Fasten Erfolg zu haben. Bei dieser Variante, die auch als "Alternate Day Fasting" bezeichnet wird, sind vor allem zwei Ausführungen beliebt: Die 16-8 Methode, bei der täglich 16 Stunden gefastet wird (Schlaf inklusive) und acht Stunden lang gegessen werden darf – man verzichtet also entweder auf das Frühstück oder das Abendessen – oder die 5-2 Methode, bei der fünf Tage in der Woche gegessen werden darf, und an zwei Tagen komplett verzichtet wird. Eine weitere Möglichkeit ist, dass man abwechselnd einen Tag lang gar nichts isst und am nächsten Tag uneingeschränkt alles essen darf. Diese 1-1 Methode haben Frank Madeo von der Universität Graz sowie Thomas Pieber und Harald Sourij von der Med Uni Graz auf ihre gesundheitlichen Auswirkungen untersucht. 

Mehr als Gewichtsreduktion

Bereits im Sommer des vergangenen Jahres veröffentlichte das renommierte Fachmagazin "Cell Metabolism" die ersten Ergebnisse der Grazer Studie, die dem Intervallfasten neben einer deutlichen Gewichtsreduktion auch positive Auswirkungen auf weitere Gesundheitsindikatoren, beispielsweise auf Cholesterol, Blutdruck, Bauchfett oder Entzündungsparameter, nachwies. "Das intermittierende Fasten ist ein sehr einfaches, aber äußerst wirksames diätetisches Prinzip", beschreibt Sourij und Pieber berichtet: "Bereits innerhalb von vier Wochen haben die Studienteilnehmer im Schnitt rund 3,5 Kilogramm Körpergewicht reduziert, wobei das mittlere Ausgangsgewicht bei 76 Kilogramm lag."

Doch nicht nur das, so konnte bei den fastenden Teilnehmern zudem ein Anstieg der Ketonkörper beobachtet werden. „Diese entstehen als Nebenprodukt der Fettverbrennung bei Kohlehydratmangel und stehen im Verdacht, altersprotektive Wirkungen zu exekutieren. Des Weiteren zeigte sich in der fastenden Kohorte eine Reduktion von spezifischen Aminosäurespiegeln, des Cholesterols, des systolischen Blutdruckes, des Bauchfettes oder auch der Entzündungsparameter – alles Effekte, die mit positiven Gesundheitsfolgen assoziiert sind“, fasst Frank Madeo zusammen. Zudem hätte man auch eine leichte Reduktion des Schilddrüsenhormons T3 bei gleichzeitiger Erhöhung des Thyreoidea-stimulierenden Hormons TSH verzeichnen können. Laut den Forschern sei das in zahlreichen Studien ein Indikator, der mit Langlebigkeit in Verbindung gebracht werde.

Blick auf Langzeitfolgen

Für diese Grazer Interfast-Studie wurden 60 gesunde Teilnehmer in zwei Gruppen unterteilt, wobei die eine über vier Wochen nach der 1-1 Methode fastete und die andere ihren aktuellen Lebensstil beibehielt. "Ergänzt wurde die Studie um weitere 30 Probanden, die bereits seit mehr als sechs Monaten 'Alternate Day Fasting' betrieben haben", erklärt Madeo, denn damit wollte man auch einen ersten, einmaligen Blick auf die Langzeitfolgen des "Alternate Day Fasting" werfen. Die Einhaltung der Fastentage wurde durch kontinuierliche Glukosemessungen sehr genau überwacht.

Aufbauend auf dieser Studie forschen die Grazer Wissenschafter seit Herbst an der Interfast-2-Studie, bei der Patienten mit Diabetes mellitus Typ II, die bereits eine Insulintherapie benötigen, im Fokus stehen.


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