WOCHE-Familienflüsterer
Handy als Lernhilfe oder Ablenkung

Beim Lernen mit digitalen Medien zählt die Art und Weise.
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Familienflüsterer Philip Streit über den Beitrag neuer Medien zum Lernen.

Wenn man Handy- und Tablet-Herstellern glaubt, dann ist das Lernen mithilfe dieser Geräte die Zukunft. Schüler seien motivierter für neue Lerninhalte und der Erwerb des Stoffes funktioniere flexibler. Eines wird aber weithin übersehen: Erfolgreiches Lernen braucht Beziehungen und den persönlichen Austausch mit anderen. Selbst Apple-Gründer Steve Jobs sagte, dass er seine Kinder nur zum Teil mit den neuen Medien lernen ließe. Handys und Tablets für den Wissenserwerb zu verbieten wäre jedoch auch nicht die wahre Lösung, denn die neuen Technologien erleichtern vieles und eröffnen neue Möglichkeiten der Kommunikation. Entscheidend ist die Art der Verwendung. Als Unterstützung für die notwendige Beziehung, die Lernen erst ermöglicht, kommen die Vorteile von Handy und Tablet zu tragen.

Tipps

Hier nun Tipps für den Umgang mit Handy und Tablet:
1. Gehen Sie in sich. Wozu verwenden Sie digitale Medien? Als Ruhigsteller? Als Babysitter? Checken Sie Ihre Haltung.
2. Wie setzen Sie es im Unterricht und zu Hause ein? Als Zeitgewinner, Pausenfüller oder als hochwirksame Ergänzung für sinnvolles Lernen?
3. Handys und Tablets gehören weder in der Schule noch zu Hause einfach weggenommen. Der Einsatz wann, wo und wie gehört jedoch diskutiert.
4. Stellen Sie klare Regeln auf und exekutieren Sie diese ohne Wenn und Aber. Lassen Sie sich nicht auf Diskussionen und Machtkämpfe ein. Seien Sie präsent und begleiten Sie das Lernen und Finden von Stoff am Handy. So verbinden Sie die Kreativität der Virtualität mit persönlicher Beziehung.
5. Lassen Sie keinen Zweifel daran: Wenn Handy und Tablet missbraucht werden, um im Übermaß zu spielen und sich abzulenken, dann scheuen Sie sich nicht vor einer Handykarenz zurück.
6. Seien Sie offen für das Neue. Sie können Handy und Tablet auch als einen wertvollen Beitrag zu unmittelbarer Begegnung und Beziehungsaufbau sehen, denn davon lebt erfolgreiches Lernen zu allererst.

Der Experte

Philip Streit ist klinischer Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut, Lebens- und Sozialberater.
Seit 1994 leitet er das „Institut für Kind, Jugend und Familie“ in Graz, das unter anderem psychologische Lernbetreuung anbietet.
Telefon:0316/77 43 44
Web:www.ikjf.at
Leser-Fragen bitte an: redaktion.graz@woche.at oder per Post an „WOCHE Graz“, Gadollaplatz 1/6. Stock, 8010 Graz

Beim Lernen mit digitalen Medien zählt die Art und Weise.
Dr. Streit beantwortet jede Woche brisante Familienfragen.

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