Hausfrauen Union: "Familienarbeit ist Geld wert"

Die Rolle der Frau in der Familie und Gesellschaft war Thema des Gespräches zwischen Erika Gossler (l.) und Verena Schaupp.
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  • Foto: Jorj Konstantinov
  • hochgeladen von Verena Schaupp

Seit 1956 gibt es sie, die "Hausfrauen Union Österreich". Die Grazerin Erika Gossler ist seit 2008 als deren Präsidentin aktiv. Der ursprüngliche Gedanke war, Hausfrauen Bildung zu ermöglichen – sei es in Form von "Kursen zur Verbesserung haushaltstechnischer Kompetenzen" bis hin zu Musik- oder Literaturtreffs. Heute setzt sich die Union vor allem dafür ein, dass Familienarbeit finanziell abgegolten wird.

Entlohnte Familienarbeit

"Die Zeiten haben sich geändert. Hausfrauen sind heute oftmals auch studierte Frauen, die eine fundierte Ausbildung haben. Wenn sie dann zuhause bleiben für die Kinder, entgeht ihnen ein Verdienst", sagt Gossler, die stark dafür eintritt, Kinder in den ersten Lebensjahren daheim zu versorgen und nicht in eine Kinderkrippe zu geben.
"Unser oberstes Prinzip ist Wahlfreiheit. Kinder brauchen unserer Ansicht nach am Anfang die Nähe zur Mutter und jeder, der das will, soll Hausfrau – oder auch Hausmann – sein dürfen. Aber wer zuhause bei den Kindern bleibt, hat später einmal eine geringere Pension." Ebenso zeigt Gossler das Problem auf, dass Hausfrauen nach einer Trennung mit wenig Geld dastehen würden. "Wenn die Ehe nicht klappt, schauen die Frauen meist durch die Finger."

Keine politischen Aktionen

Gossler, die schon lange im Verein aktiv ist, war bereits mit vielen politischen Funktionären im Gespräch. "Die Idee stößt eigentlich durchwegs auf positive Reaktionen bei der Politik, dennoch passiert zu wenig. Am Ende sagen dann doch alle das Gleiche: Die Kinderbetreuungseinrichtungen müssen ausgebaut werden – auch wenn sie selbst ihre Kinder nicht staatlich betreuen lassen möchten", so Gosslers klare Botschaft an die Politik.

Mehr Geld für Tagesmütter

Als weiteren Kritikpunkt nennt die ehrenamtliche Präsidentin die schlechte Entlohnung für Tagesmütter. "Sie formen immerhin unsere Zukunft, es ist nicht in Ordnung, dass sie so wenig bezahlt bekommen für ihre Arbeit." Eine Arbeit, deren finanzielle Entschädigung aus Sicht der Hausfrauen Union eben auch Müttern, die zuhause bleiben, zustünde.
Gossler war Hausfrau und hat selbst drei Töchter, eine gute Freundin hat drei Söhne – gemeinsam haben sie früher viel mit dem Nachwuchs unternommen. "Hätten wir gegenseitig auf unsere Kinder geschaut, wären wir in der Wahrnehmung der Gesellschaft berufstätige Tagesmütter gewesen und hätten darüber hinaus noch Gehalt und Pensionsberechtigung bekommen. Momentan herrscht eine Schieflage zur Leistung von Hausfrauen und Müttern."

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