Hochwasserschutz wird zum Zeitspiel

Hochwasserereignisse sind auch in Zukunft nicht auszuschließen.
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Am Freitag hat sich gezeigt, wie wichtig Prävention ist. Einige Projekte lassen aber lange auf sich warten.

Starkregen, Hagel, Überschwemmungen und Menschenrettungen: Von Freitag auf Samstag waren die Feuerwehren in Graz und Umgebung bis in die frühen Morgenstunden im Dauereinsatz – danach folgten die Aufräumarbeiten. In Graz wurden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Hochwasserschutzmaßnahmen (Stichwort Sachprogramm Grazer Bäche) umgesetzt. Die Rückhaltebecken haben auch funktioniert, jene, die übergelaufen sind (am Gabriach- und Stufenbach), taten dies kontrolliert.
Weniger kontrollieren lässt sich allerdings das Wetter: "Freitagmorgen haben wir die zweitniedrigste Warnstufe Gelb von der ZAMG erhalten, erst um 19.21 Uhr wurde von dort die Warnstufe Orange gemeldet. Die Gewitterzelle hatte also einen Haken geschlagen, der nicht vorhersehbar war", fasst der Grazer Sicherheitsmanager Gilbert Sandner zusammen.

Weitere Maßnahmen kommen

Das Hochwasserschutz-Maßnahmenpaket für Graz sei längst nicht abgeschlossen. "Weitere Ausbauprojekte in enger Zusammenarbeit mit dem Bund und dem Land sind derzeit in Vorbereitung bzw. befinden sich im Planungsstadium", klärt Robert Wiener, der Leiter der Abteilung für Grünraum und Gewässer, auf. Er sieht auch Verbesserungsbedarf im Bereich der Messpegel, bei welchen punktuell die Signalübertragung nicht funktioniert hat. Dazu müssten Maßnahmen wie das "Schwammstadtprinzip" (klimawirksame Baumsysteme) noch stärker integriert werden, um zur besseren Versickerung der Oberflächengewässer beizutragen.

Fordert ein Rückhaltebecken im Annagraben: Josef Korber
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Altes Projekt im Fokus

Das Problem bei all diesen Ideen: Die Umsetzung dauert oft. Josef Korber hat als langjähriger Planungsreferent in der Abteilung für Wasserwirtschaft und Oberbaurat des Landes Steiermark an unterschiedlichen derartigen Projekten mitgearbeitet und hat nun ein konkretes Ziel vor Augen, das seit gut 40 Jahren im Gespräch ist: das Rückhaltebecken im Annagraben. Seit 1975 in Weinitzen aktiv, war Korber auch fünf Jahre lang parallel für dieselbe Position in Graz tätig. Deshalb hat er in der Kommunalpolitik schon einiges miterlebt – etwa, wenn es um den Schutz vor Unwettern geht.

Zusätzlicher Schutz fehlt

"Es braucht Planung im Vorhinein. Es werden immer nur Versprechungen gemacht, wenn es schon passiert ist", sagt er und spricht das Projekt im Annagraben an. Die Stadt Graz kaufte zwei Grundstücke in Weinitzen, die die Gemeinde schon seit 1980 als Flächen für den Hochwasserschutz ausgewiesen hat, und plante Rückhaltebecken. Eines davon, das "Rückhaltebecken Schöckelbach", wurde vor gut zehn Jahren errichtet. Der zusätzliche Schutz im Annagraben steht bis heute aus. "Vor 40 Jahren waren wir mit der Verbauung von Flächen noch nicht so weit, deshalb sollte das Projekt höchste Priorität haben." Besonders ärgerlich für ihn: "Mit Grundstückseigentümern ist noch nicht einmal gesprochen worden. Wann soll das passieren?" Vorgesehen sei im Annagraben HQ100. Um endlich Tempo in die Angelegenheit zu bringen, sieht Korber auch eine Unterschriftenaktion vor und würde der Stadt Graz beratend zur Seite stehen.

Wird in Sachen Hochwasserschutz genügend unternommen?
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Fordert ein Rückhaltebecken im Annagraben: Josef Korber

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