Hopfen, Malz und Kokosflocken – Ein Ausflug in die Grazer Craft-Bier-Szene

Ein Paradies für Hopfen-Fans: Etwa 180 Biersorten bieten Markus Eichl und Jürgen Pagger in der "Bierboutique" an.
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  • Ein Paradies für Hopfen-Fans: Etwa 180 Biersorten bieten Markus Eichl und Jürgen Pagger in der "Bierboutique" an.
  • Foto: Bierboutique
  • hochgeladen von Nina Oberbucher

Die WOCHE hat sich in der Grazer Craft-Bier-Szene umgesehen.

Ob im Gastgarten oder am Balkon – an lauen Sommerabenden darf ein kühles Bier nicht fehlen. Und da müssen es nicht immer die "üblichen Verdächtigen" sein: Außergewöhnliche Brau-Kreationen werden immer beliebter. Die WOCHE hat einen Ausflug in die Grazer "Craft-Bier-Szene" gemacht.
"In den USA ist Craft Bier schon seit den 70ern ein Trend. Bei uns hat es erst vor fünf Jahren richtig eingeschlagen", erzählt Markus Eichl von der "Bierboutique". 2015 hat der Grazer mit seinem Jugendfreund Jürgen Pagger das Spezialitätengeschäft am Lendplatz eröffnet. Im Sortiment: etwa 180 verschiedene Biersorten.
"In Österreich tun sich viele schon mit dem Unterschied zwischen Märzen und Pils schwer", wissen die beiden Bier-Gourmets, die in ihrem Shop Aufklärungsarbeit leisten. Bei Verkostungen zeigen sie, welche Vielfalt an Geschmäckern sich hinter Begriffen wie Porter, Stout und Ale verbirgt.

Grazer Braukunst in Fernost

Biersorten mit Charakter hat sich auch der Grazer Alfried Borkenstein verschrieben: Vor zwei Jahren hat sich der Grafiker mit der Marke "Alefried" selbstständig gemacht – und das höchst erfolgreich. Das Bier mit den liebevoll illustrierten Etiketten wird nicht nur in Österreich verkauft, mittlerweile sind zwei asiatische Online-Vertriebe darauf aufmerksam geworden. "Verpackung ist sehr wichtig in Asien. Das verspielte Design kommt gut an." In den letzten Jahren habe sich in der Grazer Craft-Bier-Szene einiges getan – in einem Punkt sieht der Unternehmer jedoch Nachholbedarf: "Ich würde mir wünschen, dass die Gastro offener ist für heimische Sorten." Einige Lokale sind aber schon auf den Geschmack gekommen – etwa Kirby’s, Cheers oder Flann O’Brien.

Experimentierfreude

Wer bei diesem Angebot nicht fündig wird, muss selbst das Braupaddel schwingen – Clemens Kupsch verwandelt seine Küche seit eineinhalb Jahren regelmäßig in eine kleine Brauerei: "Im Grunde reichen zwei Kochtöpfe und ein sauberes Stofftuch. Am Anfang ist es eine Riesenpatzerei, aber man wird routinierter." Mittlerweile experimentiert der Grazer mit Kakao, Vanille, Whiskey und Kokosflocken. "Eigenes Bier wird besser als jedes Industriebier."
Das nötige Know-how gibt’s im Internet – und in Braukursen. Seit 2015 zeigen die Forscher René Rehorska und Gunter Almer vom "BrauCampus", wie es geht. Die Kurse sind gut besucht und die Alumni tüfteln daheim fleißig weiter. "Alle sechs Wochen treffen wir uns zum Heimbrauerstammtisch, jeder nimmt sein eigenes Bier mit und das wird verkostet", freut sich Almer.
Bleibt zu hoffen, dass die ein oder andere Kreation auch auf den Markt kommt und die Grazer Craft-Bier-Szene weiter bereichert.

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