Edith Münzer im Interview
"Im Handel braucht es den Menschen"

Die funkelnde Weihnachtsdekoration bereitet ihr jedes Jahr aufs neue Freude: Murpark-Centerleiterin Edith Münzer ist hier in ihrem Element.
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  • Die funkelnde Weihnachtsdekoration bereitet ihr jedes Jahr aufs neue Freude: Murpark-Centerleiterin Edith Münzer ist hier in ihrem Element.
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Edith Münzer, Centermanagerin des Murparks, über Weihnachtsstress und Einkauf-Klischees.

Seit der Eröffnung des Einkaufszentrums Murpark im Jahr 2007 ist sie dessen Managerin: Edith Münzer. Die gebürtige Kärntnerin spricht im WOCHE-Interview über die Herausforderungen der Führungsarbeit, die Klischees rund um das Shoppen und die besondere Zeit vor Weihnachten im Handel.
WOCHE: Was sind die täglichen Aufgaben einer Center-Managerin?
Edith Münzer: Grundsätzlich kümmere ich mich um die Gesamtentwicklung des Centers sowie darum, dass der tägliche Betrieb reibungslos läuft. Meine Arbeit ist für die Kunden im Optimalfall nicht sichtbar, so fallen auch das Budget, die Personalverantwortung und repräsentative Pflichten in meinen Aufgabenbereich.

Was macht Ihnen an Ihrem Beruf am meisten Spaß?
Kein Tag ist wie der andere! Vor allem in der Vorweihnachtszeit, aber auch das ganze Jahr über, mache ich zwar meine Pläne, diese verändern sich aber ständig. Außerdem ist es schön, für alle verschiedenen Anliegen die erste Ansprechperson zu sein.

Was bedeutet die Weihnachtszeit für Sie? Ist es nur der pure Stress oder können Sie die Zeit auch genießen?
Ganz ehrlich? Ich habe erst vor ein paar Tagen zu meinem Team gesagt, wie sehr ich diese Zeit liebe. Alles funkelt, wir sind gerüstet für den Ansturm der Besucher und "der Laden brummt", wie man so schön sagt. Für den Handel ist es außerdem natürlich die wichtigste Zeit des Jahres.

Wie lange dauern die Vorbereitungen für das Weihnachtsgeschäft?
Die beginnen eigentlich schon direkt nach Weihnachten. Man organisiert die verschiedenen Veranstaltungen, analysiert, was im vergangenen Jahr funktioniert hat und was nicht und spätestens im März werden die Vorbereitungen schon sehr intensiv. Dafür ist man dann aber auch mit dem "Black Friday" als Start des Weihnachtsgeschäfts eigentlich fertig mit allem Organisatorischen.

Geht es nach dem Klischee, ist Shopping eine Domäne der Frauen – stimmt das?
Es ist kein Klischee, sondern Fakt. Ausgiebiges Einkaufen macht Frauen mehr Spaß als Männern. Männer gehen zielstrebiger in ein Geschäft und kaufen, was sie brauchen. Das verändert sich zwar langsam und die Männer beginnen aufzuholen, ganz so weit ist es aber noch nicht.

Das Geschäft des Einkaufens ist Ihr Beruf. Gehen Sie selbst auch noch gerne shoppen?
Ich war noch nie eine echte Powershopperin. Allerdings habe ich den Vorteil, dass ich mindestens zweimal pro Tag durch das Haus gehe und dann einige Dinge sehe, die ich mir dann am Ende der Woche gesammelt kaufen kann.

Sie bekleiden eine Führungsposition in der Wirtschaft – war es schwieriger, sich in dieser als Frau durchzusetzen?
Ich habe den Eindruck, dass es generell "normaler" wird, als Frau eine Führungsposition zu bekleiden. Allerdings kommt es ganz auf die Branche und auch die Ebene an, denn in Vorständen und bei Geschäftsführern ist die Situation immer noch nicht zufriedenstellend. Ich persönlich bin in der glücklichen Lage, in meiner Karriere nie Probleme mit dem Thema "Frau zu sein" gehabt zu haben.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil bezeichnen?
Teamorientiert. Ich bin jemand, der immer zuhört und zu dem man immer kommen kann. Allerdings bin ich auch nicht zu feige, am Ende eine Entscheidung zu treffen, auch wenn sie manchmal nicht der Meinung aller entspricht. Grundsätzlich kann ich mich glücklich schätzen, dass das Klima bei uns im Team wirklich hervorragend ist, großteils arbeiten wir auch schon sehr lange zusammen.

Der Onlinehandel wird immer stärker – können der stationäre Handel und Einkaufszentren auf Dauer überleben?
Wir haben uns immer verändert, der Handel ist immer im Wandel. Natürlich sind es sportliche Herausforderungen, wir müssen es schaffen, zu einem Ort zu werden, an dem man nicht nur zum Einkaufen, sondern auch zum Essen, Kaffeetrinken und Freundetreffen hinkommt. Aber ich denke, wir können vieles bieten, der Mensch braucht den Menschen.

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WOCHE-Wordrap:

Graz ist ... eine absolut tolle Stadt.
Shopping ist für mich ... mein Beruf.
Die Weihnachtszeit ... ist sicher die schönste Zeit im ganzen Jahr.

Steckbrief:

Geboren am 22.01.1964 in Wolfsberg, Kärnten
Absolvierte die HAK, danach Lehramtsstudium
Sie ist verheiratet, zu ihren Hobbys zählen laufen, lesen sowie Zeit mit der Familie und Freunden.

Autor:

Stefan Haller aus Graz

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