Land Steiermark erteilt Beschuss von Krähen durch Laser eine Absage

Krähen haben in Graz nicht nur Freunde.
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Die Krähen in der Innenstadt sorgen durch die Lärmerzeugung und Verschmutzung durch ihren Kot für viel Unmut bei Anrainern. Da sie in den Baumkronen am Joanneumring und in der Kaiserfeldgasse ihren Schlafplatz suchen, werden vor allem hier viele Beschwerden laut. Die Ordnungswache ging nun seit Herbst mittels Laserpointer gegen die Tiere vor, um sie aus der Innenstadt zu vertreiben.
Auf KPÖ-Anfrage erteilt die Abteilung Umwelt und Raumordnung des Amtes der Steirischen Landesregierung dieser Methode eine klare Absage.

Nicht zulässig

"Die Dohlenvertreibung in der Kaiserfeldgasse in Graz durch Organe der Städtischen Ordnungswache mittels Laserpointer ist gemäß § 18 Abs. 2 Z. 3 des Steiermärkischen Naturschutzgesetzes 2017 als absichtliches Stören verboten. Dazu ist auszuführen, dass gemäß der Vogelschutzrichtlinie (Artikel 8), die im Anhang IV lit. a angeführten Vergrämungsmethoden wie der Einsatz von künstlichen Lichtquellen nicht zulässig ist", führt Regina Pildner-Steinburg vom Referat für Naturschutz aus. 
Vizebürgermeister Mario Eustacchio hatte ebenso auf Anfrage von KPÖ-Gemeinderat Kurt Luttenberger ausgeführt, dass sich Organe der Ordnungswache mittels eines speziellen Laserpointers bedienen, den Stamm entlang und in die Astverzweigungen leuchten. "Ein direktes Bestrahlen der Vögel erfolgt zu keiner Zeit", so Eustacchio. Der Lasereinsatz sei dabei völlig unbedenklich, was laut Eustacchio auch von einem Amtstierarzt bestätigt wurde.

Übernetzen von Bäumen

Als eine mögliche Alternative wird das Übernetzen von Bäumen vorgeschlagen. Dies lehnt Eustacchio in seinem Schreiben ab, da er darin eine enorme Zusatzaufgabe für die Feuerwehr sieht, die sich darin verfangene Vögel befreien müsste. Weiters würde diese Methode auch einen ökologischen Eingriff bedeuten, da der Baum so in seiner Verknospungsphase gestört werden würde. Auch würde sich bei Schneefall eine zusätzliche Gefahrenquelle ergeben, die dazu führen könnte, dass Bäume ihre Äste verlieren, die in weiterer Folge auf Personen stürzen könnten.
Dem wiederum entgegnet das Amt der Steiermärkischen Landesregierung, dass es durchaus Möglichkeiten gäbe, die Bäume durch geeignete Maßnahmen für Krähen unattraktiv zu gestalten. "Die Übernetzung der Bäume in der Kaiserfeldgasse wäre nur eine Möglichkeit (ohne ein Verknospungsproblem hervorzurufen), denkbar wäre auch das Anbringen von bunten Bändern in der Kronenregion, sowie eine nächtliche Beleuchtung der Bäume", führt Pildner-Steinberg aus.

Neuer Schlafplatz entlang der Mur

Außerdem haben Beobachtungen der Naturschutzbehörde gezeigt, dass eine große Anzahl von Krähen und Dohlen ihren nächtlichen Schlafplatz an der Uferbegleitvegetation der Mur zwischen Kepler- und Murbrücke aufsucht. "Dies zeigt, dass es für die Krähenvögel alternative Schlafplatzmöglichkeiten im städtischen Bereich gibt, ohne mit Stadtbewohnern in Konflikt zu kommen", so Pildner-Steinberg.
Weiters wird darauf verwiesen, dass ein Amtssachverständiger der Landesnaturschutzbehörde in der Kaiserfeldgasse regelmäßig Überprüfungen durchführen wird. Außerdem sei davon auszugehen, dass Krähen bei Umsetzung der genannten Maßnahmen ihr Schlafquartier entlang der Mur suchen werden.

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