Lasst uns froh und munter sein – am 6. Dezember ist Nikolaustag

Kein weißer Rauschebart, trotzdem ein "echter" Nikolaus: Josef Promitzer von der Katholischen Jungschar begeistert die Kinder.
  • Kein weißer Rauschebart, trotzdem ein "echter" Nikolaus: Josef Promitzer von der Katholischen Jungschar begeistert die Kinder.
  • Foto: Huettmannsberger
  • hochgeladen von Stefan Haller

Leuchtende Augen, wenn Kinder am Schoß des Nikolaus sitzen, und verschreckte Blicke, wenn der Krampus kommt – am 6. Dezember herrscht traditionell große Aufregung unter Kindern.

Feiern am Sterbetag

Aber wer ist der Nikolaus eigentlich, und warum feiern wir diese Tradition? Roswitha Orac-Stipperger, Chefkuratorin der Volkskundlichen Sammlung des Volkskundemuseums Graz, klärt auf: "Der Nikolaus lebte im 4. Jahrhundert und war Bischof von Myra in Lykien (heutige Türkei). Der 6. Dezember gilt als sein Sterbetag. Der Nikolaus war sehr wohltätig – so wird etwa die Legende erzählt, in der er drei armen Mädchen in der Nacht drei Goldklumpen ins Fenster legte und sie damit vor einem Leben auf der Straße bewahrte. Daraus leitet sich sein Beschenken von Kindern ab."

Das gezähmte Böse

Im 17. Jahrhundert entwickelte sich der Brauch, dass der heilige Nikolaus die Kinder nach Gebeten und religiösem Wissen abfragt und ihr Verhalten im Alltag überprüft. Damit taucht auch der Krampus als Begleiter auf. "Er ist das ,gezähmte Böse‘, das sich bei gemeinsamem Auftreten aber immer dem Nikolaus unterordnet", so Orac-Stipperger. Während der Nikolaus die braven Kinder belohnt, werden die schlimmen vom Krampus bestraft und erschreckt.

"Nikolaus hat dein Gesicht"

In Graz ist Josef Promitzer von der Katholischen Jungschar mit der Aktion "Nikolaus hat dein Gesicht" unterwegs und zeigt Kindern den Nikolaus als Vorbild, dem man angstfrei begegnen kann. Alle historischen Fakten über den Nikolaus wissen die Kleinen noch nicht, einiges haben sie aber schon mitbekommen. "Der Nikolaus bringt den braven Kindern Geschenke. Am Abend stellt man einen leeren Teller vor das Fenster, am nächsten Tag hat der Nikolaus dort Geschenke hingelegt – wie zum Beispiel ein Notenheft", erzählt der sechs Jahre alte Ben-Niklas. Auch die beiden Geschwister Lara (8) und Elias (11) freuen sich auf den Nikolaus: "Den Nikolaus hat es wirklich gegeben. Er kommt von weit weg. Er bringt Kindern Freude. Uns bringt er immer Spielzeug und einen riesigen Schoko-Nikolaus."

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