Ehrwürdig
Leykam Buchverlag feiert sein 435-Jahr-Jubiläum

Junges Team feiert 435 Jahre Leykam: Lisa Schantl, Wolfgang Hölzl, Dagmar Holzmann, Berater Herwig Hösele, Eigentümer Leopold Gartler.
  • Junges Team feiert 435 Jahre Leykam: Lisa Schantl, Wolfgang Hölzl, Dagmar Holzmann, Berater Herwig Hösele, Eigentümer Leopold Gartler.
  • Foto: Henx/Leykam Verlag
  • hochgeladen von Roland Reischl

Es ist ein wohl ziemlich einzigartiges Jubiläum: Der steirische Buchverlag Leykam feiert Geburtstag – und das zum  435. Mal. Dieser außergewöhnliche Anlass hätte morgen, Donnerstag, würdevoll begangen werden sollen, an einem besonderen Ort: Feiern wollte man in der Aula der Alten Universität, steht doch die Geburtsstunde des Verlags in direktem Zusammenhang mit der ebenfalls 1585 erfolgten Gründung der Universität. Aufgrund des Corona-Erlasses wurde die Veranstaltung allerdings kurzfristige abgesagt.

Viele Gedanken zu 435 Jahren

Veröffentlicht wird  ein Jubiläumsbuch, für das Herwig Hösele als fachkundiger Herausgeber fungiert. Über 70 hochrangige Persönlichkeiten (unter anderem Egon Kapellari, Waldtraud Klasnic, Valerie Fritsch, Hermann Schützenhöfer und Alfred Stingl) haben für das Werk "Mit Geschichte in die Zukunft" ihre Gedanken und Überlegungen formuliert.
Der steirische Paradehistoriker Stefan Karner beschreibt darin auch die wechselvolle Geschichte des Hauses: Zeitgleich mit der Gründung der Universität, von Erzherzog Karl als geistiges und mediales Bollwerk gegen den Protestantismus gegründet, wurde Georg Widmanstetter zum Hofbuchdrucker bestellt. Mit diesem Hintergrund standen die Erzeugnisse der Druckerei von Beginn an im "historisch-politisch-religiösen Kampffeld", wie Karner es beschreibt.

Rosegger war ein Leykam-Mann

Als das Unternehmen Ende des 18. Jahrhunderts in eine schwierige Phase schlitterte, stieg der junge Rheinländer Andreas Leykam als Buchdrucker in Graz ein, er gab seit 1784 die "Gratzer Zeitung" heraus, 1806 erwarb der das Widmanstetter Unternehmen. Kurz darauf siedelte er in die Stempfergasse, wo die Leykam bis 1978 verblieb, ehe man in den Westen von Graz übersiedelte.
1883 wurde der Konzern in Papier und Druck getrennt, es entstand die "Druckerei- und Verlags-Actiengesellschaft Leykam", damals schon im Unternehmen: die legendäre steirische Tageszeitung, die "Tagespost". Schnell wurde man zum führenden Verleger des Landes, alle bedeutenden Werke, vor allem auch die Schriften von Peter Rosegger, erschienen unter dem Dach der Leykam. Der zweite Weltkrieg war auch für den Verlag eine einschneidende und schmerzvolle Zäsur. Erst lang nach den Kriegs- und Nachkriegswirren zeigte man mit Produkten wie der "Südost-Tagespost", der "Neuen Zeit" und dem "Obersteirer" (Vorgänger der WOCHE in der Obersteiermark) wieder groß auf.
Seit 2012 steht der Buchverlag im Eigentum der Grazer "Medienfabrik", deren Eigentümer der Unternehmer Leopold Gartler ist.
Das Team rund um Verlagsleiter Wolfgang Hölzl blickt also mit der Geschichte im Rücken hoffnungsvoll in die Zukunft.

Autor:

Roland Reischl aus Graz

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