Vernissage - Keramische Objekte (15.10.2019)
nackt

Venus
6Bilder

Nackt kommen die Menschen auf die Welt – doch was bedeutet es, nackt zu sein? Ungeschützt, verletzbar… Wo zeigen wir uns freiwillig nackt, wo verletzt Nacktheit – den Betrachter oder den Betrachteten? Wo demütigt Nacktheit, wo erhöht sie? Ist es nur der Körper, der entblößt werden kann, oder auch die Seele?

Prof. Curd Dautermann, Lehrer an der „Ortweinschule“ (HTBLVA Graz), trat schon vor etwa einem Jahr mit der Idee für einen experimentellen Workshop an den Keramiker Gregor Fauland heran. Und so kam es dazu, dass das Thema „nackt“ von Schülerinnen und Schülern der Fachsparte Keramik Art Craft in verschiedenen großformatigen keramischen Objekten verwirklicht wurde.

Vor fast 30000 Jahren schuf ein unbekannter Künstler aus Oolith die berühmte Venus von Willendorf, die der keramischen Venus als Inspiration diente, die in diesem Workshop geschaffen wurde. Die moderne Venus blickt mit einem gelassenen Lächeln in die Welt, deren Schönheitsideal sie so gar nicht entspricht. Aber in Zeiten der Schönheitschirurgie…

Doch was ist denn eigentlich schön? Rubens hatte einst andere Ideale als heutigeModedesigner. Und die individuellen Ansichten über Schönheit variieren stark. Oder gibt es doch Einigkeit? Wer außer einem Malakologen würde eine Nacktschnecke als schön bezeichnen? Würde sie nicht die Gartenarbeit boykottieren, könnte man ihre Schönheit eher wahrnehmen? Oder bedarf es weiblicher Attribute, um sie attraktiv zu machen? Ein keramisches Objekt zu diesem Thema regt zum Nachdenken ein.

Die nackte Wahrheit zeigt sich so manchmal im Leben, wenn man sich von der Illusion der Perfektion verabschieden muss. Davor ist auch ein Kunstwerk nicht gefeit, das als Idee „Ben Nanna“ geboren, doch zu Unvollkommenem führte. Wie nackt fühlt man sich, wenn man vor den Trümmern seiner Träume steht?

Beim hier eingesetzten Koksbrand wird eine Keramik modelliert, getrocknet undim Freien aufgestellt. Der Ofen wird um die Keramik herum gebaut und mit Koks gefüllt, der dann angezündet wird. Der Brand dauert rund 24 Stunden. Die weiteren Gestaltungsmöglichkeiten der so gebrannten Keramiken sind sehr beschränkt. Farbeffekte und Brandnarben entstehen also ausschließlich durch unterschiedliche Brennatmosphären sowie Rückstände des Brennmaterials Koks. Die gebrannte Keramik wird also „nackt“ präsentiert.

Eine sehenswerte Ausstellung von keramischen Objekten, die von Dokumentationen in Bild und Film begleitet wird, die von den Ideen und deren Verwirklichung berichten.

Bis 9.November kann die Ausstellung noch jeden Freitag von 14-18h und jeden Samstag von 10-15h im Studio Gregor Fauland (Lendplatz 24, 8020 Graz) besichtigt werden. Zu diesen Zeiten stehen Schülerinnen und Schüler der Ortweinschule für Gespräche und Erklärungen zur Verfügung.

Autor:

Ulrike Walner aus Graz

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