stoff.werk.graz
Näherinnen schneidern weiter an ihrer Zukunft

Schutzmasken statt T-Shirts: Die Näherinnen des jungen Projekts "stoff.werk.graz" haben aus gegebenem Anlass umgerüstet.
  • Schutzmasken statt T-Shirts: Die Näherinnen des jungen Projekts "stoff.werk.graz" haben aus gegebenem Anlass umgerüstet.
  • Foto: Caritas Steiermark
  • hochgeladen von Anna-Maria Riemer

Statt wie ursprünglich geplant an einer T-Shirt-Kollektion zu arbeiten, nähen die Frauen des jungen Caritas-Wiederbeschäftigungsprojekts "stoff.werk.graz" nun Schutzmasken mit fröhlichen Motiven.

Mitte März und damit bevor die Bundesregierung die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus präsentierte, wurde das "stoff.werk.graz" von Sozialstadtrat Kurt Hohensinner und Caritasdirektor Herbert Beiglblöck vorgestellt. Ziel dieses Nähprojekts ist es, langzeitarbeitslosen Frauen den Wiedereinstieg in das Berufsleben zu erleichtern. Eigentlich wollte man dazu eine Mädchen- und Damenkollektion mit Grazer Persönlichkeiten und Sehenswürdigkeiten als Motive schneidern, die ab Mai im tag.werk der Caritas erhältlich sein sollten. „Das sind Stücke mit Kultpotential“, waren sich Hohensinner und Beiglböck bei der Begutachtung der ersten Modelle einig.

Bunte Schutzmasken

Doch die aktuelle Situation veränderte auch die Arbeitsweise im "stoff.werk.graz" und so rüsteten die Näherinnen kurzerhand um und legten ihren Fokus auf die Produktion von Mund-Nasen-Schutzmasken. Mit fröhlich bunten und lustigen Motiven, hergestellt aus Baumwolle oder Recycling-Material, sollen diese Masken nicht nur zur Virus-Eindämmung beitragen, sondern auch etwas Farbe und Heiterkeit in den Alltag bringen. Zwar erfüllen die Masken keinen FFP-Standard – das sind jene Masken, die vor einer Ansteckung schützen – allerdings reduzieren sie die Gefahr deutlich, dass man, falls man bereits infiziert ist und noch nichts davon merkt, jemand anderen ansteckt. Laut Studien halten diese Masken nämlich bis zu 60 Prozent der Krankheitserreger zurück.

Hergestellt werden von den Näherinnen zwei Maskenarten: einerseits welche mit lustigen Motiven oder aus Recyclingstoffen für den privaten Bereich, andererseits auch Modelle für den Einsatz mit höheren Ansprüchen aus neuen Stoffen mit dichterem Gewebe und einer aufwendigeren Verarbeitung. Die Masken sind unzählige Male wiederverwendbar und können bei 90 Grad gewaschen werden.

Selbstwertgefühl vermitteln

Mit einem Budget von 90.000 Euro ist dieses Projekt im Jänner gestartet, sechs Frauen arbeiten derzeit mit und es gibt viele weitere Interessentinnen. „Die Frauen erhalten hier fallweise Beschäftigung und können so wieder ins Arbeitsleben hineinwachsen“, erklärt Bernhard Sundl, Caritas-Abteilungsleiter für Beschäftigungsmodelle und Beiglböck fügt hinzu: "Wer lange fern von der Arbeitswelt war, traut sich oft nichts mehr zu. Das Projekt ermöglicht, die eigenen Fähigkeiten zu erkennen und auch die Erfahrung, sich in ein Team einbringen zu können." Das Projekt wird vom Sozialamt der Stadt Graz finanziell unterstützt, insgesamt fördert die Stadt Graz jene Gruppen, die sich auf dem regulären Arbeitsmarkt schwertun, mit rund 1,2 Millionen Euro. "Die nachhaltigste Sozialpolitik ist, Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen. Arbeit gibt Menschen Sinn, Selbstwertgefühl und die Möglichkeit auf ein selbstbestimmtes Leben", betont Hohensinner abschließend. 

Interessierte können die Schutzmasken entweder per E-Mail unter stoff.werk@caritas-steiermark.at oder telefonisch unter 0676/88015 8401 bei Monika Kassl bestellen.

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