Öffis in Graz: Stadträtin Kahr bezieht Stellung zu Anfragen von WOCHE-Lesern

Einsteigen bitte: Viele WOCHE-Leser orten fehlende oder mangelnde Öffi-Verbindungen in Randbezirken.
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Öffi-Anbindung bleibt Thema: Verkehrsstadträtin Elke Kahr beantwortet Anliegen der WOCHE-Leser.

Der Öffentliche Verkehr ist fast wie das Wetter: Er betrifft jeden, aber ändern kann man ihn nicht. Was beim Wetter stimmen mag, muss aber nicht auch für den Öffentlichen Verkehr gelten. Die rege Teilnahme der WOCHE-Leser am Aufruf, ihre schlechten Öffi-Verbindungen aufzuzeigen, rückt das Thema nicht nur in den Fokus, sondern bringt auch die Politik dazu, sich verstärkt mit dieser Diskussion auseinanderzusetzen.Aufgrund der zahlreichen Einsendungen übermittelte die WOCHE der zuständigen Verkehrsstadträtin Elke Kahr die gesammelte Liste aller Gebiete, in denen eine fehlende oder eine schlechte Anbindung an Öffentliche Verkehrsmittel geortet wurde. Die Antworten der Stadträtin kann untenstehend entnommen werden.

Alle Partner sollen ins Boot

„Bei einigen Punkten bedarf es einer detaillierten Überprüfung, deswegen konnten wir in dieser kurzen Zeit keine konkrete Antwort geben“, sagt Kahr und verweist damit auf folgende Gebiete: Peterstalstraße – Hohenrainstraße ab Petri Au, Rudersdorfer Au (Oberer Auweg), das Nicht-Anfahren der Haltestelle Pfarrzentrum St. Johannes sonntags und abends sowie die fehlende Anbindung abends sowie sonn- und feiertags in der Auer-Welsbachgasse in Puntigam.„Bei einigen Orten sind nicht wir, sondern das Land oder die Umlandgemeinden zuständig, deswegen müssen wir hier mit allen zuständigen Partnern Rücksprache halten“, hält Kahr fest.

Henne-Ei-Problem

Genau das fordert auch Grünen-Klubobmann Karl Dreisiebner. „Wir können das Thema nicht einfach zur Seite schieben. Wir müssen mit der Landesregierung, den Nachbargemeinden, aber auch der Bundesregierung reden“, sagt Dreisiebner, der auf eine Antwort auf seinen Gemeinderatsantrag betreffend die Wiedereinführung der Buslinie 47 von November 2019 wartet. „Ich habe weder von Stadträtin Kahr noch von Beteiligungsstadtrat Günter Riegler eine Antwort bekommen.“ Auch der Haltung der Holding Graz, über die in der letzten WOCHE-Ausgabe berichtet wurde, kann Dreisiebner nicht viel abgewinnen. „Ich kann nicht am Stadtrand von einem dünn besiedelten Gebiet sprechen“, so der Klubobmann, der hier ein Henne-Ei-Problem ortet. „Wenn wir kein vernünftiges Öffi-Netz anbieten, werden es die Menschen auch nicht nutzen. Daher muss ein gutes Angebot geschaffen werden, damit es auch in Anspruch genommen wird.“

Kein Totschlagargument

Ihm zur Seite steht auch sein Kollege von den Stattegger Grünen, Stefan Rothbart. „In Zeiten der Klimakrise ist es wirtschaftlich vollkommen unverständlich, wie man das konstruktive, positive Bemühen der Bevölkerung mit dem Argument ‚nicht wirtschaftlich genug‘ abtun kann. Das kann kein Totschlagargument sein“, erläutert Rothbart seine Meinung und führt aus, dass die derzeitige Mobilitätssituation wirtschaftlich nicht tragbar ist. „Und es muss im ureigenen Interesse der Landeshauptstadt sein, die Pendlerströme mit den Umlandgemeinden in Zusammenarbeit zu lösen. Auch das Land Steiermark ist hier in die Pflicht zu nehmen.“
Die WOCHE bleibt natürlich weiterhin dran und wird über alle Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Zuständig: Verkehrsstadträtin Elke Kahr beantwortete die Fragen der WOCHE-Leser.
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1. Dichtere Taktung des Watzke-Busses von Neuwindorf über die Rudersdorferstraßebis zum Jakominiplatz

„Bei der Linie 671 handelt es sich um eine Regionalbuslinie; die entsprechende Planung liegt in der Verantwortung des Landes Steiermark und der Umlandgemeinden.“

2. Wiedereinführungder Linie 47

„Auch hierbei handelt es sich um eine stadtgrenzüberschreitende Buslinie, d.h. die Planung liegt in der Verantwortung des Landes Steiermark und der Umlandgemeinden. Die 2015 erfolgte Einstellung erfolgte aufgrund der äußerst geringen Fahrgastzahlen (2-3 pro Tag, ausgen. Schüler). Ob sich das wesentlich geändert hat, um einen Linienverkehr in diesen Stadtrandbereichen zu rechtfertigen, ist fraglich. Wir werden uns die Situation im Zusammenhang mit der Evaluierung des GUSTmobils anschauen, vielleicht ist eine Erweiterung in diesem Bereich möglich und sinnvoll.“

3. Keine Anbindung in der Peterstalstraße – Neue-Welt-Höhe

„Das Gebiet der Peterstalstraße ist durch die Buslinie 69 sehr wohl erschlossen.“

4. Wiedereinführung der Linie 33, da die Linie 66 keine Alternative ist (fährt nicht in die Innenstadt)

„Die im Herbst 2019 umgesetzte Linienreform im Grazer Westen hat schon nach drei Monaten zu einer Erhöhung der gesamten Fahrgastzahlen auf den betroffenen Linien geführt. Die durch die Kürzung der Linie 33 betroffenen Bereiche in Wetzelsdorf werden von den Buslinien 65 und 62 bedient, was hier tatsächlich ein Umsteigen in Richtung Zentrum erforderlich macht. Es wurden auch die Vor- und Nachteile unlängst evaluiert, wobei bis auf weiteres keine Änderungen vorgesehen sind.“

5. Hafnerstraße zwischen Straßgang und Puntigam

„Die bisherige Lücke zwischen Weblinger Gürtel und Gradnerstraße wurde durch das GUSTmobil als Zubringerangebot geschlossen.“

6. Dichtere Taktung der Linie 62 im Morgenverkehr ab derGrottenhofstraße

„Schon derzeit gibt es im Frühverkehr einen 7,5-Minuten-Takt, ab Herbst 2020 mit Gelenkbussen.“

7. Linie 52 Andritz – Ziegelstraße sollte auch sonntags (zumindest halbstündlich) fahren

„Wird im Herbst 2020 im Zuge des ,Buspakets Andritz‘ umgesetzt.“

8. Center Ost und St. Peter-Gürtel-Anbindungen

„Die Linie 75 Murpark – Center Ost wurde erst im Vorjahr eingeführt und damit das Center Ost überhaupt an das ÖV-Netz angeschlossen. Die anderen Linien in diesem Gebiet (72, 73U, 76U) bedienen auch Umgebungsgemeinden, weshalb eine Verdichtung des Angebots in Absprache mit diesen und dem Verkehrsverbund erfolgen muss.“

9. Park & Ride inAndritz erwünscht

„Dies ist in Planung und wird unterstützt, die Zuständigkeit liegt aber nicht bei der Abteilung für Verkehrsplanung bzw. beim Verkehrs-ressort.“

10. Anbindung des Stitingtals in den Ferien und an Wochenenden

„Die Buslinie 64/64E erschließt das Stiftingtal, auch am Abend und am Wochenende das ganze Jahr über.“

11. Raach (Gösting):keine Verbindungen am Abend

„Es handelt sich um stadtgrenzenüberschreitende Buslinien (nach Judendorf) im Verantwortungsbereich des Landes und der Umlandgemeinden. Verbesserungen sind in Planung, entsprechende Gespräche wurden von uns bereits geführt.“

12. Mariatrost – Lineckerweg: über 30 Minuten zu Fuß zur nächsten Haltestelle

„Erschließung bzw. Zubringerangebot zum ÖV sind durch das GUSTmobil-Anrufsammeltaxi seit Herbst 2019 vorhanden.“

13. Kehlberg (ev. 31er-Bus bei der Ankerstraße einfahren und über die Martinhofstraße führen)

„Die Führung der Buslinie 31 über die Ankerstraße und die Martinhofstraße ist schon seit längerer Zeit in Diskussion. Dazu ist jedoch ein umfangreicher Infrastrukturausbau der betroffenen Straßen, vor allem der Martinhofstraße, erforderlich. Dieser Schritt hängt auch von der Stadtentwicklung in diesem Gebiet ab und den damit zusammenhängenden Erschließungsnotwendig-keiten.“

14. Thalerseestraße – Wetzelsdorf: neue Häuser werdengebaut, aber GKB
stockt nicht auf

„Auch hier handelt es sich um einen stadtgrenzenüberschreitenden Verkehr, d.h. die Planung des Angebots liegt in der Verantwortung des Landes Steiermark und der Umlandgemeinden sowie der GKB.“

Autor:

Martina Maros-Goller aus Graz

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