Familienflüsterer Phillip Streit
Optimismus hilft in solchen Tagen

Wenn einen das Leben aus der Bahn wirft, helfen ein Netzwerk und Optimismus am Weg zurück zur Normalität.
  • Wenn einen das Leben aus der Bahn wirft, helfen ein Netzwerk und Optimismus am Weg zurück zur Normalität.
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Ein einschneidendes Ereignis wirft einen schnell aus der Bahn. Philip Streit hat Tipps für solche Situationen.

Ereignisse, die den üblichen Fahrplan, die Abläufe und Rituale einer Person, aber auch einer ganzen Familie durcheinander bringen können, nennt man lebenskritische Ereignisse. Wie intensiv sie wirken, hängt von der Uneindeutigkeit des Vorkommnisses, von der Schwere des Vorfalls und davon ab, ob es einzeln oder wiederholt stattfindet, beispielsweise wie eine wiederholte Krebserkrankung in der Familie. Solche Ereignisse sind kleine Traumata und können posttraumatisierend wirken, aber interessant ist nun folgendes Faktum: nur ein sehr kleiner Teil – maximal zehn bis 15 Prozent der Ereignisse – hat traumatisierende Wirkung auf die beteiligten Personen. In der Regel allerdings gibt es ein posttraumatisches Wachstum. Und dies hängt, so die Traumaforschung, keineswegs von den Ereignissen und der Art der Ereignisse ab, sondern von uns Menschen und wie wir diese Ereignisse verarbeiten. Wir selbst – und unser Umgang mit anderen, vor allem unseren Kindern – haben es in der Hand, ob ein Ereignis schwerwiegende körperliche und seelische Folgen hat. Vulnerabel sind wir alle, die einen ein bisschen mehr, die anderen ein bisschen weniger. Unsere Fähigkeit zur Resilienz, also zur Normalität zurückzukehren und posttraumatisch zu wachsen, ist ebenfalls gegeben.

Akzeptanz und Optimismus

Wie gut uns dies gelingt, hängt von folgenden wichtigen Faktoren ab: Wie sehr wir in der Lage sind, solche einschneidenden, lebenskritischen Aktionen als das zu akzeptieren, was sie sind. Wie sehr es uns gelingt, optimistisch in die Zukunft zu schauen, uns selbst zu steuern und uns nicht der Verzweiflung und Ohnmacht zu ergeben. Wie sehr es uns gelingt, anstatt passiv zu reagieren, verantwortungsbewusst zu handeln und unsere Beziehungen positiv zu gestalten. Natürlich braucht es bei lebenskritischen Situationen Zeit für Trauer über einen möglichen Verlust, Zeit für Wut und seine Enttäuschung, um diese hinausschreien zu können. Dabei braucht es jemanden, der ohne Wenn und Aber da ist und unterstützt: ein Netzwerk von Beziehungen, damit man wieder Stück für Stück gestärkt zur Normalität zurückkommen kann und sogar wachsen kann.

Experten-Tipps

Hier nun einige Tipps, wie Sie mit kritischen Lebensereignissen umgehen und sich optimal darauf vorbereiten können:
1. Seien Sie achtsam mit sich selbst und achtsam im Umgang mit Ihren Familienmitgliedern.
Wertschätzen Sie sich selbst und die anderen als unvergleichlich und wichtig.
2. Bemerken Sie gerade in schwierigen Zeiten, was trotz allen Herausfordernden und Schwierigkeiten positiv ist. So entsteht Optimismus und es gelingt Ihnen, auch in schwierigen Situationen handlungsorientiert und handlungsbereit zu bleiben.
3. Akzeptieren Sie einmal die Situation, so wie sie ist, in aller Würde.
4. Suchen Sie sich soziale Unterstützung und bauen Sie sich ein Netzwerk auf, das Sie hält und für Sie da ist.
6. Pflegen Sie diesbezüglich Beziehungen. Das stärkt Ihre Widerstandskraft, Ihre Resilienzfähigkeit und Ihre Selbststeuerung und bei Kindern über kurz oder lang ihren Selbstwert.
7. Geben Sie den Ereignissen einen höheren Sinn, wie das auch manche Religionen und Weltanschauungen machen.
8. Wenn ein einschneidendes Ereignis geschieht, lassen Sie sich Zeit, halten Sie inne. Geben Sie sich Platz für Wut und Trauer, um dann Schritt für Schritt zu etwas Neuem, Größerem zu kommen.

So können wir auch aktuell mit der herausfordernden Situation rund um das Coronavirus umgehen, welche zweifelsohne ein einschneidendes Lebensereignis ist.

Autor:

Anna-Maria Riemer aus Graz

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