Seniorenticket nur mit ÖBB-Vorteilscard: Die Krux mit den Öffi-Rabatten

Einsteigen bitte: Die Öffis werden in Graz immer beliebter, Senioren brauchen jedoch eine zusätzliche Ermäßigungskarte.
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  • Einsteigen bitte: Die Öffis werden in Graz immer beliebter, Senioren brauchen jedoch eine zusätzliche Ermäßigungskarte.
  • Foto: Stadt Graz
  • hochgeladen von Martina Maros-Goller

Senioren erhalten eine Ermäßigung bei den Graz Linien nur in
Verbindung mit einer ÖBB Vorteilscard.

"Die Fahrscheine bitte!" Diese Aufforderung richtet sich in den Öffentlichen Verkehrsmitteln an jeden Fahrgast. Bei Senioren kommt es jedoch immer wieder zu Diskussionen mit den Kontrolleuren, da sie für eine Ermäßigung bei den Holding Graz Linien eine ÖBB Vorteilscard Senior mitführen müssen. Dieser Umstand sorgt für Unverständnis bei Fahrgästen, die in der Anschaffung einer ÖBB Vorteilscard – mit einem Selbstbehalt von 29 Euro – eine Diskriminierung sehen.

Nicht zufriedenstellend

"Dieses Thema beschäftigt uns schon lange und es ist sehr unlogisch", erzählt Ernest Schwindsackl vom Seniorenbund, der nun vom Gemeinderat in den Bundesrat gewechselt ist. "Ich habe mit zahlreichen Anträgen versucht, diesen nicht zufriedenstellenden Zustand zu beseitigen", erörtert Schwindsackl, dass er zwar stets positive Rückmeldungen erhalten hat, die aber nicht zu einer Änderung geführt haben.
Die Problematik kennt auch der steirische Verkehrsverbund, erklärt aber wie es zu dieser Kombination kommt. "Jede billigere Karte beruht auf einer Subventionierung, die von jemandem finanziert werden muss", sagt Stephan Thaler. Daher müsse die Differenz, die durch das Wegfallen des Selbstbehalts entstehen würde, von einer Stelle beglichen werden. "Wir würden uns den Wegfall des Ermäßigungsausweises bei den Senioren auch wünschen und das ist auch immer wieder Thema in den Tarifausschüssen, aber so einfach ist es nicht", betont Thaler. Da der Tarif steiermarkweit gültig ist, müsste daher entweder das Land oder jede Kommune die Differenz begleichen.

Politik will Lösung

Im Büro von Verkehrslandesrat Anton Lang betont man, dass die Erweiterung und die Qualität des Öffentlichen Verkehrs (ÖV) im Vordergrund liegen, weshalb vorhandene Mittel vorrangig für den Ausbau und die Verbesserung des ÖV eingesetzt werden, um diesen weiterhin positiv zu entwickeln. "Es ist uns klar, dass auch die Tarife entsprechend gestaltet werden müssen, um die Attraktivität noch weiter zu erhöhen. Dazu gibt es parallel zu den permanent laufenden Maßnahmen sehr konkrete Überlegungen zu einem zielgruppen- und bedarfsorientierten Tarif-System wie etwa für Seniorinnen und Senioren, die jedoch noch nicht abgeschlossen sind", berichtet Landesrat Anton Lang. Und auch der zuständigen Verkehrsstadträtin Elke Kahr ist dieses Thema schon lange ein Dorn im Auge. "Wir wollen das schon seit einigen Jahren entkoppeln und haben diesbezüglich auch einen Dringlichkeitsantrag gestellt", meint Kahr, verweist aber auf Finanzstadtrat Günter Riegler, der diese Subvention – in Höhe von rund 850.000 Euro im Budget berücksichtigen muss.
"Vergleichen und nachrechnen, ob man mit einer Wochen-, Monats- oder Jahreskarte billiger unterwegs ist", rät Stephan Thaler allen Senioren abschließend.

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