Shisha-Gefahr liegt in der Luft

Eingenebelt: Das Rauchen von Shishas und Wasserpfeifen ist in der Murmetropole besonders bei Jugendlichen sehr beliebt.
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"Stellen Sie sich vor, Sie grillen mit einem herkömmlichen Kohlegrill – aber in den geschlossenen Räumen Ihrer Wohnung", sagt die Leiterin der Abteilung für Thoraxchirurgie des LKH Graz, Freyja-Maria Smolle-Jüttner. Laut der Expertin wird die Gefahr durch Kohlenmonoxid beim Rauchen von Wasserpfeifen drastisch unterschätzt.

Schädlicher als Zigaretten

Bereits vor Wochen hat SP-Gemeinderat Gerald Haßler einen Antrag für das Installieren von Kohlenmonoxidmeldern in den Grazer Shisha-Bars gestellt. Antwort hat er noch keine erhalten. "In Deutschland gab es schon Studien, wonach sich die Zahlen der Kohlenmonoxidvergiftungen durch Shisha-Konsum in einem Jahr verachtfacht haben. Shisha-Rauchen wird in Graz immer beliebter", berichtet Haßler. Auch Neos-Gemeinderat Niko Swatek, der sich in der Vergangenheit für Shisha-Lokale stark gemacht hat, sieht die Melder als gute Variante: "Die Gesundheit ist natürlich am Wichtigsten, Kohlenmonoxiddetektoren wären eine gute Lösung." Freyja-Maria Smolle-Jüttner erklärt: "Die inkomplette Verbrennung der glimmenden Kohle setzt extrem viel Kohlenmonoxid frei. Neben dem inhalierten Nikotin ist also auch der gesamte Raum voll mit Schadstoffen. Dass Shisha rauchen nicht so schädlich ist, ist ein Märchen – es ist sogar noch um ein vielfaches schädlicher als das Rauchen von Zigaretten!"

Expertin ist besorgt

Die große Aufregung um das Kohlenmonoxid in Shisha-Bars versteht der Inhaber des "Le Lion" in Andritz, Muhlis Erdem, nicht: "In kleinen Bars ohne ordentliche Belüftung ist das vielleicht ein Problem, aber in Graz wird das alles schon mit der Baugenehmigung geklärt. Außerdem gibt es stichprobenartige Kontrollen, ob alles der Norm entspricht." Für Lungenexpertin Smolle-Jüttner sind Ausnahmeregelungen im Rauchergesetz für Shisha-Bars dennoch nicht nachvollziehbar: "Warum Shishas in den Augen vieler immer noch einen Sonderstatus haben ist unverständlich. Hier von Seiten der Politik nicht schärfer zu reagieren ist unverantwortlich."
In Deutschland und auch in Oberösterreich hat es bereits Fälle gegeben, bei denen Jugendliche nach CO-Vergiftungen in Druckluftkammern behandelt werden mussten. Kohlenmonoxidvergiftungen können zur Ohnmacht, Übelkeit und langfristig auch zu Gefäßschädigungen und Nervenschäden führen. Laut Smolle-Jüttner, die für die Druckluftkammer am LKH verantwortlich ist, hat es in Graz noch keinen Vorfall gegeben: "Das Shisha rauchen wird immer beliebter – es ist nur eine Frage der Zeit, bis es auch in Graz Vergiftungen gibt." 

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