Theaterszene in Graz
So ein Theater: Graz ist wirklich bühnenreif

Vorhang auf für die bunte Grazer Theaterszene.
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Von Maschek über Pizzera & Jaus bis zu Florian Scheuba: Kaum eine Woche vergeht, in der kein großer Kabarettist in Graz gastiert. Auch im Schauspielhaus und in der Oper ist aktuell Hauptsaison, eine Premiere jagt die nächste. Die Landeshauptstadt hat aber noch weit mehr zu bieten, wie ein Blick auf die Theaterlandschaft zeigt (siehe auch Grafik links). Institutionen wie Theater im Keller, Theater im Bahnhof, Theater am Lend oder Theater am Ortweinplatz sorgen seit Jahren für eine bunte Programmvielfalt. „Keine Frage, die freie Szene ist in Graz extrem bunt. Zu einem gewissen Teil ist sie aber unterfördert. Es ist immer gut für eine belebte Stadt, wenn einzelne Gruppen Dinge an gewissen Orten ausprobieren können. Das sollte auch in Zukunft dementsprechend gefördert werden“, ist sich Alfred Haidacher, seit 1981 fester Bestandteil des Theater im Keller, sicher.

Arbeit hinter den Kulissen

Unabhängig von der finanziellen Ausstattung habe sich eine Szene gebildet, die unter anderem ein breites Angebot abseits des vorhandenen Theater-Mainstreams geschaffen hat. „Es tut sich viel für Erwachsene, aber auch für Kinder. Jede Altersgruppe wird bedient.“ Ein Jubiläum feiert heuer beispielsweise das Mariagrüner Kindertheater. Der nicht auf Gewinn ausgerichtete Verein wurde im Jahr 1988 von Stephan Prattes gegründet und hat mittlerweile unter dem Motto „Kinder spielen für Kinder“ mehr als 20 Theater- und Musical-Produktionen auf die Bühne gebracht. Erst vor kurzem feierte das neueste Stück „Alice hinter den Spiegeln“, ein Musical, Premiere im Next Liberty. „Text und Musik wurden wie immer eigens für die Produktion in Auftrag gegeben, die Kostüme entstanden in monatelanger Handarbeit, dazu proben die Kids seit Monaten unter Anleitung der Regisseurin Maria Lemes-Rosanelli“, gibt Martina Aigmüller einen Einblick in die aufwendigen Vorbereitungsarbeiten.

„Die außergewöhnliche Dichte der freien Theaterszene der Stadt ist ein besonderes Merkmal von Graz. Wir brauchen weder bei der professionellen Umsetzung noch bei den Formaten und der Qualität den Vergleich mit größeren Städten scheuen.“ (Günter Riegler)

Ein Theater sagt Servus

Der letzte Vorhang fällt heuer mit Jahresende dafür im theater t‘eig (Albert-Schweitzer-Gasse 49) nach zehn Jahren und 30 Produktionen: Mit „fAUSt und vorbei“ verabschiedet sich das Ensemble für immer.Es ist für den Zuseher oft nicht ersichtlich, wie viel Arbeit im Hintergrund notwendig ist, um Jahr für Jahr wieder neue Produktionen auf die Bühne zu bringen.
Neue Impulse könnte unter anderem das Kulturjahr 2020 mit sich bringen.
„Noch wissen wir über die genauen Inhalte nicht Bescheid. Gibt es eine vernünftige Strategie, ist so ein spezielles Jahr sicher eine Bereicherung“, sagt Haidacher. Eine Bereicherung ist die freie Szene in der Murmetropole für Kulturstadtrat Günter Riegler auf jeden Fall. „Die außergewöhnliche Dichte der freien Theaterszene der Stadt ist ein besonderes Merkmal von Graz. Wir brauchen weder bei der professionellen Umsetzung noch bei den Formaten und der Qualität den Vergleich mit größeren Städten scheuen.“

Vorhang auf für die bunte Grazer Theaterszene.

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